Genau dort ließ der Automobilimporteur Max Hoffman 1955 mit Facel Vega einen neuen französischen Stern am Firmament der Luxusautomobile aufsteigen. Der ehemalige Citroen-Konstrukteur Jean Clément Daninos hatte in seinen Facel Vega Coupés und Cabriolets geschickt das Beste aus Alter und Neuer Welt vereinigt: Aus Detroit stammte die gewaltige Kraft hubraumstarker Chrysler-V8 und Frankreich vermittelte Couture und Chic. Das Ganze zu Preisen auf Rolls-Royce-Niveau, was für Hollywood-Idole kein Hindernis war. Tony Curtis, Danny Kaye, Dean Martin oder Ava Gardner, die beim Händler Hoffman gleich drei Facel Vega orderte, wurden Werbeträger für die Franzosen.
Ein Porsche für James Dean
Facel Vega war jedoch nur eine von über einem Dutzend Marken, die Mega-Händler Max Hoffman in den USA zum Durchbruch brachte. Seine „Hoffman Motor Company“ hatte schon 1950 den ersten Porsche 356 ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten gebracht. Als Hoffman sogar persönlich auf Porsche 356 bei Wettbewerben startete, dauerte es nicht mehr lange bis beinahe ein Drittel der Porsche-Gesamtproduktion in der Neuen Welt verkauft wurde. Hoffmans Einfluss war es auch, der 1952 den Porsche America Roadster realisierte - als Vorboten des Porsche 356 Speedster. Jenes Erfolgs-Sportwagens, der Mitte der 1950er die ganze amerikanische Westküste euphorisierte und den sich schließlich auch James Dean kaufte. Bis der erst 23-jährige Schauspieler im Herbst 1955 auf den noch schnelleren Porsche 550 Spyder wechselte, tragischerweise sein letztes Auto.
Seinen Einfluss auf Mercedes-Benz machte Max Hoffman erstmals 1954 nachdrücklich geltend. Damals debütierte auf der New Yorker Motor Sports Show das spektakuläre „Gullwing“-Coupé 300 SL – und gleich daneben der 190 SL als absoluter Publikumsliebling. Max Hoffman hatte sich von Mercedes eine Serienversion des Flügeltüren-Supercars gewünscht. Dazu einen offenen Tourensportwagen für alle Kunden, denen der 300 SL zu teuer und zu maskulin war. Tatsächlich fand der 190 SL besonders unter Frauen eine große Fangemeinde. Davon kündeten Leinwandstars der frühen Nachkriegsära wie Gina Lollobrigida und Grace Kelly. So markierte der 190 SL den Anfang der komfortbetonten SL-Reihe, während der 300 SL Urvater aller SLR-Racer wurde.
Enttäuschung für BMW
Nicht erfüllt haben sich indes Hoffmans Hoffnungen vom Super-Duo BMW 503 und BMW 507 mit der einzigen deutschen V8-Maschine. 1.500 Bestellungen pro Jahr erwartete der Händler allein vom Roadster 507. Doch diese Träume platzten wie Seifenblasen. Zu wenig PS-Leistung im Vergleich zu muskulösen amerikanischen V8, befanden Presse und potentielle Kunden schon im Juli 1955 beim Debüt im feinen New Yorker Hotel Waldorf-Astoria. Stattdessen viel zu hohe Preise, ganz besonders in Relation zu den neuen US-Sportlern Chevrolet Corvette und Ford Thunderbird. So wurden vom BMW 507 insgesamt nur 254 Exemplare verkauft und auch auf den BMW 503 reagierten die Kunden zurückhaltend. Trotzdem: Showstars wie Elvis Presley, der 1958 während seiner GI-Dienstzeit im hessischen Bad Nauheim einen weißen BMW 507 kaufte, brachten BMW in Amerika eine Bekanntheit, die künftigen Modellen den Boden bereitete.
Auch für eine heißblütige Italienerin setzte Hoffman die Initialzündung. Das Verkaufsgenie überzeugte Alfa Romeo 1955 von einer Spider-Version seiner schnellen Giulietta, die so manchem Porsche oder Jaguar davon fahren konnte. Erschwingliches italienisches Dolce Vita, das wollten die Amerikaner nun über Jahrzehnte nicht mehr missen, weshalb Dustin Hoffman 1967 eine neue Alfa Spider-Generation im US-Kultfilm „The Graduate – Die Reifeprüfung“ vorstellen durfte.
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