In der Nutzfahrzeugbranche war der Diesel bislang nahezu alternativlos. Schaut man sich die Trends der IAA Transportation 2022 an, machen künftig andere und vor allem umweltfreundliche Antriebsarten das Rennen.
Elektro-Lkw wie der Nikola Tre BEV werden mittlerweile in Serie gebaut.
(Bild: Nikola)
Die IAA Transportation ist am Sonntag, 25. September, zur Zufriedenheit der Veranstalter zu Ende gegangen. Die Messe, die frühere IAA Nutzfahrzeuge, habe „die ganze Bandbreite der Logistik, von Lkw bis Lastenrad, von Lieferwagen bis Paketdrohne gezeigt“, sagte Hildegard Müller, die Präsidentin des ausrichtenden Verbands der Automobilindustrie, zum Abschluss der Leistungsschau. „Der große Zuspruch der Aussteller und Besucher zeigt, wie richtig dieser neue Ansatz ist.“
IAA Transportation: Die Zukunft der Nutzfahrzeugbranche
Müller verriet allerdings nicht, wie viele Besucher tatsächlich gezählt wurden. Auch in einer Mitteilung der Messe ist nur sehr allgemein von zufriedenen Veranstaltern, Besuchern und Ausstellern die Rede. Konkreter wurde die Messe bei den Ausstellern: 1.402 Unternehmen aus 42 Ländern hätten sich an der IAA Transportation beteiligt, rund zwei Drittel der Aussteller kamen nicht aus Deutschland. Erstmals waren 68 Start-ups in Hannover vertreten.
Bereits die vor drei Jahren letztmalig in Frankfurt abgehaltene Pkw-Ausgabe der IAA hatte im Zeichen des E-Autos gestanden. Nun scheint die Nutzfahrzeugbranche an einem ähnlichen Wendepunkt angelangt. Die Neuheiten und Trends der diesjährigen IAA Transportation sprechen eine deutliche Sprache. Die vielen vorgestellten Weltneuheiten hatten einen Schwerpunkt rund um die Elektrifizierung und Klimaneutralität des Antriebsstranges. Und dabei durchdringen die New-Energy-Antriebe mittlerweile nahezu jedes Segment.
BEV-Lösungen für den Lkw-Fernverkehr
Batterieelektrische Antriebe werden, das zeichnet sich auf der IAA ab, bald auch im Fernverkehr eingesetzte Lastwagen antreiben. Wie das aussehen kann, zeigt MAN mit dem E-Truck, den MAN-Chef Alexander Vlaskamp mit den Worten „In den nächsten Jahren ist E das Maß aller Dinge“ enthüllt. Drei bis sechs Batteriepacks mit 300 bis 500 kWh Speicherkapazität lassen sich in dem Sattelschlepper unterbringen. Außerdem eignet sich das Fahrzeug fürs Megawatt-Charging und damit für ein sehr schnelles Nachtanken. 600 bis 800 Kilometer Reichweite verspricht MAN.
In einer späteren Ausbaustufe soll der bis zu 350-kW/476-PS-starke E-Truck sogar bis zu 1.000 Kilometer schaffen. Ende 2023 soll die Produktion einer Serienversion starten, 2024 die ersten Fahrzeuge in Kundenhand gehen.
Ähnlich aufgestellt ist der ebenfalls fürs Megawatt-Charging gerüstete E-Actros Long Haul von Daimler Trucks, der mit bis zu 600 kWh großen Akkus und im Zusammenspiel mit einem E-Trailer mit über 800 Kilometer Reichweite dienen kann. Erste Kundenfahrzeuge sind wie bei MAN ebenfalls für 2024 geplant.
Zeitlich schon etwas weiter, doch nicht ganz so reichweitenstark, ist der von Nikola und Iveco gebaute und bereits bestellbare Tre BEV mit stolzen 738 kWh und bis zu 500 Kilometer Reichweite. Mit einem 175-kW-Lader soll dieser ein Nachtanken von 10 auf 90 Prozent in unter 3 Stunden erlauben.
Ähnlich weit können auch die Baureihen XF und XF von DAF rein elektrisch fahren. Für die Lkw stehen zwischen 170 kW/231 PS und 350 kW/476 PS Motorleistung sowie Batterie-Packs für 200 und 500 Kilometer zur Wahl. Laden lassen sich die XXL-Stromer mit bis zu 325 kW Leistung.
Wasserstoff im Lkw-Fernverkehr
Eine ernste Alternative zu den neuen BEV-Lösungen bleiben im Langstreckeneinsatz wasserstoffbasierte Antriebe. So wurden auf der IAA gleich mehrere Brennstoffzellen-Lkw vorgestellt. Dazu gehört auch der Nikola Tre FCEV. Dessen ebenfalls von Iveco stammende 6x2-Sattelzugmaschine soll rund 70 Kilogramm Wasserstoff mitführen können, was für 800 Kilometer reichen soll.
Wie der Nikola ist auch der QHM FCEV Heavy-Duty der Firma Quantron ein Stromer mit kleinem Akku und großem H2-Tank. Mit 54 Kilogramm Wasserstoff und 400 kW/544 PS sollen 700 Kilometer Reichweite drin sein, mit 116 Kilogramm Tankvolumen werden sogar 1.500 Kilometer versprochen. Bereits nächstes Jahr will Quantron ausliefern. Voraussichtlich ein Jahr später will die Firma Keyou zu Wasserstoffverbrenner umgerüstete Lkw in Kundenhand übergeben.
Statt elektrisch fahren diese allerdings ähnlich wie ein Diesel, ohne jedoch ruß- und CO2-haltige Abgase zu produzieren, denn aus dem Auspuff soll nur Wasser kommen. Deshalb bekam Keyou auch die Erlaubnis, auf seinem Stand in Halle 12 den Motor eines 18-Tonner-Lkw-Prototypen zu starten.
Stand: 08.12.2025
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Die Brennstoffzelle für Kleintransporter
Neben großen Lastern werden künftig auch elektrisch angetriebene Kleintransporter dank Brennstoffzellentechnik mit kleinen Batterien große Reichweiten erlauben. So zeigt Renault auf seinem Stand die mit dem Joint-Venture-Partner Hyvia entwickelten H2-Tech-Versionen vom Master – Bus, Fahrgestell und Kastenwagen – vor.
Letztgenannter soll dank großzügig dimensionierter Wasserstofftanks, 30-kW-Brennstoffzelle und 33-kWh-Batterie 500 Kilometer weit fahren. 2023 sollen die ersten H2-Fahrzeuge nach Deutschland kommen. In kleiner Stückzahl und zu vorerst vergleichsweise hohen Preisen – doch ein Anfang muss ja gemacht werden.
Das denkt man sich auch beim Reifenhersteller Michelin, der auf der IAA seine ambitionierten Ziele mit der Tochter Symbio vorstellt. Der für seine Reifen bekannte Industrieriese will mit Symbio 2024 in die Brennstoffzellenproduktion auf Großserienniveau einsteigen und ab 2030 mehr als 200.000 Brennstoffzellensysteme pro Jahr produzieren.