Gefahren: Cadillac Escalade – neuer König, neue Gesetze

Schon die Kurzversion für Europa grenzwertig groß

| Autor: Jens Meiners

Wenn er 2015 nach Europa kommt, wird Cadillac für den neuen Escalade vermutlich deutlich über 70.000 Euro haben wollen.
Wenn er 2015 nach Europa kommt, wird Cadillac für den neuen Escalade vermutlich deutlich über 70.000 Euro haben wollen. (Foto: Meiners)

Schon lange bevor die Bezeichnung „Sport Utility Vehicle“ aufkam, galten die großen Geländewagen von General Motors als ultimativer Ausdruck von Luxus. Diese Anerkennung manifestierte sich in dem Ehrentitel „Texas Cadillac“, den der Chevrolet Suburban im Volksmund trug. Noch heute zählt der schwere Geländewagen – gemeinsam mit seinem kurzen Schwestermodell Tahoe – zu den beeindruckenden Erscheinungen auf den amerikanischen Highways.

Als „Texas Cadillac“ bezeichnet den großen Chevrolet allerdings keiner mehr. Denn seit mittlerweile 15 Jahren gibt es einen echten Cadillac, der auf der gleichen Plattform wie Tahoe und Suburban aufbaut, seine Schwestermodelle jedoch geradezu profan wirken lässt. Das gilt auch für die nunmehr vierte Generation des Escalade auf der GMT-K2-Architektur, die wenige Wochen nach den Chevrolet-Modellen vorgestellt wurde – und zum Modelljahr 2015 offiziell nach Europa kommen wird.

Der Auftritt des Escalade ist nochmals eindrucksvoller geworden. Sein gewaltiger Chromgrill, die gleißenden Scheinwerfer mit vertikal angeordneten LED-Modulen und die nunmehr bis zum Dach reichenden Rückleuchten sorgen für Familienähnlichkeit mit dem übrigen Cadillac-Programm – und für Distanz zu den Schwestermodellen. Zudem kommt der Escalade erstmals mit einem völlig eigenständigen Interieur, das sich vom bisher gepflegten Geländewagencharakter abhebt und eher in eine Sportlimousine passen würde.

Der von uns gefahrene „kurze“ Escalade ist mit einer Länge von 5,14 Metern und einer Breite von 2,05 Metern für europäische Verhältnisse am oberen Rand der Verträglichkeit angesiedelt. Die Höhe von 1,89 Metern ist in vielen Parkhäusern bereits problematisch. Die Langversion Escalade ESV kommt auf stolze 5,70 Meter Länge – und bleibt damit ein Auto für Amerika.

Doch selbst die Kurzversion bietet für sieben oder acht Personen überragendes Platzangebot. Die hinteren Sitzreihen können vollständig versenkt werden, womit der Escalade zum echten Transporter wird. Dafür ist er aber eigentlich zu schade, denn die Materialanmutung ist viel anspruchsvoller als bei Tahoe und Suburban. Echtholz, Alcantara und großzügig verarbeitetes Leder heben den Gelände-Cadillac auf Oberklasse-Niveau.

Statt analoger Instrumente gibt es einen großen TFT-Bildschirm, das Infotainment-System wird über einen berührungsempfindlichen Bildschirm bedient, und die Fondpassagiere können sich an einem veritablen Heimkino erfreuen. Und das ist erst der Anfang: „Wir beginnen dort, wo bisher die Platinum-Variante positioniert war“, sagt Entwickler David Schiavone. Beim neuen Modell kommt diese Spitzenvariante erst mit Verzögerung; sie zielt dann auf extrem hochpreisige Konkurrenten wie den Range Rover Autobiography.

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