AMG ist ein Synonym für Fahrleistung ohne wahrnehmbare Grenzen: Mit dem Concept AMG GT XX zeigt das Unternehmen, wie es mit der E-Mobilität bei Mercedes weitergehen könnte. Nebenbei: Die Leistung steigt, die E-Motoren werden kleiner und leichter.
Neues aus Affalterbach: der AMG Concept GT XX.
(Bild: Mercedes-Benz)
Da steht er, in einem abgedunkelten Saal im Kraftwerk Rottweil am jungen Neckar, das seit einigen Jahren keinen Strom mehr liefert, sondern als Kultur-Location dient. Die Mercedes-Tochter AMG hat diesen Ort gut gewählt. Zeitgeist und Nostalgie schwingen im Ambiente mit, aber auch Kraft, Strom und Zukunft. Und einen Blick in diese gewährt das hier ausgestellte Automobil: der Concept AMG GT XX.
„Herzstück eines AMG war schon immer der Motor.“ Mit dieser Aussage macht AMG-Chef Michael Schiebe klar, was auch für die elektrischen Varianten seiner Fahrzeuge gilt. Und mit 1.000 kW/1.360 PS Leistung und 360 km/h Höchstgeschwindigkeit macht das Concept-Auto eine deutliche Ansage. Ein klassischer Gran Tourismo ist den Mercedes-Veredlern aus Affalterbach eingefallen, ein viertüriges Coupé für die Rennstrecke und die öffentliche Straße. Dabei ist es zumindest bis zum kommenden Jahr in erster Linie ein Technologieträger.
Allerdings wird AMG jetzt keine Elektromarke, wie es etwa Jaguar plant. „Unsere Kunden müssen sich keine Sorgen machen, wir haben kein natürliches Ende für irgendeine Antriebstechnologie definiert“, sagte AMG-Chef Michael Schiebe im Interview mit der Online-Ausgabe der Zeitschrift „Auto Motor und Sport“. Vergangene Woche hatte schon Konzern-Chef Ola Källenius gegenüber der Zeitschrift angekündigt, das Mercedes am Verbrenner festhält, trotz der neuen E-Modelle. „Die elektrifizierten Hightech-Verbrenner werden länger laufen, als wir es ursprünglich erwartet hatten“, so Källenius. Mercedes habe sich zu dieser „Kurskorrektur“ entschieden. Selbst die Rückkehr zu einem V12-Motor will Schiebe nicht ausschließen. „Ich sage niemals nie“, so der AMG-Chef, der allerdings einschränkt, dass es Technologien geben, für die es „keinen großen Markt mehr gibt“.
Leistungsstarke E-Motoren mit schmalen Maßen
Doch zurück zum Concept AMG GT XX: Er ist ein Auto , das zeigen soll, was möglich ist. Zunächst beim elektrischen Antrieb. Montiert werden drei Axial-Fluss-Motoren – nicht zu verwechseln mit dem legendären Flux-Kompensator, der es in den späten 1980ern Doc Dr. Emmett L. Brown erlaubte, zurück in die Zukunft zu reisen, wohl aber geeignet, einen Blick in eben jene zu werfen. Die Motoren – zwei auf der Hinter- und einer auf der Vorderachse – sind angesichts ihrer Leistung geradezu erschreckend klein: Die beiden Motoren hinten sind jeweils rund acht Zentimeter breit, der Motor vorne misst neun Zentimeter. Mit im Gehäuse integriert sind an der Hinterachse ein Planetenradgetriebe, ein Inverter sowie die Pumpen und Filter für die Ölkühlung. Der vordere Motor hat ein Stirnradgetriebe und wird nur bei Bedarf zugeschaltet.
Die AMG-Motoren sind rund ein Drittel kleiner und leichter als herkömmliche Radial-Fluss-Motoren, wie sie üblicherweise in E-Autos eingebaut werden. Bei ihnen verläuft der elektromagnetische Fluss senkrecht zur Drehachse. Bei Axial-Fluss-Motoren umschließen zwei Rotoren den Stator, der elektromagnetische Fluss verläuft parallel zur Drehachse des Motors und sorgt so für einen besseren Wirkungsgrad. „Damit sind Fahrleistungen auf höchstem Niveau möglich, die sich sehr häufig hintereinander reproduzieren lassen“, heißt es bei AMG.
