Praktische Erfahrungen in der Kommunikation mit Ampeln sammeln einige Automobilhersteller wie Audi oder BMW bereits seit dem Jahr 2016 in den USA. Audi rüstet seitdem die Modelle A4 und Q7 in bestimmten Ausstattungslinien mit einem entsprechenden Assistenten aus. Er gibt dem Fahrer die „Time-to-Green“ an, also die Zeit, innerhalb derer er die nächste grüne Ampel noch erreichen kann. Schafft er das im Rahmen der erlaubten Geschwindigkeit nicht, kann er sein Fahrzeug ausrollen lassen. „In unseren Tests ist die Zahl der Autos, die im Verkehr bis zum Stillstand abbremsen müssen, um rund 20 Prozent gesunken. Das hat im Pilotprojekt etwa 15 Prozent Kraftstoff gespart“, sagt Michael Zweck, Projektleiter Audi Ampelinformation.
Und das Projekt entwickelt sich: Im Mai 2018 war die „Traffic Light Information“ in weiteren amerikanischen Städten nutzbar: Phoenix, Kansas City, Dallas, Houston, Palo Alto, Arcadia, California, Portland, Oregon, Denver, Las Vegas und Washington, D.C.. Insgesamt sind mehr als 2.250 Kreuzungen in das System eingebunden. Im Februar dieses Jahres verkündete Audi, dass der Assistent (Green Light Optimized Speed Advisory, GLOSA) jetzt auch die Geschwindigkeit anzeigt, mit der der Fahrer die nächste Ampel bei „Grün“ erreichen kann. Eine zusätzliche Komfortfunktion: Bei einem Ampelstopp bei „Rot“ zählt ein Timer die Zeit herunter, bis wieder „Grün“ ist.
Stopp-Start und Starter-Generatoren
Weitere Helfer sind Stopp-Start-Systeme, die inzwischen bereits ab 22 Kilometer pro Stunde einsetzen können, wie im Audi Q8, und den Motor wirklich erst dann starten, wenn das Fahrpedal betätigt wird; der Fahrer muss seinen Fuß nicht dauerhaft auf dem Bremspedal halten – so z. B. im Seat Tarraco. Starter-Generatoren im 48-Volt-Bordnetz unterstützen entweder riemengetrieben oder integriert zwischen Motor und Getriebe den Verbrennungsmotor oder rekuperieren. Zudem erlauben sie es, das Stoppen und erneute Starten des Motors extrem sanft durchzuführen, oder sie unterstützen den Verbrennungsmotor im Leerlauf und ermöglichen so eine niedrigere Leerlaufdrehzahl.
Hybrid- und Elektrofahrzeuge verfügen zudem teilweise über ein haptisches Fahrpedal. Es unterstützt den Fahrer – und signalisiert etwa mittels eines Druckpunktes im Pedal die maximal verfügbare elektrische Fahrleistung. Überdrückt der Fahrer diesen Punkt, schaltet beim Hybridmodell der Verbrennungsmotor zu.
Eco-Anzeigen mit persönlichen Highscores
Weiterhin erhält der Fahrer durch einen spürbaren Gegendruck im haptischen Fahrpedal eine Empfehlung zum Lösen des Fahrpedals. Folgt der Fahrer der Empfehlung, wird der Verbrennungsmotor abgeschaltet und vom Antriebsstrang abgekoppelt. Um den Fahrer optisch zum defensiven Fahren zu animieren, gibt es zudem schon länger sogenannte Eco-Anzeigen, auf denen zum Beispiel Blätter an einem Baum wachsen oder die schlicht mit grünen Balken eine Art „Highscore“ für gleichmäßiges Fahren (siehe Titelbild) anzeigen.
Neben allen Assistenzsystemen und technischen Ansätzen gilt jedoch grundsätzlich: Je weniger Gewicht bewegt werden muss, desto weniger Energie muss dafür aufgewendet werden. „Wir versuchen Leichtbau zu machen, das bringt uns was“, brachte es Thomas Hug, bei Mercedes-Benz verantwortlich für die CO2-Strategie, in Stuttgart auf den Punkt.
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