Die großen Autohändler Deutschlands 2023 Fahrzeug-Werke Lueg: Neues Leben für Batterien

Von Wilfried Urbe 8 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die Fahrzeug-Werke Lueg stellen sich mit neuen Geschäftsfeldern wie dem Batterie-Recycling zukunftssicher auf. Im Vertrieb konzentriert sich die Gruppe auf Premium- und Luxussegmente an besonderen Standorten: Kunden sollen in Erlebniswelten eintauchen.

Die Fahrzeug-Werke Lueg reagieren auf den Vormarsch der Elektromobilität erschließen und Batterie-Recycling als neues Geschäftsfeld.(Bild:  Fahrzeug-Werke Lueg)
Die Fahrzeug-Werke Lueg reagieren auf den Vormarsch der Elektromobilität erschließen und Batterie-Recycling als neues Geschäftsfeld.
(Bild: Fahrzeug-Werke Lueg)

Nach wie vor steht die „Zukunftsstrategie 2025“ beziehungsweise „2030“ bei der Lueg AG im Zen­trum aller Aktivitäten. Das Ziel: die Entwicklung vom klassischen Autohaus zum innovativen Mobilitätsdienstleister. Das Unternehmen ist zu einer international tätigen Unternehmensgruppe mit drei Geschäftsfeldern geworden – Fahrzeughandel und -service, Karosserie- und Fahrzeugbau sowie Mobilitätsdienstleistungen. Das erforderte eine neue Organisationsstruktur. „Aus diesem Grund haben wir in diesem Jahr unsere Unternehmensstruktur der Entwicklung angepasst und eine Holding gegründet“, erklärt Martijn Storm, Vorstandssprecher Fahrzeug-Werke Lueg AG. So bildet seit dem ersten Oktober 2023 die Fahrzeug-Werke Lueg AG (FWL) das Dach der Lueg-Gruppe. Das bisher in der FWL angesiedelte operative Geschäft für Mercedes-Benz sowie Mercedes-Benz Rent wurde in eine neue Gesellschaft, die Lueg AG & Co.KG, überführt, während Smart und Ineos nun unter dem Dach der Lueg Mobility GmbH firmieren.

Die Lueg-Gruppe entwickele sich im Rahmen ihrer Zukunftsstrategie kontinuierlich weiter. „Wir beobachten Veränderungen im Markt, nutzen Chancen, wenn sie sich uns bieten, und treiben Innovationen voran“, sagt Storm. So habe Lueg im Frühjahr mit der Deppe-Unternehmensgruppe das Joint Venture „Re.Lion.Bat Circular GmbH“ gegründet. „Damit sind wir in die Wertschöpfungskette des Batteriemarktes von Elektrofahrzeugen eingestiegen.“ Storm geht davon aus, dass der Anteil der Pkw mit elek­trischem Antrieb im Jahr 2030 in Deutschland 30 Prozent des Gesamtbestands ausmachen wird. Das sei eine Menge und berge damit große Chancen für Lueg als Mobilitätsdienstleister. Das Joint Venture mit der Deppe-Unternehmensgruppe ist daher eine strategische Investition in die Zukunft. Über die Standorte in Nordrhein-Westfalen, Sachsen und der Schweiz soll ein dezentrales Logistiknetz für Entladung und Demontage aufgebaut werden. Gestartet ist die Gruppe aktuell mit einem Piloten in Sachsen, wo Prozesse des Batterie-Recyclings erprobt und dann ab 2024 sukzessive weiter ausgerollt werden sollen. Mit der dezentralen Abwicklung der Vorstufe des Recyclings, genannt „Discharging“ und „Dismantling“, möchte der Vorstand heute schon die künftige Auslastung der Standorte sichern. „Denn es werden durch die rasante Entwicklung der Elektromobilität künftig völlig neue Qualifikationen erforderlich sein – wie beispielsweise das sichere Entladen der Batterie“, prognostiziert Stefan Jansen vom Lueg-Vorstand. „Genau dafür haben wir bei Lueg bereits eine Vielzahl an spezialisierten Hochvoltmonteuren, die wir hier sinnvoll einsetzen können.“