Luftqualitätsrichtlinie der EU Kfz-Gewerbe fürchtet erneute Fahrverbote

Von Nick Luhmann 2 min Lesedauer

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Die EU-Pläne zur Einführung neuer Grenzwerte für Luftschadstoffe sieht das Kfz-Gewerbe kritisch. Denn diese seien kaum einzuhalten und würden wieder zu Fahrverboten in den Städten führen. Diese könnten dann sogar E-Autos treffen.

Die geplante EU-Richtlinie zur Verbesserung der Luftqualität in den Innenstädten könnte diesmal nicht nur alte Verbrenner treffen, sondern sogar Elektroautos aufgrund ihres höheren Reifenabriebs, kritisiert das Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg. (Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Die geplante EU-Richtlinie zur Verbesserung der Luftqualität in den Innenstädten könnte diesmal nicht nur alte Verbrenner treffen, sondern sogar Elektroautos aufgrund ihres höheren Reifenabriebs, kritisiert das Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Bis 2030 sollen die Richtwerte für verschiedene Luftschadstoffe, darunter Stickstoffdioxid und Feinstaub, um etwa 50 Prozent reduziert werden. Die EU plant demnach, neue und strengere Grenzwerte für Luftschadstoffe einzuführen.

Das Kraftfahrzeuggewerbe Baden-Württemberg hegt diesbezüglich ernsthafte Bedenken. „Wir erkennen die Notwendigkeit für eine gute Luftqualität zu sorgen und die Gesundheit unserer Bürger zu schützen an. Doch das neue EU-Gesetz zur Luftreinhaltung, auf das sich Unterhändler von EU-Parlament und Rat der Mitgliedstaaten am Dienstagabend verständigt haben, ist überambitioniert. Die vorgesehenen Grenzwerte für Stickstoffdioxid (NO2) und Feinstaub führen zu erheblichen Umsetzungsproblemen“, sagt Michael Ziegler, Präsident des Verbandes.

Denn die Städte hätten bereits erhebliche Fortschritte im Umweltschutz erzielt. Neue Auflagen würden laut Ziegler nur dazu führen, sich in kleinteiligen Debatten um Partikel zu verlieren, die dem Klimaschutz nicht helfen würden. Ziegler fürchtet zudem weitreichende Konsequenzen: „Sollten die neuen Grenzwerte in Kraft treten, stehen wir vor einem Dilemma. Sie werden fast unausweichlich zu umfassenden Fahrverboten in vielen Städten führen – und das nicht nur für ältere Diesel, sondern auch für moderne Verbrennungsmotoren sowie Elektro- und Hybridfahrzeuge. Letztere verursachen aufgrund ihres höheren Gewichts sogar noch mehr Reifen- und Bremsabrieb und damit mehr Feinstaub“, so Ziegler.

Praktikable Lösungen für Umweltschutzziele benötigt

Er fürchtet ein Szenario, bei dem nahezu jeglicher Auto- und Bahnverkehr eingestellt werden müsste, wenn die Werte dennoch nicht erreicht werden. Ziegler: „Das bedeutet viel Aufwand für einen geringen Nutzen, gepaart mit einer hochgradigen Verärgerung in der Bevölkerung und großem Schaden für die Wirtschaft. Es ist Zeit, den Fokus wieder auf realistische und umsetzbare Maßnahmen zu legen, die sowohl die Luftqualität verbessern als auch den Klimaschutz vorantreiben, ohne die Mobilität und die wirtschaftliche Lebensfähigkeit unserer Gesellschaft zu gefährden.“

Der Verband des baden-württembergischen Kraftfahrzeuggewerbes setze sich weiterhin für einen ausgewogenen Ansatz ein, der die Umwelt schütze, zugleich aber die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen in Baden-Württemberg respektiere. „Wir stehen bereit, mit allen Beteiligten zusammenzuarbeiten, um praktikable Lösungen zu finden, die sowohl den Umwelt- als auch den Klimaschutzzielen gerecht werden“, so Ziegler.

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