Insolvenz von Auto-Kocher hat Konsequenzen

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Geschäftsführer und ZDK-Vizepräsident Hanns-Peter Eger denkt offenbar über einen Rückzug aus seinen Ehrenämtern nach. Er kündigte an, eine Erklärung auf der nächsten ZDK-Vorstandssitzung abzugeben.

Die Insolvenz des Autohauses Kocher hat Folgen. Geschäftsführer Hanns-Peter Eger kündigte an, er werde Konsequenzen auch im Hinblick auf sein Amt als Vizepräsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) ziehen. Eine entsprechende Erklärung werde er persönlich gegenüber seinen Vorstandskollegen auf der bevorstehenden Vorstandssitzung am 6. Dezember in Bonn abgeben, sagte Eger im Gespräch mit »kfz-betrieb« ONLINE.

Auto-Kocher hatte Ende Oktober beim Amtsgericht Heidelberg Insolvenzantrag gestellt. "Wir hatten 2004 einen Verlust", so Eger zu den Gründen. Das sei nicht dramatisch gewesen. Man habe Kostensenkungsmaßnahmen ergriffen und Personal abgebaut. Die erreichten Einsparungen hätten der Hausbank des Unternehmens jedoch nicht gereicht. Das Geldinstitut habe plötzlich die Kreditlinie um die Hälfte gekürzt und zusätzliche Sicherheiten verlangt. "Unter diesen Bedingungen konnten wir nicht weitermachen", sagte Eger. Er zeigte sich enttäuscht, da das Familienunternehmen seit 1923 ein guter Kunde dieser Bank gewesen sei.

Das operative Geschäft läuft derzeit normal weiter. Eger will das Autohaus jedoch selbst nicht weiter betreiben und ist zusammen mit BMW auf der Suche nach einem Nachfolger. Besonders liege ihm am Herzen, dass möglichst alle Mitarbeiter übernommen werden. Das Unternehmen erwirtschaftete im letzten Jahr mit 80 Angestellten einen Umsatz von 38 Millionen Euro und verkaufte insgesamt 1.500 Neu- und Gebrauchtwagen. Nicht von der Insolvenz betroffen ist der Land-Rover-Betrieb der Familie. "Dieses Unternehmen werden wir weiterführen", so Eger.