Noch mehr Auswahl als bei der Motorisierung gibt es bei den Varianten: 69 verschiedene Grundversionen vom Crafter sind verfügbar, die sich aus zwei Radständen, drei Dachhöhen und drei Fahrzeuglängen (beim Kastenwagen etwa von 5,99 bis 7,39 Meter) kombinieren lassen. Auch als Kombi mit Fenstern und Fahrgestell mit Einzel- oder Doppelkabine, mit Allrad-, Hinterradantrieb und als Standard mit Frontantrieb gibt es den VW.
Neben Vielseitigkeit ist den Kunden vor allem Wendigkeit wichtig. Der Crafter ist jetzt erstmals in dieser Klasse mit einer elektrischen Unterstützung unterwegs – und der Unterschied ist gewaltig. Nicht nur, weil dadurch ja erst Helfer wie Spurhalteassistent mit aktivem Lenkeingriff, Einparkassistent oder die Anhänger-Rangierhilfe möglich werden.
Die Rückmeldung ist auch sehr präzise trotz leichtgängiger Kurbelei und direkter Übersetzung. Auch hier ein fast echtes Pkw-Gefühl. Sogar der mögliche Lenkeinschlag, entscheidend für den Rangier- und Stadtverkehr, ist trotz des Frontantriebs im Testwagen noch überraschend groß. Die Radaufhängung unterstützt das gute Gefühl; sie lässt so gut wie keine Antriebseinflüsse auf das Lenkrad durch. Alle Achtung, schließlich reden wir hier von einem bauarttypisch bedingt blattgefederten Hinterrad-Starrachser.
Da lässt sich hinter dem Steuer manchmal vergessen, dass bis zu 5,5 Tonnen Gesamtgewicht und fast fünf Meter Ladefläche bewegt werden. Der Fahrer greift auf ein unten abgeflachtes Lenkrad und überblickt zumindest in den besser ausgestatteten Varianten eine Cockpit-Landschaft, die auch im T6 oder Tiguan nicht aus dem Rahmen fallen würde. VW-typisch klar strukturierte Armaturen versammeln sich unter oder neben einem großen Touchdisplay, und auch Bedienknöpfe am Lenkrad erleichtern die Bedienung. Aus dem bequemen Fahrersitz möchten wohl viele Crafter-Kunden nicht so schnell wieder auf die zugige Straße. Vor allem, wenn der Chef dem Fahrer auch noch einen Schwingsitz mit Massagefunktion gegönnt hat.
Womit wir auch beim einzigen großen Haken dieses Transporters wären: Viele Firmen gönnen ihren Fahrern eher weniger Komfort, sind auch bei der Sicherheit sparsam und überhaupt recht knauserig, wenn es ums Geld geht. Anhänger- und Einparkassistent etwa kosten zusammen schließlich 1.320 Euro netto extra – und das Fahrkontrollsystem ACC noch mal 955 Euro. Marian Schneider macht aber eine andere Rechnung auf: „Wenn die Unfallrate dank dieser Assistenten deutlich sinkt, werden die Kunden das gerne annehmen.“
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