HU-Plakettenskandal weitet sich aus

Von Christoph Baeuchle

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In Süddeutschland haben mehr Prüfingenieure die Hand für eine HU-Plakette aufgehalten als zunächst angenommen. Nun will die Staatsanwaltschaft weitere Anklagen erheben.

In Süddeutschland sollen weitere Prüfingenieure mit der Vergabe von HU-Plaketten betrogen haben.()
In Süddeutschland sollen weitere Prüfingenieure mit der Vergabe von HU-Plaketten betrogen haben.
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Der Plakettenskandal in Schwaben zieht weitere Kreise. Bereits im vergangenen Jahr wurde ein Prüfingenieur zu einer Haftstrafe verurteilt. Nun scheint sich zu zeigen, dass es kein Einzelfall war: Laut „Stuttgarter Nachrichten“ will die Tübinger Staatsanwaltschaft demnächst Klage gegen einen Mann aus dem Kreis Böblingen erheben. Ein Dritter soll ebenfalls im großen Stil die Hand aufgehalten haben. Laut dem Beitrag waren alle für die Karlsruher Gesellschaft für technische Sicherheitsprüfung (GTS) im Einsatz.

Die nun in den Fokus der Staatsanwaltschaft geratenen Fälle sollen noch deutlich größer sein als der bereits verhandelte Skandal, in dessen Folge 8.500 Fahrzeuge erneut zur Nachuntersuchung zitiert wurden.

Die Vorwürfe wiegen gewaltig: „Es handelt sich um einen Großkomplex mit 39.000 Prüfungen zwischen März 2009 und März 2012“, zitieren die „Stuttgarter Nachrichten“ den Sprecher der Staatsanwaltschaft. Experten-Schätzungen zufolge schafft ein guter Prüfingenieur maximal 3.500 Untersuchungen im Jahr. Bereits seit zwei Jahren laufen die Ermittlungen.

Im ersten Fall wurde der korrupte Gutachter zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt. Er hatte Fahrzeuge mit frischen Plaketten und Papieren für die Hauptuntersuchung (HU) versehen, ohne sie überhaupt in Augenschein genommen zu haben. Der nunmehr 61-jährige Gutachter wurde wegen Bestechlichkeit in einem besonders schweren Fall und Falschbeurkundung im Amt verurteilt.

„In den im vergangenen Jahr abgeschlossenen Fall waren weder Innungsbetriebe verstrickt noch Werkstätten, die von der Innung die Erlaubnis zur Ausführung hoheitlicher Tätigkeiten erhalten haben“, betonte Carsten Beuß, Hauptgeschäftsführer des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg.

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