Honda Civic: Extravagant
»Gebrauchtwagen Praxis« Kaufberatung: Der japanische Kompaktwagen fällt auf – aber seine Qualitäten können sich sehen lassen.
Anbieter zum Thema

Manche Autos landen im Bewusstsein der Autofahrer von Anfang an in einer bestimmten Schublade. Der Honda Civic ist so eines. Das Design weicht vom europäischen Durchschnitt stark ab, und so wird der Japaner oft in die Schublade „Extravagant“ gesteckt. Dabei verbirgt der kompakte Wagen hinter seinem futuristischen Design zum Teil verblüffende Details.
Dass weltweit viele Autofahrer die Qualität des Civic zu würdigen wissen, zeigt die Summe von mehr als 18 Millionen verkauften Fahrzeugen dieser Modellreihe. Honda brachte die erste Generation 1972 auf der Markt. Lange entsprach das Design der Mode dieser Zeit. Das änderte sich schlagartig mit der achten Generation, die 2005 vorgestellt wurde. Statt bravem Allerweltsdesign bot Honda einen Kompaktwagen wie aus einem Science-Fiction-Film. Die 2012 eingeführte neunte Generation des Civic gab sich optisch weniger radikal, blieb aber der Linie treu.
Nicht alles, was ungewohnt aussieht, ist kompliziert zu bedienen. Wer erstmals im Civic Platz nimmt, wird von der Optik des Armaturenbretts überrascht. Auf den ersten Blick scheinen die Bedienelemente willkürlich angeordnet zu sein. Doch spätestens bei der Probefahrt erweist sich die Ergonomie des Civic als durchdacht. Alle Funktionen lassen sich fast intuitiv abrufen.
Überraschungen bietet der Japaner, der im Honda-Werk Swindon in Großbritannien gebaut wird, nicht nur im Cockpit. Mit 456 Litern Kofferraum gibt es erstaunlich viel Platz für Gepäck in einem Wagen der Kompaktklasse. Und beim Thema Gepäck hat Honda noch viel weiter gedacht: Die Ladekante fällt mit knapp 55 Zentimetern Höhe erfreulich niedrig aus. Und unter dem Kofferraumboden befindet sich ein großes Zusatzfach, das der Fahrer separat oder in Kombination mit dem Kofferraum nutzen kann.
Der Clou in Verbindung mit dem Laderaum sind die sogenannten Magic Seats. Die Sitzkissen der Fondsitzbank lassen sich hochklappen, wodurch sich zusätzlicher Laderaum zum Beispiel für den Transport eines Fahrrads ergibt. Möglich ist dieser Bonus-Stauraum, weil Honda den Kraftstofftank unter den Vordersitzen platziert hat. Auch die Fahrgäste und der Fahrer genießen viel Platz. Eine Schwäche ist allerdings die Rundumsicht. Hier ist der Civic-Fahrer auf Hilfsmittel wie Abstandssensoren oder Rückfahrkamera angewiesen.
Unter den Kompaktwagen versteht sich der Civic als sportliche Alternative. Und tatsächlich zeigt das Fahrwerk Talent und erlaubt eine dynamische Fahrweise. Bereits der Basismotor mit 1,4 Litern Hubraum leistet 99 PS; der 1,8-Liter-Motor hat 141 PS. Beide Benziner sind klassische Sauger und geben ihre volle Leistung erst bei hohen Drehzahlen ab. Das gilt auch für das maximale Drehmoment. Die Kraft wird über ein gut abgestuftes Sechsganggetriebe an die Vorderräder geleitet. Der 1,8-Liter-Motor ist auch mit Automatikgetriebe erhältlich. Als Alternative bietet Honda einen Dieselmotor mit Common-Rail-Einspritzsystem an. Anfänglich war dies ein 2,2-Liter-Motor mit 150 PS. 2013 folgte stattdessen ein sparsamer 1,6-Liter mit 120 PS. Die Diesel passen mit ihrem bulligen Drehmoment bestens zum Civic. Wer es ganz wild mag, für den bietet Honda seit 2015 mit dem Type R die flotteste Version an: Der 2,0-Liter-Ottomotor leistet 310 PS und verhilft dem Civic bei Bedarf zu einer Endgeschwindigkeit von 270 km/h. Der Type R ist an seiner auffälligen Optik leicht zu erkennen.
(ID:45131066)