Fiat: "Outlet" sorgt für Ärger

Redakteur: Ingo Jagels

Ein in Giebelstadt bei Würzburg ansässiger freier Händler sorgt derzeit für Aufregung in der Fiat-Organisation. Das Unternehmen bekommt seine Fahrzeuge angeblich direkt von Fiat Auto S.p.A. in Turin.

Ein in Giebelstadt bei Würzburg ansässiger freier Händler sorgt derzeit für Aufregung in der Fiat-Organisation. Das Unternehmen, das in einer heute als Gewerbegebiet genutzten ehemaligen Kaserne ansässig ist, wirbt in großflächigen Anzeigen unverblümt mit dem Namen "Fiat Outlet" und bietet nach eigenen Angaben "Deutschlands billigste Fiat, Alfa und Lancia" an.

"Das 1. Auto-Outlet Europas für Fiat-, Alfa- und Lancia- Tageszulassungen und Gebrauchtwagen-Überbestände" gibt in der Annonce ganz offen an, woher die Fahrzeuge stammen, die es bis zu 42 Prozent unter Listenpreis anbietet: nämlich angeblich direkt von Fiat Auto S.p.A. in Turin. "Wir haben einen Belieferungsvertrag mit dem Hersteller und handeln im Monat etwa 500 bis 600 Fahrzeuge", erklärt Geschäftsführer Jens Josephi im Gespräch mit »kfz-betrieb«. Zu den Kunden zählten vor allem Großhändler, aber auch Fiat-Partner und Endverbraucher.

Der zweite Geschäftsführer der Firma, Patrick Kube, versichert, dass man nicht auf Konfrontationskurs mit den offiziellen Fiat-Händlern gehen wolle: "Wir vermarkten hier den klassischen Überbestand, den der Importeur und das Fiat-Händlernetz nicht abdecken.".

Klage eingereicht

Die Fiat Automobil AG ist indessen sehr verärgert über die Aktivitäten des freien Händlers. "Wir sind bereits im September vergangenen Jahres gegen die unrechtmäßige Verwendung unseres Markennamens vorgegangen", betont Vorstandsvorsitzender Werner H. Frey. Nachdem das "Fiat Outlet" mit einem leicht geänderten Namen nun wieder in Erscheinung tritt, habe Fiat vor dem Landgericht Frankfurt Klage erhoben.