Impulse durch neuen Standort

Redakteur: Elvira Minack

Dank eines neuen Gebrauchtwagenplatzes konnte das Autohaus Jung in Siegelsbach enorm wachsen.

Das Autohaus Bernhard Jung in der 700-Seelen-Gemeinde Siegelsbach in der Nähe von Heilbronn ist ausgesprochen gut ins neue Jahr gestartet: Bereits nach zwei Wochen haben die drei Verkäufer gemeinsam mit Inhaber Rudolf Jung 20 Neu- und 25 Gebrauchtwagen verkauft. Damit beginnt 2009 für den Skoda-Händler ebenso erfreulich, wie das Vorjahr geendet hat.

Jung konnte 35 Autos mehr verkaufen und den Umsatz um mehr als eine Million Euro steigern. Und – darauf legt er besonderen Wert – das Wachstum erreichte er bei einer gleichbleibend guten Umsatzrendite von über fünf Prozent.

Gebrauchte jetzt an prominenter Stelle

Den Zuwachs verdankt das Unternehmen hauptsächlich dem neuen Gebrauchtwagenzentrum, das es am 1. Juli 2008 nur etwa fünf Kilometer vom Firmensitz entfernt in Gundelsheim eröffnet hat. „Diese Erweiterung war bitter nötig, denn in Siegelsbach hatten wir höchstens Platz für 10 bis 15 Gebrauchte. Das hat nicht mehr ausgereicht“, begründet Jung den Standortwechsel. In Gundelsheim hat er nun Platz, um 30 bis 40 Gebrauchte zu zeigen. Aber nicht nur das: Das Grundstück liegt direkt an der B 27. Bis zu 35.000 Fahrzeuge fahren hier täglich vorbei – eine ideale Konstellation. Der Unternehmer hat das Grundstück gepachtet und lediglich 10.000 Euro investieren müssen. Zum Platz gehört ein Gebäude mit einem Ausstellungsraum für drei bis vier Fahrzeuge, zwei Verkäuferarbeitsplätze und eine kleine Werkstatt. Im Angebot sind überwiegend Skoda. Das ist von Jung so gewollt. „Ich will der Spezialist für eine Marke sein und alles, was mit dieser Marke zu tun hat, 150-prozentig machen“, lautet seine Firmenphilosophie. Ein Grund dafür, dass er seinen VW-Servicevertrag Ende 2009 zurückgeben wird.

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Seit der neue Gebrauchtwagenstandort zum Unternehmen gehört, kauft das Autohaus etwa 100 bis 150 Fahrzeuge pro Jahr zu. Für den Zu- und Verkauf ist Patrick Hörr in Gundelsheim verantwortlich.

Das wachsende Gebrauchtwagengeschäft stört das Neuwagengeschäft nicht. Das hängt damit zusammen, dass Jung beide Bereiche strikt trennt. Das geht so weit, dass er zum Jahresbeginn eine neue Entlohnungsform eingeführt hat: Der Gebrauchtwagenverkäufer hat zwar auch ein Neuwagenziel, bekommt dafür aber keine Provision. Bei den Neuwagenverkäufern ist es umgekehrt. Über die neue Lösung war zwar keiner begeistert. Letztlich haben sie aber alle akzeptiert. Das führt Jung darauf zurück, dass er seine Mitarbeiter bis zu 1.500 Euro über dem Branchendurchschnitt entlohnt.

Qualität und noch mal Qualität

Die Zuwächse im Service sind zum einen die Folge des erweiterten Gebrauchtwagengeschäfts, zum anderen das Ergebnis der hohen Kundenzufriedenheit im Hause Jung. Für die hat Rudolf Jung ein Erfolgsgeheimnis: Qualitätsarbeit. Dazu gehören in dem Betrieb vermeintlich normale Dinge: Wenn der Kunde zum Service kommt, ist der Auftrag vorbereitet, Termine werden großzügig vergeben, jedes Kundenfahrzeug geht über die Direktannahme, die Kunden bekommen jeden Mangel gezeigt, jede Arbeit und die Rechnung erläutert. Was es nicht gibt: Hektik, Billigangebote und das Aufschwatzen von Zubehör. Die Kunden danken es mit der Note 1,6 bei der Skoda-Kundenzufriedenheitsbefragung.

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Rudolf Jung verschließt nicht die Augen vor der Wirtschaftskrise. Er hat seine Mitarbeiter darauf vorbereitet, dass das Jahr 2009 hart werden kann. „Da muss sich jeder von uns extrem anstrengen und noch eine kleine Schippe mehr leisten als bisher.“ Für den umtriebigen Unternehmer heißt das u. a., sich noch mehr Zeit zu nehmen für Neuwagenkunden. Zwei Stunden sind seiner Meinung nach das Mindeste, denn in Siegelsbach kommen die Leute nicht einfach nur so vorbei, sondern dann, wenn sie wirklich ein Auto kaufen wollen. Deshalb erwarten sie die ganze Aufmerksamkeit des Verkäufers. Jung schaut weiter nach vorn. Obwohl die Geschäfte gut laufen sieht er, dass der alte Betrieb, den seine Eltern einst aufgebaut haben, den Anforderungen eines modernen Autohauses nicht mehr entspricht. Er plant einen Neubau, der am liebsten noch in diesem Jahr fertig werden soll. Elvira Minack

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