Heni: Wasserstoff zeigt das Leck
Undichte Klimaanlagen dürfen nicht mehr mit Kältemittel und UV-Tracern befüllt werden, auch nicht zu Diagnosezwecken. Die Fehlersuche mit Formiergas ist eine legale Alternative.
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Der Werkstattausrüster Heni erweitert sein Diagnosewerkzeugsortiment mit einen Formiergas-Lecksuchset und stellt das Produkt erstmals auf der Automechanika vor. Die Suche nach dem Grund für Kältemittelverluste in Kfz-Klimaanlagen stellt den Klimaservicetechniker vor besondere Herausforderungen. Aufgrund der hohen Klimaschädlichkeit des derzeit hauptsächlich verwendeten Kältemittels R134a verbietet die EU-Verordnung 2006/40/EG, undichte Auto-Klimaanlagen erneut mit Kältemittel zu befüllen, bevor die Anlage nicht instand gesetzt worden ist. Bei Verstößen drohen dem Ausführenden Bußgelder bis zu einer Höhe von 50.000 Euro.
Gesetzlich verboten!
Dadurch verbietet sich die gängige Praxis aus der Vergangenheit, die Klimaanlage mit Kältemittel und zusätzlich mit UV-Tracer zu befüllen und versuchsweise solange laufen zu lassen, bis die undichte Stelle zu sehen ist. Nachteilig ist bei dieser Fehlersuche weiterhin, dass oftmals nur wenige Bauteile der Anlagen einsehbar sind; auch verschlechtert sich durch UV-Tracerzugabe häufig die Schmierfähigkeit des Kompressoröls. Die akustische Lecksuche per Stickstoffprüfung ist zwar ökologisch und somit auch rechtlich unbedenklich; die Zischgeräusche kleinster Löcher gehen aber im Werkstattalltag gerne in der allgemeinen Geräuschkulisse unter. Der zusätzliche Einsatz von Lecksuchflüssigkeiten setzt auch wieder beste Zugänglichkeit voraus.
Bei Löchern im Verdampfer versagen im Regelfall beide Methoden. Die Option, die Undichtigkeit mit einem Gas-Lecksuchgerät zu lokalisieren, welches auf Kältemittel reagiert, ist in Kfz-Werkstätten ebenfalls mit Unsicherheit behaftet, da sich in der Werkstattatmosphäre fast immer Gasmoleküle von Lösungsmitteln, Benzin, Diesel etc. befinden.
Was nun?
Die Methode der Wahl ist die Lecksuche mittels Formiergas und einem Wasserstoff-Lecksuchgerät. Hierbei wird die entleerte Klimaanlage mit Formiergas befüllt. Formiergas besteht aus 95 Prozent Stickstoff und 5 Prozent Wasserstoff, der das Indikatorgas darstellt, auf das der Detektor reagiert. Wasserstoff ist wegen der geringen Molekülgröße extrem flüchtig und tritt selbst an feinsten Haarrissen aus. Es ist das leichteste Gas in der Natur und steigt stets nach oben; dadurch entfällt die Notwendigkeit der direkten Einsehbarkeit der schadhaften Stelle. Die Lecksuche kann also im Motorraum direkt von oben erfolgen und große Demontagearbeiten für die Lecksuche sind nicht nötig.
Den Verdampfer prüft der Klimatechniker ebenso schnell über die Lüftungsdüsen im Fahrzeuginnenraum. Die Suche beginnt der Techniker mit einem Druck von nur einem bar am Kompressor, um auch undichte Wellendichtringe zuverlässig zu finden. Für die weitere Prüfung wird dann der Druck auf etwa 5 bar erhöht. Die Anlage darf mit Formiergas nicht in Betrieb genommen werden!
Das Formiergas-Lecksuch-Set von Heni bietet neben einer Gasflaschenkarre und allen nötigen Anschluss- und Prüfarmaturen ein Wasserstoffgas-Suchgerät mit Doppelsensorik – ohne Querempfindlichkeit zu anderen Gasen. Es wird also ausschließlich der aus der Undichtigkeit austretende Wasserstoff erkannt.
Heni auf der Automechanika: Halle 8.0, F30
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