Grand Prix Monaco Historique: Wiederbelebte Oldtimer-Boliden

< zurück

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Gnadenlose Radien

Formel-Eins-Pilot Nelson Piquet hat einmal das Stadtrennen von Monte Carlo mit Hubschrauberfliegen im Wohnzimmer verglichen. Haarnadel-Kurven wie La Rascasse oder Ste-Dévote sind in Fahrer- und Fankreisen so legendär wie die Mulsanne bei den 24 Stunden von Le Mans. Wer zum Beispiel beobachten konnte, wie ein Bugatti von 1931 oder ein Lotus aus der Nachkriegszeit vor der Rascasse um die beste Einfahrt in die enge Kurve kämpfen, wie sie die gnadenlosen Radien meistern, um rauchend und fauchend aus der Schikane zu beschleunigen, der bekommt großen Respekt vor diesem geschichtsträchtigen Schauspiel und seinen Akteuren.

Davon lebt die Historique, die alle zwei Jahre ausgetragen wird: Man ahnt aus nächster Nähe, quasi wieder in schwarz-weiß, wie körperlich fordernd schon diese Rennen gewesen sind. Und wie beeindruckend die damalige Technik war. In der Boxengasse entsteigen dann oft genug nicht fitte junge Männer, sondern verschwitzte, erschöpfte aber glückliche Großväter diesen Höllenmaschinen. Natürlich kommen auch hier nicht alle durch. Statt die vorgeschriebenen drei Runden zu absolvieren, mußten einige Ur-Boliden unter großer Anteilnahme abgeschleppt werden. Fahrer blieben unverletzt.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 12 Bildern

Automobiler Luxus unterm Hammer

Die Historique zählt zu den wichtigsten Terminen im Kalender von Rennenthusiasten. Sie wird mit Unterstützung von Sponsoren vom L`Automobile Club de Monaco organisiert. Jetzt im Frühjahr und Sommer haben diese Klassiker-Treffen natürlich Hochkonjunktur. Während sich Monte Carlo nach dem Wochenende auf den aktuellen F1-Zirkus vorbereiten muss, werden einige Teilnehmer ihren Liebling auf den Hänger laden und beispielsweise zur Mille Miglia eilen. Ihr Motto: für gemächliche Klassiker-Ausfahrten und Schönheitskonkurrenzen wie Pebble Beach oder Villa d`Este ist später immer noch genug Zeit.

Auch spezialisierte Auktionshäuser wie Bonhams oder RM suchen die Nähe zu dieser betuchten und rennverrückten Klientel und bieten an diesem Wochende automobilen Luxus für angereiste Sammler auf. Dieses Jahr wechselte ein Ferrari 625 TRC Spider von 1957 für 4,5 Millionen Euro den Besitzer und Michael Schumachers Formel 1-Wagen von 2000 fand für 720.000 Euro einen Fan. In ein paar Jahren dürfte er vielleicht auch schon an dieser einmaligen Nostalgie-Sause teilnehmen. Und es wird so sein, wie zu seiner besten Zeit.

(ID:33795610)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung