Automobilbau Hersteller und Zulieferer wollen Tech-Riesen entgegentreten

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die großen deutschen Autohersteller planen seit geraumer Zeit eine Kooperation auf dem Gebiet der Fahrzeugsoftware. Nun wird es auf Initiative des VDA konkret.

Das Software-definierte Fahrzeug hat zentrale Bedeutung für die Zukunft der Hersteller. Jetzt wollen einige europäische Autobauer und Zulieferer eng zusammenarbeiten. (Bild:  Siemens PLM Software)
Das Software-definierte Fahrzeug hat zentrale Bedeutung für die Zukunft der Hersteller. Jetzt wollen einige europäische Autobauer und Zulieferer eng zusammenarbeiten.
(Bild: Siemens PLM Software)

Führende Unternehmen der Automobilbranche wollen dem Vormarsch von Tech-Konzernen wie Google in der Automobilproduktion entgegentreten. Auf dem 29. Internationalen Automobil-Elektronik Kongress (AEK) unterzeichneten elf Firmen eine Absichtserklärung, um gemeinsam offene Software für künftige Fahrzeuggenerationen zu entwickeln und einzusetzen. Zu den Unterzeichnern gehören Autohersteller wie BMW und Porsche sowie führende Zulieferer wie Bosch, Continental und ZF Friedrichshafen.

Marcus Bollig, Geschäftsführer des Verbands der Automobilindustrie (VDA), verwies darauf, dass ein beträchtlicher Umfang der Fahrzeugsoftware für den Nutzer nicht direkt erlebbar sei und damit nicht zur Unterscheidbarkeit der Marken und Fahrzeugtypen beitrage. „Diese Tatsache erlaubt es, die entsprechenden Software-Bausteine in einem offenen und kollaborativen Ökosystem gemeinsam zu entwickeln.“

Der VDA hatte die Erstunterzeichner an einen Tisch gebracht. An der Open-Source-Plattform sollen sich Unternehmen außerhalb des VDA beteiligen können, darunter Firmen aus Europa, China, den USA und anderen Automobil-Nationen.

Ambitionierter Zeitplan

Der Zeitplan der Initiative sieht vor, dass bereits im Jahr 2026 der Softwareumfang für die Serienentwicklung einer Plattform für autonomes Fahren zur Verfügung steht. Der modulare Softwareumfang könne angepasst oder ergänzt und anschließend der Industrie für eine Serienentwicklung zur Verfügung gestellt werden.

„So können sich Hersteller und Zulieferer auf differenzierende Funktionen konzentrieren, während grundlegende Komponenten gemeinsam gepflegt werden“, teilte der VDA mit. Dies schaffe ein starkes Fundament für Innovation – und die Freiheit, sich auf Angebote zu fokussieren, die letztlich den Unterschied für den Kunden ausmachten.

Der Übergang zu einem „Software Defined Vehicle“, dem durch Programme definierten Fahrzeug, stellt insbesondere die deutsche Automobilindustrie vor große Herausforderungen. Der Volkswagen-Konzern hatte Schwierigkeiten, diesen Wandel zu bewältigen – trotz der eigens gegründeten Software-Division Cariad. Mehrfach musste der Start wichtiger Modelle verschoben werden.

Gleichzeitig drängen Konzerne wie Google in den Automobilmarkt. Der Internetriese aus den USA arbeitet mit Autoherstellern wie Volvo, Renault, Ford, General Motors und Mitsubishi zusammen, um sein Auto-Betriebssystem Android Automotive OS (AAOS) sowie die Google Automotive Services (GAS) in Serienfahrzeugen zu integrieren. Diese Services umfassen Anwendungen wie Google Maps, Google Assistant und den Play Store.

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