Händlerreaktionen zur GM-PSA-Kooperation

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Albert Still (Aufsichtsratsvorsitzender der Augsburger AVAG – Hauptmarken: Opel, Chevrolet, Ford, Toyota, Nissan):

Den technischen Aspekt der Zusammenarbeit bewerte ich nicht zuletzt aufgrund der Dieselkompetenz bei PSA positiv. Im ersten Ansatz wird es sicherlich zunächst um die Potenziale beim gemeinsamen Einkauf und bei der gemeinsamen Entwicklungsarbeit gehen. Weitergehende spätere Verflechtungen sind jetzt noch nicht absehbar." Vor allem im Hinblick auf die Erfahrungen mit vergangenen GM-Kooperationen – zum Beispiel mit Fiat und Saab – mahnt Still zur Zurückhaltung, wenn es darum gehe, langfristige Erwartungen zu formulieren.

Peter Stahlhacke (Geschäftsführender Gesellschafter der gleichnamigen Autohaus-Gruppe in Gummersbach – Citroën):

Ich sehe die Entwicklung zunächst sehr entspannt. Als Händler sind wir ja nicht direkt davon betroffen. Auswirkungen könnten sich allerdings in zwei bis drei Jahren ergeben: Werden mehr gleiche Teile verbaut, so sind sie auch leichter auf dem freien Markt zu erhalten. Dies könnten wir im Aftersales, in dem PSA ja gut aufgestellt ist, zu spüren bekommen.

Grundsätzlich kann ich mir allerdings schwer vorstellen, wie die Zusammenarbeit zwischen den beiden Konzernen funktionieren soll. Die Kulturunterschiede zwischen einem amerikanischen und einem französischen Unternehmen sind riesig. Da wird es zunächst zu einem großen Kompetenzgerangel kommen und dann bleibt die Produktivität auf der Strecke.

Arne Joswig (Geschäftsführer Autohaus Lensch mit Standorten in Neumünster und Hamburg – Opel):

Ich sehe die Allianz zwischen General Motors und PSA sehr positiv. GM tritt als aktiver Gestalter seines Europageschäftes auf. Es werden nicht nur Kosten reduziert, sondern Strukturen geändert. Zudem zeigt es die Handlungsfähigkeit von GM. Für Außenstehende ist die Vereinbarung sehr schnell über die Bühne gegangen.

Außerdem unterstreicht die Kapitalbeteiligung die Ernsthaftigkeit, die hinter den Vereinbarungen steckt.

Als Handelsbetriebe sind wir natürlich nicht direkt betroffen. Auch für unsere Kunden sehe ich keine Auswirkungen. Es wird sich zeigen, wie die Zusammenarbeit zwischen den beiden Konzernen funktioniert. Die 'chemischen' Unterschiede der Kulturen sind da, sie müssen gelöst werden. Dies ist nicht ganz einfach, wie sich bei Daimler und Chrysler gezeigt hat. Aber es kann auch funktionieren, wie Chrysler mit Fiat beweisen. Vielleicht haben die Unternehmen ja etwas dazugelernt.

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