Gefahren: Audi A8 – Der kann mehr als er darf

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Zum Verkaufsstart werden zunächst nur die beiden V6-Motoren mit drei Litern Hubraum angeboten. In der Benziner-Version als A8 55 TFSI leistet der Luxusliner 250 kW/340 PS und verfügt über 500 Nm Drehmoment. Als 210 kW/286 PS starker Selbstzünder A8 50 TDI entwickelt das Flaggschiff gar 600 Nm Drehmoment. In beiden Fällen reicht das für Tempo-100-Sprints unter sechs Sekunden, elektronisch begrenzte Spitzengeschwindigkeiten von 250 km/h.

Beide Sechszylinder-Triebwerke, die immer an eine Achtgang-Tiptronic gekoppelt sind, mögen bei statusbewussten Zeitgenossen vielleicht durchfallen, rational zu begründen ist das nicht. Denn auf ersten Testrunden zeigten sie sich in allen Situationen souverän und nie ernsthaft überfordert oder angestrengt. Selbst bei der Laufruhe bewegt sich der Diesel auf dem Benziner-Niveau.

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Die Vorzüge des Dieselmotors machen sich bei großen Limousinen wie dem A8 natürlich besonders stark in puncto Verbrauch und CO2-Emissionen bemerkbar. So ist der allerdings nicht sehr realistische Normwert von 7,5 l/100 km Super schon für den TFSI gewiss nicht schlecht, der TDI zeigt sich mit 5,6 Litern Diesel in dieser Disziplin aber um fast zwei Liter besser. Für den CO2-Ausstoß bedeutet dies 145 zu 171 g/km zugunsten des Selbstzünders.

Auch eine Plug-in-Hybrid-Variante, die in der Kombination eines V6-Benziners mit einem Elektromotor 450 PS leisten und deren Batterie nicht nur an Steckdose, sondern auch induktiv ohne Kabel wieder aufladbar sein soll, ist für 2018 versprochen. Ebenso fürs kommende Jahr fest eingeplant sind V8-Versionen als Diesel (435 PS) und Benziner (460 PS) sowie, vor allem im Hinblick auf beiden stärksten Märkte in China und USA, auch wieder ein Zwölfzylinder mit 585 PS, der heute schon bei Bentley im Einsatz ist.

Die Ingolstädter setzen ihren Luxusdampfer aber nicht erst mit dem Plug-In-Hybriden unter Strom, denn sämtliche A8-Varianten verfügen serienmäßig über einen elektrifizierten Antriebsstrang und sind als sogenannte Mild-Hybride mit einem Riemenstartergenerator und einer Lithium-Ionen-Batterie mit 10 Ah elektrischer Kapazität ausgestattet. Versorgt von einem 48-Volt-Bordnetz kann der A8 zwischen 55 und 160 km/h mit ausgeschaltetem Motor damit bis zu 40 Sekunden emissionsfrei „segeln“ und der Start-Stopp-Betrieb ist schon ab 22 km/h möglich. Maßnahmen, die den Verbrauch bis 0,7 l/100 km senken können.

Auch beim Fahrwerk stößt Audi in neue Dimensionen vor und will mit der Dynamik-Allradlenkung und dem AI-Aktivfahrwerk, einem vollaktiven elektromechanischen Federungssystem, den Spagat schaffen zwischen dem samtigen Abrollen einer klassischen Luxuslimousine und der Dynamik eines Sportwagens. Speziell die mitlenkende Hinterachse sorgt spürbar für eine sehr direkte Umsetzung der Lenkbefehle, der A8 gibt sich agil und sportlich, beweist auf holprigem Geläuf ein bemerkenswertes Schluckvermögen und lässt sich im engen Stadtgewühl deutlich besser rangieren. Mit einem Wendekreis von 11,4 Meter bewegt sich der Fünf-Meter-Kreuzer auf dem Niveau eines A4.

Armada von 40 Assistenzsystemen verfügbar

Aus der auf über 40 Assistenzsysteme angestiegenen Armada der elektronischen Helferlein sei nur ein neuer Schutz vor einem drohenden Seitenaufprall hervorgehoben. Erkennt das System die Gefahr eines seitlichen Crashs, wird die Karosserie um acht Zentimeter angehoben, damit der Aufprall gegen die stabileren Seitenschweller erfolgt.

Fazit: Es steckt tatsächlich viel Innovationskraft im neuen Audi A8, der in der Verfolgerrolle gegenüber S-Klasse und Siebener viel Boden gut macht. Das hat seinen Preis. Für Audi, weil man durch die vielen Neuerungen vom strikten Leichtbau-Kurs etwas abgekommen ist und selbst die Basisversion bereits mit rund zwei Tonnen zu Buche schlägt. Und für die Kunden: Weil der Einstieg in die A8-Welt mit 90.600 Euro für den 50 TDI und mit 93.500 Euro für den 55 TFSI höher ausfällt als bei der deutschen Nobelkonkurrenz. Und die ganzen schönen neuen Systeme sind in diesem Tarif ohnehin noch nicht drin.

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