Automatikgetriebe Im Nu ausgetauscht

Redakteur: Markus Lauer

Warum und in welchen Intervallen sollte das Öl des Automatikgetriebes getauscht werden Einige Fahrzeughersteller geben eine Lebzeitfüllung an. In der Praxis treten jedoch vermehrt

Warum und in welchen Intervallen sollte das Öl des Automatikgetriebes getauscht werden Einige Fahrzeughersteller geben eine Lebzeitfüllung an. In der Praxis treten jedoch vermehrt Defekte auf, wie Geräuschbildung, Undichtigkeiten, sprunghaftes Lenkverhalten oder Schaltprobleme und Anfahrschwächen. Grund dafür ist die Alterung des Öls. Sie beeinflusst die Viskosität und fördert durch Aufnahme von Feuchtigkeit die Korrosion im Getriebe, was zu Defekten führen kann. Ebenso trägt dazu der Abrieb der Hydraulikpumpe und der Kupplungslamellen bei. Dieser lagert sich im kompletten System ab und beeinflusst die Funktion der Steuerventile und Dämpfungselemente. Sichtbare Ablagerungen im Ölbehälter sind auch ein deutliches Indiz für den Qualitätsverlust des Öls, hier wirken keine Additive mehr, die die Ablagerungen in der Schwebe halten könnten.

Die Farbe des Öls

Natürlich wird auch die Schmierung beeinträchtigt, was wiederum zu erhöhtem Abrieb an den Aluminiumbauteilen führt. Dies erkennt der Mechaniker an der Schwarzfärbung des Öls. Daher sollte er das Öl auf Farbe und Geruch kontrollieren. Beim Ölwechsel wird nicht nur das Öl erneuert, sondern die Werkstatt reinigt auch die Komponenten des Systems. Dazu dienen spezielle Additive, wie sie das Unternehmen BG Heinzer anbietet. Diese vermeiden die Feuchtigkeitsaufnahme und reduzieren die Reibwerte, sodass das Getriebe kühler und ruhiger läuft. Weiterhin pflegen sie Dichtungen und reinigen das ganze System. In vielen Fällen kann so der Austausch des Getriebes vermieden werden. Vor der Reinigung muss der Anwender den Ölstand und die Beschaffenheit des Öls kontrollieren sowie eine Dichtigkeitskontrolle aller Bauteile und Schläuche durchführen.

Da die Servolenkung die Betriebssicherheit des Fahrzeugs wesentlich beeinflusst – besonders im Winter kann eine schwergängige Lenkung eine gute Haftung bei glatter Straße vortäuschen – empfehlen die Unternehmen BG Heinzer und Udo Meffert den regelmäßigen Austausch des Öls. Je nach System sollte er alle drei bis vier Jahren oder alle 80 000 bis 120 000 Kilometer erfolgen – sofern der Fahrzeughersteller keine kürzeren Intervalle vorschreibt.

Für alle Systeme

Das Servomatik von Udo Meffert aus Fulda sowie das ÖWS-ATM von BG Heinzer sind für alle Automatikgetriebe mit frei zugänglicher Rücklaufleitung des Kühlers konstruiert und mit Universaladaptern unterschiedlicher Durchmesser ausgestattet. Um mit den Systemen arbeiten zu können, muss man sie an die Rücklaufleitung des Getriebeölkühlers anschließen. Zwei Möglichkeiten bieten sich hier an: Die beste Lösung ist die Adaption mit Spezialadaptern. Alternativ trennt man die Leitung an geeigneter Stelle durch und fügt ein T-Stück ein. Nach der Anwendung verbindet man die Leitungen wieder mithilfe eines Schlauchs oder Rohrs. Damit die Rückführung des Öls möglich ist, muss man das System an eine Druckluftleitung anschließen.

Die Systeme sind mit einer einfachen Hebelbedienung nach dem 1-2-3-Prinzip ausgestattet: 1 zu 1 = reinigen, 2 zu 1= wechseln, 2 zu 3 = fertig.

Der Ölwechsel geht wie folgt vonstatten: Der Mechaniker stellt die beiden Wählhebel auf „1“; die Anlage ist nun arbeitsbereit. Dann startet er den Motor und kontrolliert den Ölstand während der ersten Sekunden, die Anlage sollte keine Luft saugen. Mit dem Rücklaufmengenregelventil regelt er nun das Niveau auf zirka fünf bis zehn Millimeter. Jetzt betätigt der Mechaniker die Bremse und schaltet die Gänge durch. Dabei darf er kein Gas geben. Die maximale Betriebstemperatur des Getriebeöls darf nur 50O °C betragen. Bei extremer Verschmutzung kann man nun ein Reinigungsadditiv einsetzen, das man einfach in den Behälter „Altes Öl“ kippt.

Bedienung der Servomatik:

  • die zu wechselnde Ölmenge in den Frischölbehälter füllen und die Stoppmarkierung nivellieren
  • den Motor abstellen
  • den Wählhebel auf „2“ stellen und den Füllhebel zirka zwei bis drei Sekunden auf Maximum stellen
  • das Öl aus dem Getriebe in den Altölbehälter fließen lassen, eventuell den Getriebeölfilter wechseln
  • Frischöl in der Menge entsprechend dem abgelassenen Öl einfüllen
  • den Motor starten, auf die Bremse treten und einen Gang einlegen
  • wenn das Altöl die Stoppmarkierung erreicht hat, den Wählhebel auf „3“ stellen, nun zirkuliert das Öl im Frischölbehälter, der Ölwechsel ist beendet
  • den Motor abstellen und die Restmenge Frischöl nach Bedarf in das Getriebe füllen
  • das Wechselgerät entfernen, den Ölstand kontrollieren – fertig

Der komplette Ölwechsel dauert mit den Wechselgeräten laut Herstellerangaben zirka 30 Minuten. Dabei werden etwa 98 Prozent des Öls erneuert. Das heißt, es wird die Trockenfüllmenge an Öl benötigt, was beispielsweise bei Automatikgetrieben von Mercedes neun bis zehn Liter sind. Pro Ölwechsel kann eine Werkstatt laut Ullrich Heinzer etwa 250 Euro verlangen.

Mit der Servomatik von Udo Meffert kann die Werkstatt zudem auch das Öl von Servolenkungen wechseln.

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