Hyundai-Händlerverträge unter Dach und Fach

Redakteur: Isabella Finsterwalder-Reinecke

Im Vergleich zu anderen Fabrikaten wertet Hyundai-Händlerverbandspräsident Peter Schumann die GVO-konformen neuen Verträge als "gute Lösung".

Nach "fairen" Verhandlungen sind die neuen Hyundai-Händler- und Serviceverträge inklusive Standards und Anforderungsprofile jetzt perfekt. Noch offene Fragen wurden in der heutigen Jahreshauptversammlung des Hyundai-Händlerverbandes in Frankfurt geklärt.

Im Vergleich zu anderen Fabrikaten wertete Hyundai-Händlerverbandspräsident Peter Schumann die GVO-konformen neuen Verträge als "gute Lösung". Gelobt wurde zudem, dass bei den Verhandlungen kein Druck ausgeübt wurde. Positiv gesehen wurde zudem, dass die Margensysteme aus der Diskussion ausgeklammert wurden.

Branchenanwalt Dr. Christian Genzow ordnet die Qualität der neuen Hyundai Händlerverträge im oberen Drittel der Branche und damit "über dem Durschnitt" liegend ein. Genzow: "Die Händler können zufrieden sein." Der Branchenanwalt erinnerte die Händler, dass diese mit der Unterzeichnung der neuen Verträge gleichzeitig auch an das neue Anforderungsprofil sowie die Standards gebunden seien. Wer das Anforderungsprofil nicht erfülle, dem könne fristlos gekündigt werden, so Genzow. Auch wer die Standards nicht überwiegend erfülle, müsse mit der fristlosen Kündigung rechnen. Rechtlich überprüfen will der Verband laut Geschäftsführerin Antje Woltermann und Anwalt Genzow das Vorhaben von HMD, wonach bei einer Kündigung von HMD durch die koreanische Mutter den Händlern fristlos gekündigt werden könnte.

Befragt nach dem neuen GVO-konformen Importeurs-Vertrag von Hyundai Motors Deutschland (HMD) räumte HMD-Geschäftsführer Karl-Heinz Engels ein, dass der bereits bisher unbefristete Vertrag mit Hyundai in Korea zwar noch nicht unterschrieben sei. Die Gespräche darüber würden jedoch mit den Koreanern morgen stattfinden und anschließend unter Dach und Fach gebracht werden. Laut Engels habe HMD zudem ein "Organisationsrecht" zugesprochen bekommen, wonach es in Deutschland keinen weiteren Hyundai-Importeur geben werde. Auch habe der Hersteller zugesagt, dass es keine Direktbelieferung der Händler geben werde. Mit Blick auf die bevorstehende Auditierung der Händlerbetriebe ist das HMD-Management zuversichtlich, dass mit 90 Prozent das Gros der Händlerbetriebe dies schaffe. Ansonsten wolle man die Partner dabei unterstützen, da man ohnehin das Netz erweitern wolle.

Laut einer aktuellen Befragung des Händlerverbandes haben sich 85 Prozent der befragten Händler für einen Händler- und Servicevertrag entschieden. Ab dem 22. Oktober sollen die neuen Verträge den Händlern zur Unterschrift vorliegen. Neu in den Vorstand des Händlerbandes gewählt wurde für den ausgeschiedenen Michael Hülsemann der Megahändler Peter Eggert (Hyundai, Opel, Skoda, Saab).