Elektromobilität Freie Händler kritisieren E-Prämie

Von Doris S. Pfaff 2 min Lesedauer

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Kritik an der Kaufprämie übt der Bundesverband der freien Händler. Denn diese beziehe sich ausschließlich auf Neuwagen. Um Verbraucher zu entlasten und die E-Mobilität zu fördern, müsse die Bundesregierung nachbessern.

Eine reine Prämie für elektrische Neuwagen lehnt der Bundesverband der freien Autohändler ab. Sie müsse um eine Kaufförderung auch für gebrauchte Stromer ergänzt werden. (Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Eine reine Prämie für elektrische Neuwagen lehnt der Bundesverband der freien Autohändler ab. Sie müsse um eine Kaufförderung auch für gebrauchte Stromer ergänzt werden.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Der Bundesverband freier Kfz-Händler (BVfK), nach eigenen Angaben der mit über 1.000 Mitgliedern größte vergleichbare Verband in Deutschland, kritisiert die von der Bundesregierung angekündigte Kaufprämie für Elektrofahrzeuge. Der BVfK unterstütze das politische Ziel, emissionsarme Mobilität zu fördern und Arbeitsplätze in der Automobilwirtschaft zu sichern. Gleichzeitig warne der Verband aber vor Fehlanreizen, wie sie frühere kurzfristige Subventionsprogramme bereits ausgelöst haben. „Subventionen erzeugen häufig nur Strohfeuer und führen zu massiven Marktverschiebungen“, betont BVfK-Präsident Ansgar Klein. Nicht nur die Abwrackprämie 2009 habe gezeigt, dass künstlich erzeugte Nachfragepeaks anschließend zu Einbrüchen führen – ohne nachhaltigen Mehrabsatz.

Auch gebrauchte Elektrofahrzeuge fördern

Ein zentrales Risiko sieht der Verband in einer erneuten einseitigen Subventionierung von Neufahrzeugen. Sie verringere den Innovationsdruck auf Hersteller und führe zu steigenden Preisen sowie erheblichen Wertverlusten für Verbraucherinnen und Verbraucher. Um insbesondere Haushalte mit kleineren Einkommen zu entlasten, fordert der BVfK daher die Einführung einer Förderung für gebrauchte BEVs nach folgendem Muster:

  • 50 Prozent der Neuwagenprämie für Fahrzeuge bis 3 Jahre/50.000 km
  • 30 Prozent der Neuwagenprämie für Fahrzeuge bis 5 Jahre/80.000 km

Nur so könne Elektromobilität wirklich in der Breite ankommen. Auch die Umwelt habe keinen Vorteil, wenn geförderte Elektrofahrzeuge als Gebrauchte auf Halden verschwinden und in der weiteren Handelsstufe keine Verbrenner ablösen.

Gleichbehandlung von EU-Neufahrzeugen

Der BVfK kritisiert zudem die frühere Praxis, EU-Neufahrzeuge aufgrund von Tageszulassungen förderrechtlich als Gebrauchtfahrzeuge zu behandeln. Dies habe sowohl Verbraucher als auch den für den Wettbewerb wichtigen EU-Neuwagenhandel massiv benachteiligt. Der Verband fordert daher eine klare Gleichstellung von EU-Neuwagen, wie sie auch der europäische Rechtsrahmen vorsieht.

Ganzheitliches Umwelt- und Mobilitätskonzept nötig

„Es braucht ein Fördermodell, das Umwelt, Marktmechanismen und soziale Gerechtigkeit gleichermaßen berücksichtigt“, betont Götz Knoop, Referat Politik beim BVfK. Kurzfristige Maßnahmen dürften nicht erneut ausschließlich den Herstellern zugutekommen: „Im Kfz-Gewerbe jenseits der Werkstore arbeiten weit mehr Menschen als in den Fabriken selbst. Ein Förderprogramm darf nicht zu Kollateralschäden u.a. beim freien Handel führen.“

Der BVfK biete der Bundesregierung in einer ausführlichen Stellungnahme seine umfassende Branchenexpertise an, um ein nachhaltiges, generationenübergreifendes Konzept für den Ausbau der Elektromobilität zu entwickeln, teilte der Verband mit.

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