BMW Group Gewinn fällt um mehr als 80 Prozent

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Das China-Geschäft stottert und hohe Gewährleistungskosten belasten die Finanzkraft von BMW. Allerdings sieht sich der Autobauer im vierten Quartal bereits wieder auf Kurs.

Die allgegenwärtigen Probleme mit dem chinesischen Automarkt belasten die BMW-Bilanz. Es gibt aber noch andere Schwierigkeiten.(Foto:  BMW)
Die allgegenwärtigen Probleme mit dem chinesischen Automarkt belasten die BMW-Bilanz. Es gibt aber noch andere Schwierigkeiten.
(Foto: BMW)

Der Autobauer BMW hat im dritten Quartal wegen der technischen Probleme mit Bremssystemen und der Schwäche auf dem wichtigen chinesischen Markt einen massiven Gewinneinbruch erlitten. Der Konzernüberschuss sackte um fast 84 Prozent auf 476 Millionen Euro ab, wie der Dax-Konzern am Mittwoch in München mitteilte. Der Umsatz schrumpfte wegen gesunkener Verkäufe um knapp 16 Prozent auf 32,4 Milliarden Euro. Die BMW-Aktie verlor vorbörslich.

Die Kosten für technische Maßnahmen und der Auslieferungsstopp infolge der Probleme mit von Continental zugelieferten Bremsen lasteten auf der Profitabilität im Kerngeschäft mit dem Autobau. Es fiel ein Gewährleistungsaufwand im hohen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich an.

Weil auch das einst so wachstumsträchtige chinesische Geschäft stotterte, rutschte die Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern in der Autosparte um 7,5 Prozentpunkte auf 2,3 Prozent ab. Das war ein noch deutlicherer Rückgang, als Experten ohnehin befürchtet hatten. BMW hatte wegen der Probleme bereits im September seinen Ausblick gesenkt.

Der Blick geht nach vorn

Das Management um Chef Oliver Zipse bestätigte diese Ziele nun. „Nach den außergewöhnlichen Belastungen im dritten Quartal geht unser Blick nach vorne: Im vierten Quartal nehmen wir trotz hoher geplanter Vorleistungen wieder Kurs auf ein stärkeres Ergebnis, um damit unsere Jahresziele zu erreichen“, sagte er.

Der Auslieferungsstopp für Autos wegen der technischen Probleme mit Bremsen sorgte bei den Bayern für einen hohen Mittelabfluss (Free Cashflow). Weil viele Teile und Autos auf Lager liegen, flossen im Autogeschäft im Quartal fast 2,5 Milliarden Euro ab – nach einem Zufluss in ähnlicher Größenordnung ein Jahr zuvor.

BMW steckt dieses Jahr auch viel Geld in neue Modelle und Anlagen, um sich für den Start der neuen Elektroautogeneration „Neue Klasse“ im kommenden Jahr zu rüsten. Profiinvestoren beäugen die Cashflow-Kennzahl kritisch, weil sie ein Indikator für die aktuelle Finanzkraft eines Unternehmens ist und damit Aufschluss geben kann über eine mögliche Dividendenzahlung oder Aktienrückkäufe.

Im vierten Quartal soll sich die Lage bei BMW aber wieder bessern, auch dank wieder anziehender Auslieferungen. Finanzchef Walter Mertl will es mit einem Schlussspurt noch schaffen, dass auf Jahressicht mehr als 4 Milliarden Euro in die Kassen fließen – bis Ende September lag die Kennzahl 191 Millionen Euro im Minus.

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