DAF Händler bereiten Klage vor

Von Doris S. Pfaff

Seit einem guten Dreivierteljahr schwelt der Konflikt zwischen deutschen Händlern und dem niederländischen Lkw-Hersteller. Nun wollen die Vertriebspartner juristisch aber einen Gang höher schalten: Weil DAF ein Ultimatum verstreichen ließ, leiten die Händler eine Klage gegen die Preispolitik des Herstellers in die Wege.

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Nachträgliche Preiserhöhungen für bereits bestellte Fahrzeuge, gekürzte Boni: DAF-Händler wollen gegen den niederländischen Hersteller klagen.
Nachträgliche Preiserhöhungen für bereits bestellte Fahrzeuge, gekürzte Boni: DAF-Händler wollen gegen den niederländischen Hersteller klagen.
(Bild: DAF Trucks)

Mitte November hatte DAF das von den Anwälten seiner Händler gestellte Ultimatum verstreichen lassen. Bis dahin sollte das niederländische Unternehmen sein Vorgehen begründen und erläutern, auf welcher Rechtsgrundlage die Maßnahmen basieren, die DAF gegenüber seinen Vertragspartnern getroffen hatte.

Wie berichtet, hatte DAF im Mai 2021 einseitig die Fahrzeugbestellungen seiner Händler im Auftrag von Kunden geändert und mehrfach kurzfristig und rückwirkend die Preise für bestellte Trucks angehoben. Außerdem sollen Händler-Boni für 2021 gekürzt werden. DAF berechnete zudem rückwirkend Zusatzkosten für bestellte Ware. Als Begründung nannte das Unternehmen gestiegene Rohstoffpreise und veränderte Marktbedingungen.

Entsprechend aufgebracht sind die Händler. Offen reden über das Gebaren ihres Herstellers will aber keiner, weil die Angst vor Repressalien durch DAF zu groß ist. Infolge des andauernden Streits war der Vorstand des deutschen DAF-Vertragshändlerverbands (DVV) zurückgetreten. Der Vorsitz ist seither vakant.

Weil DAF auch in anderen Ländern mit seinen Händlern aneinandergeraten war, hatten sich die größten DAF-Händler aus den Niederlanden und Belgien dem deutschen Händlerverband angeschlossen. Der deutsche DAF-Händlerverband ist inzwischen europaweit der einzige, den es noch gibt – wohl auch als Folge des Drucks, den der Truck-Hersteller auf seine Vertragspartner ausübt.

20 Händler wollen klagen

20 Händler lassen derzeit ihre Klage gegen DAF durch eine niederländische Anwaltskanzlei vorbereiten. Konkret richten sich die Vorwürfe gegen die nachträgliche Änderung des Preises für bereits bestellte und bestätigte Ware, die sich im Einzelfall im vierstelligen Bereich bewege. Auch die einseitige Kürzung des Bonussystems ist Bestandteil der Klage. Das zumindest erklären einzelne Händler, die namentlich nicht genannt werden wollen.

Der Geschäftsführer des deutschen DAF-Händlerverbands, Marcus Weller, bestätigte, dass die Klage vorbereitet wird, wollte aber zu den einzelnen Punkten keine Stellungnahme abgeben.

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