Kritiker monieren, dass die Trennung von Prüfen und Reparieren aufgelöst werden soll. Wie will das Konzept die Entstehung von Interessenkonflikten verhindern?
Erst einmal: Es gibt kein Prinzip der Trennung von Prüfen und Reparieren. Nahezu die gesamte technische Fahrzeugüberwachung mit Ausnahme der HU wird schon seit Jahr und Tag vom Kfz-Gewerbe durchgeführt, und zwar reibungslos. Im Übrigen gestehen wir jedem Prüfingenieur zu, dass er die HU sorgfältig und gewissenhaft durchführt, obwohl er bei schnellem, oberflächlichem Prüfen sicher mehr Umsatz erzielen und bei großzügigem Hinwegsehen über Mängel mehr Kunden in seine Prüfstelle locken würde. Warum also unterstellt man dem Kfz-Meister interessengesteuertes Prüfen? Wenn er seine Kunden durch vorgetäuschte Mängel über den Tisch ziehen wollte, könnte er das bei jeder Inspektion oder Reparatur tun und wäre auf die HU gar nicht angewiesen. Er tut es aber nicht, weil das Vertrauen der Kunden sein wichtigstes Kapital ist. Das bereits erwähnte, ausgeklügelte Kontroll- und Sanktionensystem tut dann als Fangnetz für etwaige Ausreißer sein Übriges.
Wie würden Autofahrer von einer Meister-HU profitieren?
Sie können die HU weiterhin, wie schon heute in 80 Prozent der Fälle, bequem in der Werkstatt durchführen lassen, künftig aber auch außerhalb der Anwesenheitszeiten von Prüfingenieuren und damit zeitlich flexibler. Der Zusatzaufwand durch Voruntersuchung und eigentliche Prüfung sowie durch An- und Abfahrt der Prüfingenieure, den die Kunden letztlich mitbezahlen, würde entfallen. Und misstrauischen Autofahrern stünde es weiterhin frei, zur Prüfstelle zu fahren oder von der Werkstatt die Durchführung der HU durch eine Prüforganisation zu verlangen.
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