Geldwäsche: Druck auf Kriminelle und Komplizen wächst

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In seinem Beitrag erläuterte Mantei seine Alltagserfahrungen aus Prüfer-Sicht. „Wenn ich komme, bin ich in der Regel zwei bis drei Tage im Unternehmen, um die Dinge zu prüfen.“ Dabei meldet er nicht jede Prüfung an. „Wenn Sie eine Prüfung hatten, glauben Sie nicht, dass ich nicht wiederkomme.“ Diesen Fehler würden viele Unternehmen machen. Er nannte das Beispiel eines Betriebs, bei dem die erste Prüfung schlecht lief. Beim zweiten Mal lief es noch schlechter. „Nächste Woche gehe ich das dritte Mal hin.“

So läuft es bei Carsten Corbach von der Renault Retail Group Deutschland nicht. Der Geldwäschebeauftragte der Renault-Niederlassungen beschäftigt sich bereits seit Längerem mit dem Thema und hat die Regelungen im gesamten Niederlassungsnetz mit 13 Filialen in fünf Städten umgesetzt. Das war aufwendig, zahlt sich aber aus. Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Geldwäscheprävention ist er das Thema angegangen. Dazu gehörten auch entsprechende Schulungen der Geldwäscheverantwortlichen, die die TAK durchgeführt hat. „Alle Mitarbeiter sind nun darauf ,geschärft‘, Hinweise auf Geldwäsche zu erkennen und diese zu melden“, so Corbach.

Entsprechende Hinweise zu erkennen, ist manchmal schwierig, manchmal aber auch ganz leicht. Ein Beispiel zeigte Kristian Scheel, Compliance- und Geldwäschebeauftragter der Bank Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe/ALD Lease Finanz, auf. „Dass eine Bank eine Verdachtsmeldung gegenüber einem Händler abgibt, ist wesentlich wahrscheinlicher als eine Prüfung durch die Behörden.“

Eine kleine Import-Export-Firma wollte für ihren Geschäftsführer einen neuen Dienstwagen im Sale-And-Lease-Back-Verfahren anschaffen. Scheel erkannte schnell, dass etwas faul war. Und bei einem Bentley Continental schaut man schon mal genauer hin, vor allem wenn es sich um eine Firma mit sieben Angestellten – fünf Geschäftsführern und zwei Prokuristen – handelt. Geldwäsche war im Spiel. Doch nicht immer machen es einem die Kriminellen so einfach.

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