Bei der IAA Mobility ist auch der ZDK präsent. Der Verband bietet ein Podiumsgespräch zur Nachhaltigkeit im Autohaus. Im Interview erläutert ZDK-Hauptgeschäftsführer Dr. Kurt-Christian Scheel die Relevanz dieses Themas und warum sich auch kleinere Kfz-Betriebe mit dieser Zukunftsaufgabe beschäftigen sollten.
Das Thema Nachhaltigkeit im Autohaus haben noch nicht alle Kfz-Betriebe auf dem Schirm. Auf der IAA Mobility informiert der ZDK, was auf die Unternehmen zukommt. Im Interview erklärt ZDK-Hauptgeschäftsführer Dr. Kurt-Christian Scheel die Hintergründe.
(Bild: Promotor)
Der ZDK beteiligt sich in diesem Jahr an der IAA Mobility und bietet ein Podiumsgespräch (7. September, 10 bis 13 Uhr) zum Thema Nachhaltigkeit. Warum ausgerechnet dazu? Gibt es für das Kfz-Gewerbe nicht relevantere Themen?
Dr. Kurt-Christian Scheel: Derzeit beobachten wir ein Umdenken in der Gesellschaft. Ökologisches und soziales Verhalten wird immer mehr zum Maßstab des eigenen Handelns, aber auch die Messlatte für das Handeln der anderen – und das nicht nur bei jungen Menschen. Und: Die Politik auf europäischer wie auch deutscher Seite wird immer stärker auf Nachhaltigkeit in allen Dimensionen ausgerichtet, die Regelwerke zu diesem Thema werden immer dichter.
Die Motivation für Autohäuser und Kfz-Werkstätten wächst also, sich über die an sie gestellten Anforderungen der Politik, der Kunden, der Banken wie auch der Lieferanten mit dem Thema auseinanderzusetzen. Das beginnt jetzt und wird in Zukunft immer stärker Bestandteil des unternehmerischen Handelns sein.
Aber nicht nur das: Es bestehen bereits konkrete rechtliche Vorgaben, die die Unternehmen zu erfüllen haben, insbesondere zur Berichterstattung über Nachhaltigkeitsthemen. Da kommt viel Arbeit auf die Betriebe zu, die in den Anwendungsbereich dieser Vorgaben fallen.
Was genau müssen Betriebe in diesem Zusammenhang beachten?
Unternehmen ab einer bestimmten Größe werden zukünftig verpflichtet, in ihrem Lagebericht oder einem separaten Nachhaltigkeitsbericht neben ihren Umweltschutzbestrebungen außerdem auf soziale und Arbeitnehmerbelange, die Achtung der Menschenrechte und die Bekämpfung von Korruption/ Bestechung sowie verantwortungsvolle Unternehmensführung einzugehen.
Mit der Darlegung der Nachhaltigkeitsleistungen beginnen müssen nach der Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (CSRD) Unternehmen von öffentlichem Interesse mit mehr als 500 Mitarbeitern für Geschäftsjahre beginnend ab dem 1. Januar 2024. Für Geschäftsjahre beginnend ab dem 1. Januar 2025 sind alle anderen bilanzrechtlich großen Unternehmen (d. h. Autohausgruppen, die zwei der drei folgenden Größenkriterien erfüllen: Bilanzsumme von mindestens 20 Millionen Euro, Nettoumsatzerlöse von mindestens 40 Millionen Euro, mindestens 250 Beschäftigte) auch verpflichtet, sowohl über die Auswirkungen des eigenen Geschäftsbetriebs auf Mensch und Umwelt als auch über die Auswirkungen von Nachhaltigkeitsaspekten auf das Unternehmen zu berichten. Für Geschäftsjahre beginnend ab dem 1. Januar 2026 sind kapitalmarktorientierte KMU betroffen.
Kleinere Autohäuser trifft das nicht?
Doch, auch kleinere Autohäuser oder Kfz-Werkstätten werden sich mit dem Thema Nachhaltigkeitsberichterstattung vertraut machen müssen. Nahezu jedes Kfz-Unternehmen unterhält Beziehungen zu Kreditinstituten. Diese sind in jedem Fall verpflichtet, einen Nachhaltigkeitsbericht zu erstellen und Auskunft über die Nachhaltigkeit ihrer Kreditengagements zu geben. Um dies gewährleisten zu können, werden sie Informationen von ihren Kreditnehmern einfordern.
Welche Maßnahmen können Betriebe nachhaltiger werden lassen? Mit einer eigenen Fotovoltaikanlage ist das sicher nicht erschöpft ...
Nein, in keinem Fall. Stichworte wie „Reparieren statt ersetzen“, „Reduzieren, Wiederverwenden, Recyceln“, Digitalisierung von Geschäftsprozessen und die Begrünung von Flächen können hier eine Rolle spielen.
Aber auch ein Umdenken vom Autohaus hin zum Mobilitätsanbieter kann in den Produktsegmenten Möglichkeiten eröffnen, einen Beitrag zur Verringerung des eigenen CO2-Fußabdrucks zu leisten. Wichtig ist, dass jeder Betrieb für sich überlegt, was er tun kann, um in den drei Dimensionen der Nachhaltigkeit einen spezifischen Beitrag zu leisten, der über „business as usual“ hinausgeht.
Welche Rolle spielt der ZDK bei diesem Thema bzw. welche Hilfestellungen bietet er?
In einem ersten Schritt wollen wir die Autohäuser und Kfz-Werkstätten zu diesem Thema sensibilisieren. So haben wir diesem Thema bereits ein eigenes Dossier auf unserer Internetseite gewidmet. Ein anderes Mosaiksteinchen ist dabei unsere Podiumsveranstaltung im Rahmen des Summit auf der IAA Mobility 2023. Weiterhin arbeiten wir intensiv an konkreten Hilfestellungen, um die Unternehmen bei der Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten zu unterstützen.
Was genau können IAA-Messebesucher bei der ZDK-Veranstaltung erwarten?
Verschiedene Marktteilnehmer (Autohaus, Nachhaltigkeitsberater, Hersteller, Naturschutzbund) werden darlegen, wie sie sich die individuelle Mobilität in der Zukunft vorstellen. Anschließend freue ich mich, mit den Referenten Martin Boisseree, Nachhaltigkeitsbeauftragter von Sternpartner, Gregory Endres von der Agentur Focus Zukunft, Dr. Thomas Becker, Leiter Nachhaltigkeit und Mobilität bei BMW, und Pauline Schur, Teamleiterin Verkehrspolitik beim Naturschutzbund Deutschland (NABU), eine Diskussionsrunde zu moderieren, in der wir herausfinden wollen, wie sich die Autohäuser und Kfz-Werkstätten aufstellen sollten, um in Zukunft als nachhaltig zu gelten und welchen Beitrag die Autohäuser und Kfz-Werkstätten zukünftig leisten können, um individuelle nachhaltige Mobilität möglich zu machen.
Stand: 08.12.2025
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Die ZDK-Veranstaltung „Nachhaltige individuelle Mobilität: Nur mit uns!“ findet im Rahmen der IAA Mobility am 7. September von 10 bis 13 Uhr im International Congress Center Messe München (ICM) im Erdgeschoss, Saal 4 statt. Interessierte können sich auf der Veranstaltungsplattform des ZDK anmelden. Die ersten 150 Anmeldungen erhalten ein IAA-Ticket für diesen Tag geschenkt.