Genfer Salon Fünf abgefahrene Nischenmodelle und Konzeptfahrzeuge

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Der Genfer Salon stand viele Jahre lang nicht nur für die wichtigsten PS-Premieren der Saison, sondern auch für viele neue Nischenmodelle. Während die seriösen Sensationen in diesem Jahr rar gesät waren, ließen sich die Tüftler den Spaß nicht verderben.

Der französische Tüftler und Tuner Ludovic Lazareth hat ein Bike entwickelt, das auch fliegen kann.(Bild:  Benjamin Bessinger)
Der französische Tüftler und Tuner Ludovic Lazareth hat ein Bike entwickelt, das auch fliegen kann.
(Bild: Benjamin Bessinger)

Ja doch, der Genfer Salon 2024 war ein Trauerspiel und nach der Absage aller, aber wirklich aller etablierten Hersteller außer Renault ist er nicht einmal mehr ein Schatten seiner selbst. Und auch die paar versprengten Chinesen und Lucid aus den USA können ihn nicht wirklich aufhellen. Doch was ihm vom elektrischen R5 abgesehen an relevanten Neuheiten für die Serie fehlt, das macht eine Handvoll Nischenhersteller halbwegs wieder wett. Denn während die Großkonzerne mit Abwesenheit glänzen, halten zumindest sie dem Genfer Salon als Bühne für schräge Studien und phantasievolle Kleinserien die Treue, wie diese fünf Beispiele zeigen.

Lazareth LMV 496

Zwar sind Motorräder im Stau schon jetzt im Vorteil. Doch dem französischen Tüftler und Tuner Ludovic Lazareth war das offenbar nicht genug. Deshalb hat er ein Bike entwickelt, das auch fliegen kann. Dafür lassen sich die vier elektrisch angetrieben Räder des Motorrads binnen 60 Sekunden um 90 Grad zur Seite klappen und werden dann zu Turbinen, die zusammen 1.280 PS leisten und das 140 Kilo schwere und auf dem Boden bis zu 150 km/h schnelle Gefährt samt Fahrer in die Luft tragen. Ob dafür der normale Führerschein reicht? Darüber hat sich Lazareth noch keine Gedanken gemacht. Denn obwohl seit fünf Jahren mehr oder minder fertig und angeblich für rund eine halbe Million im Handel, fehlt dem LMV 496 die Straßenzulassung.

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Kimera EVO38

Als die italienische Retro-Schmiede Kimera vor drei Jahren den Resto-Mod EVO37 präsentiert hat, waren nicht nur Rallye-Fans verzückt. Denn zu den spektakulären Formen im Geist des Lancia 037 aus den Achtzigerjahren kamen Fahrleistungen, die auch heute noch für Herzrasen sorgen. Zwar war der Preis von etwa 480.000 Euro netto ein heilsames Gegenmittel, doch haben sich davon viele Fans nicht abschrecken lassen. Und jetzt legen die Italiener noch einmal nach – aus dem EVO37 wird mit ein paar Designretuschen der EVO38. Vor allem aber gibt es ein technisches Update. Ein Allradantrieb ersetzt den Heckantrieb, und der Vierzylinder-Motor legt mit einem neuen Lader um 20 Prozent auf 600 PS zu, die mit kaum mehr als 1.100 Kilo wohl leichtes Spiel haben dürften. Dass damit auch der Preis steigt und wohl deutlich über 500.000 Euro klettert, versteht sich von selbst. Nur verschrecken wird das kaum jemanden. 

Dacia Sandrider

Während der Lancia 37 als Vorbild für den EVO38 seine Rallye-Karriere seit bald einem halben Jahrhundert hinter sich hat, hat sie der Dacia Sandrider noch vor sich. Denn mit diesem Wüstenfloh will die rumänische Renault-Tochter im nächsten Jahr nach Dakar stürmen. Und auch wenn sich Dacia anders als etwa Audi bei seinem Engagement irgendwelche elektrischen Extravaganzen verkneift, hängen die Rumänen dem kaum mehr als vier Meter langen Zweisitzer ein grünes Mäntelchen um: Der 360 PS starke V6-Twin-Turbo füllt seine drei Liter Hubraum zumindest im offiziellen Training und im Rennen ausschließlich mit E-Fuel. 

Yangwang U8

Er dreht wie ein Kreisel auf der Stelle, kann das Heck seitlich in eine enge Parklücke ziehen und zur Not sogar eine halbe Stunde im offenen Wasser schwimmen – mit solchen Gimmicks hat es der Yangwang U8 in China bereits zum Star in den sozialen Netzwerken gebracht. Und wer eher in klassischen Kategorien denkt, der bekommt bei dem Koloss mit dem Look des Land Rover Defender und einer Technik wie beim kommenden Mercedes EQG plus Range Extender ebenfalls Schnappatmung: 1.200 PS und 1.300 Nm ermöglichen den Sprint von 0 auf 100 km/h in weniger als vier Sekunden und bei Vollgas immerhin bis zu 200 km/h. In China ist der U8 für Preise ab umgerechnet 140.000 Euro bereits im Handel. Jetzt überlegt der Mutterkonzern BYD laut, ob der vornehme Ableger der Marke auch in Europa eine Chance hat. Dabei gibt es für den U8 nur ein Problem. Nein, nicht den Reifenabrieb beim sogenannten Tank-Turn. Sondern das Gewicht: Mit gut 3,5 Tonnen ist er für den Pkw-Führerschein zu schwer. 

Renault Moonbike

Als hätte Renault mit dem elektrischen R5 nicht schon genug zu bieten, haben die Franzosen auch noch fünf französische Start-ups und Designer für coole Mobilitätsprojekte auf die Bühne gebeten – und dabei zum Beispiel das Snowbike ins Rampenlicht gerückt. Hinten mit Kette und vorne mit Ski pflügt es elektrisch durch den Schnee und erreicht dabei Geschwindigkeiten von bis zu 42 km/h. Der Akku hält im besten Fall drei Stunden oder 50 Kilometer. Dass das Spielzeug für Winterhipster gute 10.000 Euro kostet, stört das Interesse der Lifestyle-Gesellschaft weniger. Schließlich können die bald beim Auto sparen und mit dem R5 einen coolen elektrischen Kleinwagen für gerade mal 25.000 Euro kaufen. 

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