Ein neues Kältemittel kommt
Ab 2011 löst das Kältemittel R1234yf das bisherige R134a ab. Die Kfz-Werkstätten müssen sich darauf vorbereiten und ihre Ausrüstung sowie ihr Fachwissen erweitern.
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Seit Langem wird über die Einführung von alternativen Kältemitteln in Fahrzeugklimaanlagen diskutiert. Zur Auswahl stehen Verfahren, die wie etwa eine CO2-Anlage mit sehr hohen Betriebsdrücken arbeiten, aber auch Alternativen wie das Kältemittel HFO-1234yf.
Laut dem Unternehmen Dometic Waeco werden spätestens 2011 die Fahrzeughersteller eines dieser Kältemittel einsetzen. Denn laut der EU-Verordnung (EG Nr. 706/2007) dürfen ab dann Fluorkohlenwasserstoffe in neu entwickelten Fahrzeugen nicht mehr verwendet werden – wie das fluorierte Treibhausgas Tetrafluorethan R134a mit einem Global-Warming-Potential-Wert (GWP) größer als 150.
Für den Werkstattbetrieb bedeutet das, dass insbesondere zunächst markengebundene Werkstätten mit der Einführung eines neuen Kältemittels, egal ob CO2 oder HFO-1234yf, mit zwei verschiedenen Systemen arbeiten müssen.
Autos verramschen
Gemäß der erwähnten Verordnung verpflichtet sich die Fahrzeugindustrie weiterhin, ab dem 1. Januar 2017 keine Fahrzeuge mehr mit einem GWP-Wert über 150 zuzulassen.
Das heißt, hier könnte eine weitere Form einer Abwrackprämie zum Tragen kommen: Die Fahrzeuge, die zwischen 2011 und Ende 2016 noch mit dem Kältemittel R134a produziert werden, können zu vergünstigten Konditionen oder als Tageszulassungen auf den Markt gebracht werden.
Noch 26 Jahre R134a
Was bedeutet die Umstellung des Kältemittels für die Kfz-Betriebe? Da davon auszugehen ist, dass noch im Jahr 2016 Fahrzeugklimaanlagen mit dem Kältemittel R134a auf den Markt kommen, müssen die Werkstätten mit zwei verschiedenen Kältemitteln hantieren – und dementsprechend technisch ausgerüstet sein. Dometic Waeco geht davon aus, dass – bei einer durchschnittlichen Laufzeit von 20 Jahren – die Fahrzeuge mit dem Kältemittel R134a noch bis Ende 2036 in die Werkstätten zur Wartung und Reparatur kommen.
Allein aufgrund der immer geringer werdenden Füllmengen und -toleranzen ist es fragwürdig, ob Betriebe, die noch mit älteren Klimaservicegeräten arbeiten, diese Vorgaben erfüllen können. Maßgeblich ist dabei sowohl die Füllmengengenauigkeit als auch die Genauigkeitsklassifizierung der Kältemaschinen-Öleinfüllung.
Laut Dometic Waeco kommt es immer wieder zu Problemen in Klimaanlagen, wenn diese Füllmengen nicht exakt den Herstellervorgaben entsprechen. Tests haben ergeben, dass auch viele klimatechnische Defekte und Systemschäden aufgrund falscher Füllmengen entstehen.
Um den Klimaservice fachgerecht durchführen zu können, benötigen die Kfz-Werkstätten das richtige Equipment. Nebenstehend finden Sie eine Übersicht über Klimaservicegeräte sowie deren technische Daten.
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