Fahrbericht

Ford F-150 Lightning: Das Auto fürs Armageddon

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In einem Punkt unterscheidet sich der Lightning allerdings doch vom normalen F-150: Er fährt viel besser. Ja, auch ein F-150 Raptor bringt das Blut in Wallung. Doch wo der seine 450 PS mit dem Feingefühl einer Dampfwalze entfaltet, schlägt der Blitz ohne Vorwarnung ein.

Eben noch ganz lässig mitgeschwommen im Verkehr, genügen eine Pole-Position an der Ampel, ein beherzter Fußtritt und eine freie Spur danach, um die Welt von jetzt auf sofort aus den Angeln zu heben und den Kaffee aus dem Becher auf breiten Sessel zu schütteln.

In fünf Sekunden auf Tempo 100

Das ist freilich kein Wunder, bei serienmäßig permanentem, statt sonst allenfalls zuschaltbarem Allradantrieb und 452 PS schon in der Basis – oder gar 580 PS in der Top-Version und bei immer maximal 1.050 Nm, die nahezu unmittelbar anliegen.

Mit einem Sprintwert von nicht einmal fünf Sekunden fühlt sich der immerhin rund drei Tonnen schwere Pick-Up deshalb beim Kickdown verdächtig nach Porsche an, und mit etwas mehr als 170 km/h hat lässt ihm Ford sogar etwas mehr Leine als den klassischen Pick-ups, die in der Regel bei 160 km/h eingebremst werden.

Nur an der Ladesäule ist der F-150 nicht bei den schnellsten: Weil Ford aufs Geld und mehr noch auf die Zeit geschaut hat, hat sich Detroit gegen ein 800 Volt-System entschieden. So lädt der Lightning nur mit bis zu 150 kW, entsprechend dauert es von 10 auf 80 Prozent rund 40 Minuten.

Im Land des Fast-Foods ist das für eine Pause womöglich zu lang. Erst recht, wenn eben nicht nur Luxusmarken wie Tesla, Lucid oder Porsche schneller laden, sondern auch Hyundai und Kia.

400 Liter Stauraum

Zwar sieht der Lightning bis auf die LED-Inszenierung an Bug und Heck außen und das große Tablet vor der Mittelkonsole drinnen aus, wie jeder andere F-150, weil Projektleiter Zhang die Millionen Bestandskunden nicht mit einem Raumschiff-Design verschrecken.

Doch natürlich steht der Pritschenwagen auf einer neuen Plattform mit der Batterie im Boden und den Motoren and en Achsen, die Zhang noch eine weitere Innovation ermöglicht hat: Den größten Frunk, den es bislang bei einem Elektroauto gibt.

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Dort, wo sonst die Verbrenner rödeln, gibt es nun 400 Liter Stauraum, die zum ersten Mal bei einem Pick-up vor Dreck und Dieben geschützt sind. Wer will, der kann an den Steckdosen unter der Haube genau wie auf der Pritsche sein Werkzeug anschließen oder in der ausspritzbaren Wanne samt Ablaufstöpsel auch Getränke kühlen oder den Fang vom Angeln nach Hause fahren.

Export noch in weiter Ferne

Bewährte Eigenschaften und neue Errungenschaften – das kommt bei den Amerikanern offenbar an. Nicht umsonst hat Ford binnen weniger Wochen so viele Bestellungen bekommen, dass sie in Detroit bei 200.000 Orders im letzten Dezember erst einmal die Annahme gestoppt haben. Auch wenn die Produktionskapazität bereits verdoppelt wurde, wird es wohl über ein Jahr dauern, bis allein diese Vorbestellungen abgearbeitet sind.

Des einen Freud, ist des anderen Leid: Während Chefentwickler Palmer mit breiten Schultern und noch breiterem Grinsen von der Bühne steigt, dürften sie bei Ford in Europa angesichts dieser Zahlen lange Gesichter machen. Denn auch wenn der Lightning die perfekte Zugnummer wäre für die Umstellung auf eine rein elektrische Flotte bei den Pkw bis 2030 und den Nutzfahrzeugen bis 2035, rückt ein Export damit wohl erst mal in weite Ferne.

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