Expansionspläne von Stop + Go gescheitert

Redakteur: Vera Scheid

VW hat die Werkstattkette an das ehemalige Management verkauft. Damit ist die 2008 angestrebte Expansion der ehemaligen Konzern-Tochter gescheitert.

VW hat die Werkstattkette Stop + Go Anfang des Jahres an das Management seiner ehemaligen Tochtergesellschaft verkauft. Dies bestätigte ein Sprecher des VW-Konzerns am Dienstag auf Anfrage. Zu weiteren Details habe man Stillschweigen vereinbart.

Chef der Systemzentrale der Werkstattkette bleibe Detlef Seamisch, der auch unter der Leitung von VW Geschäftsführer war. Die Zentrale der ehemaligen VW-Tochter ist mittlerweile von Unna nach Jüchen umgezogen.

Mit einer Neuausrichtung des Werkstattkonzepts sollte 2008 die Serviceoffensive des VW-Konzerns verstärkt werden. Ziel war es, jährlich 20 neue Filialen und Franchisebetriebe zu eröffnen. Damit steckte sich der Konzern offenbar zu hohe Ziele. Die als potenzielle Partnerbetriebe anvisierten VW- und Audihändler waren 2008 nicht bereit, angesichts der konjunkturellen Lage in dieses Konzept zu investieren. Dies setzte sich in 2010 fort.

Servicemarkt überbesetzt

Zudem ist der Servicemarkt für ältere Fahrzeuge von großen Werkstattketten wie ATU, Pit Stop und Bosch-Car-Service sowie freien Werkstätten überbesetzt. Auch Automobilhersteller locken mit preisaggressiven Serviceangeboten.

Die Werkstattkette eröffnete seit 2006 deutschlandweit 24 Betriebe. In Berlin und Umgebung sind es neun. Jeweils ein Betrieb befindet sich in Düsseldorf, Wuppertal, Dortmund, Herne, Kassel. Nürnberg , Erfurt, Chemnitz, Halle und Leipzig. In Norddeutschland gibt es Betriebe in Hannover, Braunschweig, Bremen, Hamburg und Kiel. Bei der Neuausrichtung vor drei Jahren hatte die VW-Tochter Ballungsgebiete und Städte ab 100.000 Einwohner ins Visier genommen.

Mit dem Werkstattkonzept wollte VW Kunden ansprechen, deren Fahrzeuge älter als sechs Jahre sind. Nach der Pilotphase 2008 mit sechs Berliner Betrieben vermutete der damalige VW-Service-Leiter ein hohes Potenzial auf dem freien Servicemarkt.

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