Entwickelt wurde der Antrieb des Concept XX mit maßgeblicher Hilfe aus England: Beteiligt waren die Formel-1-Spezialisten von Mercedes AMG High Performance Powertrains in Brixworth sowie die Elektromotoren-Spezialisten der englischen Mecedes-Tochter Yasa. Ziel war nicht nur die kurzzeitige Spitzen- sondern vor allem eine hohe Dauerleistung. Gefertigt werden die Motoren im Mercedes-Traditionswerk in Berlin-Marienfelde, wo für die Produktionsentwicklung mehr als 30 Patente angemeldet wurden.
Batterie für über 1.000 Kilometer?
Entscheidend für eine hohe Dauerleistung ist jedoch die Batterie, deren Thermomanagement der begrenzende Faktor für die meisten bekannten E-Autos ist: Hohe Temperaturen in den Zellen reduzieren die Leistungsabgabe, niedrige die Leistungsaufnahme. AMG hat eine Batterie entwickelt, die aus mehr als 3.000 so genannten Full-Tab-Zellen besteht, hohe und schmale zylindrische Zellen, aus denen die Wärme schnell ab- beziehungsweise beim Laden schnell zugeführt werden kann. Die Zellen sind zu Modulen zusammengefasst, in denen sie direkt mit Öl gekühlt werden, alle Module finden in einem Aluminiumgehäuse Platz, der Energiespeicher ist in der Mitte des Fahrzeugbodens montiert.
Stand: 08.12.2025
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Betrieben wird der Lithium-Ionen-Akku bei 800 Volt. Zusammen mit der Software, die das gesamte System steuert, erreicht AMG – laut eigener Aussage – Ladezeiten „fast so schnell wie Tanken“: In fünf Minuten lasse sich Strom für 400 Kilometer Reichweite nachladen. Hinsichtlich der Gesamtreichweite hält sich AMG bedeckt, da es noch keine Verbrauchsangeben gibt, eine Durchschnitts-Ladeleistung von mehr als 850 kW bei 1000 Ampere lässt jedoch eine vierstellige Kilometerzahl erwarten.
Das Gesicht des 5,20 Meter langen Konzeptfahrzeugs trägt den AMG-typischen Kühlergrill mit vertikalen Streben und dem Stern in der Mitte. Auch die Hauptscheinwerfer sind vertikal ausgerichtet und werden von rechteckigen Zusatzscheinwerfern in der Kühlerverkleidung ergänzt. Aufgepasst: die Frontscheinwerfer dienen gleichzeitig als Lautsprecher, um das Fahrzeuggeräusch nach außen zu tragen. Lange Fronthaube, stark geneigte Windschutzscheibe und ein ausladendes Fließheck – ohne Heckscheibe – sind typisch für ein Gran Tourismo. Die Rückansicht selbst ist ein LED-Panel mit rund 700 einzeln ansteuerbaren LEDs. Angezeigt wird unter anderem – außer dem normalen Fahrzeuglicht – der aktuelle Ladevorgang oder auch das AMG-Logo.
Nachhaltige Materialien
Im Innenausbau werden nachhaltige Materialien verwendet, etwa ein Leder-Ersatzstoff aus recyceltem Gummi und pflanzlichen Proteinen. Als Stoffersatz beispielsweise für die Türtaschen oder -schlaufen kommt eine biotechnologisch erzeugte Seidenalternative zum Einsatz. Die maßgeschneiderten Sitzschalen aus Carbon entstehen im 3-D-Drucker. Die 21 Zoll großen Räder sind mit beweglichen Kunststoffklappen ausgestattet, die geschlossen für gute Aerodynamik und offen für gute Kühlung der Bremsen sorgen.
„Sportwagen waren schon immer die Ikonen unserer Marke – sie sind hochemotional und stehen für einzigartige Momente in unserer Historie. Das macht es so besonders sie zu designen. Ikonen wie der 300 SL und die legendären Silberpfeile sind das emotionale Herz unserer Marke – ebenso wie der GT und der AMG ONE. Solche Meisterwerke zu erschaffen bedeutet, etwas Außergewöhnliches zu erschaffen“, meint Mercedes-Chef-Designer Gorden Wagener zum AMG GT XX.