Hilfsbereit und zuverlässig
Die Daimler AG Niederlassung Mainfranken belegte beim Service Award 2008 den 1. Platz in der Kategorie Nutzfahrzeuge.
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Betritt man das Gelände der Daimler-Niederlassung Mainfranken in Würzburg, ist man über jedes Hinweisschild dankbar, so weitläufig ist das Areal. Das Betriebsgebäude wurde 1999 gebaut und ist auf mindestens 20 Jahre ausgelegt. Das muss es auch sein, denn die knapp 100 Mitarbeiter brauchen Platz, um ihre Arbeit erledigen zu können. Dass es an Aufträgen nicht mangelt, darum kümmert sich die Führungsriege. „Fahrzeughandel und -reparatur ist ‚People-Business’“, sagt Niederlassungsleiter Joachim Schlereth.
Der Nutzfahrzeugbetrieb meistert die täglichen Wartungs- und Reparaturarbeiten mit sechs Gruppen, die ihre speziellen Aufgaben haben: Bus-, Motoren-, Getriebe-, Wartungs-, Karosserie-, und Lager-Team. Die einzelnen Mitarbeiter einer Mannschaft werden nicht willkürlich zusammengewürfelt, sondern explizit nach ihren Fähigkeiten ausgesucht und eingesetzt.
Partner der Forschung
Schlereth nennt ein Beispiel: „Ob ein Verkäufer oder ein Serviceberater Talent für den Kundenkontakt hat, stellen wir über einen Test fest. Wenn wir Zweifel haben, lehnen wir die Person auch ab und suchen eventuell einen anderen passenden Arbeitsplatz innerhalb unseres Betriebs.“
Damit jeder Monteur über seinen aktuellen Stand Bescheid weiß, findet vier Mal im Jahr ein Entwicklungsgespräch mit den einzelnen Mitarbeitern statt. Thomas Haas, Leiter Kundendienst Nutzfahrzeuge, erklärt die Hintergründe: „Unser Ansporn lautet: ‚Was einem am Herzen liegt, gibt man nur in beste Hände’. Deshalb steht bei uns das Qualitätsbewusstsein an erster Stelle. Wir investieren viel Zeit in die Umsetzung und beziehen das Personal mit ein. Die Qualitätsziele werden von allen Mitarbeitern ernst genommen und eigenverantwortlich umgesetzt.“
Dass in der Niederlassung „der Hammer ziemlich hoch hängt“, weiß auch die Entwicklungsabteilung des MB-Werks in Wörth. Sie hat die Würzburger zu ihrem Partnerschaftsbetrieb gewählt und testet mit ihnen zusammen neue Entwicklungen. Den Ingenieuren sind die Erfahrungen der Servicecrew wichtig. Sie setzen die Ergebnisse in ihren Projekten um.
Alle Nfz reparieren
Die Monteure reparieren alle Nutzfahrzeuge ab dem Vario. Dazu kommen Sonderfahrzeuge, Freightliner-Trucks, Mitsubishi Fuso sowie Fremdfabrikate und bei Bedarf auch mal ein Pkw. In dringenden Fällen setzen die Teams sogar das Fahrzeug direkt beim Kunden instand.
In der Werkstatt wird von Montag bis Donnerstag im Zweischichtbetrieb von 8:00 bis 24:00 Uhr gearbeitet. Am Freitag reparieren die Mechaniker im Dreischichtbetrieb von 8:00 bis 24:00 Uhr. Die Mittelschicht (12:00 bis 20:00 Uhr) vom Freitag greift auch am Samstag zwischen 7:30 und 16:00 Uhr zum Schraubenschlüssel. Hat ein Lkw danach einen Defekt, steht der Fahrer nicht vor verschlossenen Toren Ihm hilft ein Bereitschaftsdienst weiter. Dieser besteht aus einem Monteur, der mit einem Servicewagen (Atego) unterwegs und rund um die Uhr erreichbar ist. Es gibt sieben ausgebildete 24-Stunden-Monteure.
Damit auch alle „normalen“ Mechaniker einen Brummi steuern können, subventioniert der Nfz-Betrieb den Lkw-Führerschein. Das scheint anzukommen, denn alle Monteure dürfen einen Lkw fahren und sind in dringenden Fällen auch europaweit im Einsatz, um liegengebliebene Zugmaschinen wieder flott zu machen.
Damit die Nfz-Werkstatt erbrachte Motorinstandsetzungen belegen oder Defekte orten kann, steht ein Lkw-Leistungsprüfstand bereit – übrigens der einzige in ganz Unterfranken. Um die Reparaturen so schnell wie möglich durchführen zu können, liegen 10.300 Ersatzteile im Lager, was einem Wert von 1,3 Millionen Euro entspricht. Damit es nie zu Engpässen kommt, erhält der Betrieb zweimal täglich Nachschub.
Das Unternehmen führt über „Werkstattfernbleiber“ genau Buch und bietet diesen „Drückebergern“ einen speziellen Service an: Ein Mechaniker fährt mit einem Servicefahrzeug zu ihnen und checkt das Fahrzeug kostenlos durch. Das kommt bei den meisten gut an: Die Kunden fahren oft recht bald durch das Werkstatttor, um die entdeckten Mängel beheben zu lassen.
Mobilität garantiert
Muss ein Trucker einen Zwangsstopp einlegen, kann er sich im 300 Meter entfernten Etap-Hotel erholen und dort übernachten – die Kosten übernimmt die Niederlassung. Sie sorgt auch für das leibliche Wohl der Fahrer und hält Essensgutscheine für die öffentlich Betriebskantine bereit.
Will ein Brummi-Lenker mobil bleiben, stehen ihm drei Smart, eine A-Klasse sowie diverse Autos von Avis zur Verfügung. Außerdem gibt es Gutscheine für die Bus-, Straßenbahn- und Taxi-Benutzung.
Falls die Ladung des gestrandeten Lkw dringend weiter muss, kann die Spedition auf die Fahrzeuge von Charter-Way zurückgreifen, das laut Schlereth in Würzburg konzipiert wurde. Die Niederlassung macht allein mit dem Lkw-Vermietservice im Jahr eine Million Euro Umsatz.
Selbstverständlich gibt es auch einen Hol- und Bring-Service, den eine externe Firma organisiert.
Neben all diesen Serviceleistungen bietet die Niederlassung Fahrerschulungen an. Dabei erklärt ein Instruktor zum Beispiel, wie man einen Truck kraftstoffsparend durch die Republik bewegt. Außerdem finden Informationsveranstaltungen mit und für Speditionen statt, in denen beispielsweise Referenten über ökonomische Transportmethoden sprechen.
Die Niederlassung lebt natürlich nicht nur von ihren 6.638 Servicekunden und vom Charter-Way allein. Im Jahr 2007 verkaufte sie 1.633 Neuwagen, davon 638 Lkw und 995 Transporter. Dazu kamen 661 gebrauchte Nutzfahrzeuge – 44 Brummis und 617 Lieferwagen.
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