ADAC wertet Autotests aus Hinter der A-Säule versteckt

Von sp-x 2 min Lesedauer

Die Rundumsicht moderner Autos wird laut einer Analyse des ADAC immer schlechter. Breitere A-Säulen, hohe Fensterlinien und Designtrends verdecken den sicherheitsrelevanten Blick nach draußen.

Die A-Säulen heutiger Autos neigen häufiger als früher dazu, wichtige Bereiche des Verkehrsgeschehens zu überdecken.(Bild:  Nissan)
Die A-Säulen heutiger Autos neigen häufiger als früher dazu, wichtige Bereiche des Verkehrsgeschehens zu überdecken.
(Bild: Nissan)

Die Sicht aus modernen Autos heraus verschlechtert sich zunehmend – mit möglichen Folgen für die Verkehrssicherheit. Darauf weist der ADAC hin, der die Entwicklung der Rundumsicht anhand des Notendurchschnitts dieser Bewertungskategorie in seinen Autotests über mehrere Jahre hinweg analysiert hat. Lag dieser Wert vor sieben Jahren noch bei 3,7, verschlechterte er sich bis 2025 auf 3,9.

Besonders deutlich zeigt sich der Trend an der Sichtverdeckung durch die A-Säule: In diesem Kriterium verschlechterte sich die Durchschnittsnote von 3,2 im Jahr 2019 auf 4,2. Hinter den massiven Säulen können, moniert der Automobilclub, zeitweise sogar Rad- oder Motorradfahrer verschwinden.

Ermittelt wird die Rundumsicht im ADAC-Test mithilfe einer Messpuppe, die ein 360-Grad-Bild aus Fahrersicht erzeugt. So lässt sich genau erkennen, welche Fahrzeugteile die Sicht nach außen einschränken. Während der Mini Cooper mit einer Note von 2,5 aktuell die beste Rundumsicht bietet, schneiden etwa Hyundai i10 (2,6), Audi Q8 und Subaru Outback (je 2,8) nur mit „befriedigend“ ab. Am Ende der Liste finden sich Mercedes EQT, Porsche Cayenne und Renault Kangoo mit jeweils 5,5.

Trends im Fahrzeugbau

Als Ursachen nennt der ADAC mehrere Trends im Fahrzeugbau. Breitere A-Säulen erhöhen die Stabilität der Karosserie und verbessern den Insassenschutz bei Unfällen, flacher geneigte Frontscheiben wirken sich positiv auf die Aerodynamik aus. Gleichzeitig sorgen Designtrends für höhere Fensterlinien und ausladendere Motorhauben. Für Fahrer wird es dadurch schwieriger, das unmittelbare Fahrzeugumfeld zu überblicken und Abstände korrekt einzuschätzen.

Dabei ist gute Rundumsicht ein wichtiger Sicherheitsfaktor. Mehr als jeder vierte Unfall außerorts passiert beim Ab- oder Einbiegen sowie an Kreuzungen. Häufig kommt es zu Zusammenstößen, weil vorfahrtsberechtigte Verkehrsteilnehmer übersehen werden.

Fahrer können die Situation zumindest teilweise verbessern. Eine korrekte Sitzposition kann bereits helfen, verdeckte Bereiche möglichst klein zu halten. Beim Fahrzeugkauf empfiehlt es sich zudem, Sitz- und Sichtverhältnisse bewusst zu prüfen. Unterstützend wirken Assistenzsysteme wie Rückfahrkameras, 360-Grad-Kameras oder Abbiegeassistenten, welche die kritischen Bereiche überwachen.

Langfristig sieht der Autofahrerclub jedoch auch die Hersteller in der Pflicht. Assistenzsysteme könnten konstruktive Sichtnachteile zwar teilweise ausgleichen, eine gute direkte Rundumsicht aber nicht vollständig ersetzen. Sie sollte deshalb bereits bei der Fahrzeugentwicklung stärker berücksichtigt werden.

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