Fuchs Schmierstoff-Spezialist wächst trotz wachsender Krisen

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Der Ukrainekrieg und der Nahost-Konflikt haben die Entwicklung von Fuchs Schmierstoffe in Deutschland und global nicht belastet. Der Nettogewinn ist gewachsen, doch für 2024 sind die Planungen eher konservativ.

Das Jahr 2023 ist für Fuchs Lubricants ist das Jahr 2023 gut gelaufen. (Bild:  Fuchs)
Das Jahr 2023 ist für Fuchs Lubricants ist das Jahr 2023 gut gelaufen.
(Bild: Fuchs)

Der Schmierstoffhersteller Fuchs will nach Zuwächsen im vergangenen Jahr weiter zulegen. „Wir blicken aufgrund einer Vielzahl von Wachstumsprojekten trotz all der bestehenden Unwägbarkeiten zuversichtlich auf das vor uns liegende Jahr“, sagte Vorstandschef Stefan Fuchs am Dienstag laut einer Mitteilung. Der Umsatz soll 2024 auf rund 3,6 Milliarden Euro wachsen. Dabei geht das Management bei stabilen Preisen von höheren Absatzmengen aus.

Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern taxiert der Unternehmenschef bei rund 430 Millionen Euro. Dazu beitragen soll ein konsequentes Kostenmanagement, so will der Konzern neue Mitarbeiter nur begrenzt einstellen. Geopolitisch sei neben dem seit über zwei Jahren andauernden Ukrainekrieg ein neuer Krisenherd im Mittleren Osten hinzugekommen, sagte Fuchs. Die Angriffe der Huthi-Rebellen auf Schiffe im Roten Meer verstärkten die Unsicherheiten. Wie sich all das auf die wirtschaftliche Entwicklung sowie die Rohstoff- und Verkaufspreise auswirken werde, sei schwer vorherzusagen.

Im vergangenen Jahr kletterte der Umsatz der Gruppe im Jahresvergleich um vier Prozent auf 3,54 Milliarden Euro, wie das im M-Dax notierte Unternehmen am Dienstag in Mannheim mitteilte. Bereinigt um negative Wechselkurse wären die Erlöse um neun Prozent geklettert. Der Analyst Anil Shenoy von der britischen Investmentbank Barclays sagte, das Unternehmen habe trotz eines rückläufigen Absatzes in der Region Europa, Naher Osten und Afrika besser abgeschnitten als erwartet. Der Ausblick auf das Jahr 2024 sei eher konservativ.

Positive Entwicklung in Deutschland

„In Deutschland haben wir uns besser geschlagen als der Markt“, sagte Fuchs. Allerdings sehe er deutliche Marktrückgänge, etwa in dem Metallbearbeitungsgeschäft. Produktionsunternehmen hätten sich aus Deutschland zurückgezogen. Wenn er die ein oder andere Ankündigung von Politiker sehe, frage er sich, ob die Wirtschaft hierzulande in diesem Maße so erwünscht sei, so der Manager. Deshalb mache er sich eher Sorgen um Deutschland als um den Rest der Welt.

Noch besser lief es operativ: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte 2023 um 13 Prozent auf 413 Millionen Euro zu. Während Fuchs in der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika sowie in Nord- und Südamerika operativ mehr verdiente, ging das Ergebnis im asiatischen Raum wegen einer zurückhaltenden wirtschaftlichen Entwicklung in China leicht zurück.

Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 283 Millionen Euro, das waren neun Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Mit den Werten traf Fuchs die Erwartungen von Analysten in etwa. Die Dividende soll für Vorzugsaktionäre um vier Cent auf 1,11 Euro je Papier zulegen.

Unternehmensnachfolge in Vorbereitung

Für das Unternehmen, das mehr als 6.200 Mitarbeiter beschäftigt, ist vor allem die Auto- und Nutzfahrzeugindustrie wichtig. Mit ihr erzielt Fuchs Petrolub etwa die Hälfte des Umsatzes. Der Umbruch vom Verbrennungsmotor hin zum Elektromotor führt deshalb auch bei Fuchs zu Veränderungen. Daneben hat der Konzern aber auch Kunden aus Bereichen wie Maschinenbau, Metallverarbeitung, Bergbau, Luft- und Raumfahrt sowie Land- und Forstwirtschaft.

Derweil hat das Unternehmen bereits die Nachfolge für Unternehmenschef Stefan Fuchs eingeleitet. Seit Anfang des Jahres ist der 44-jährige Timo Reister stellvertretender Vorstandvorsitzender, der im Führungsgremium für die Regionen Amerika und Asien-Pazifik zuständig ist. Spätestens in vier Jahren will der 56-jährige Stefan Fuchs eigenen Angaben zufolge die Führung abgeben. Allerdings gehe die Firma immer vor, schränkte der Manager ein. Die Familie könne mit 55 Prozent der Stammaktien die Unabhängigkeit der Firma garantieren.

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