Jeder Mitarbeiter gibt sein Bestes
Im Frühjahr 2008 hat Renault den „Global Quality Award“ an die 63 besten Händler aus 26 Ländern verliehen. Fünf Deutschen wurde die Ehre zuteil. Einer von ihnen ist Johannes Bräutigam aus Glauchau in Sachsen.
Anbieter zum Thema
Der 66-Jährige hat sich über die Auszeichnung sehr gefreut. Sie öffentlich zu machen – das ist eher nicht sein Ding. „Wir haben einfach unsere Arbeit gemacht“, wehrt er bescheiden ab.
Für das 17-köpfige Team ist das offensichtlich eine Selbstverständlichkeit. Bei den Befragungen, die Renault der gefragten Auszeichnung zugrunde legt, waren 97,1 Prozent der Kunden mit dem Service und 98 Prozent mit dem Verkauf sehr zufrieden.
Ein besonderes Geheimnis stecke nicht dahinter, schmunzelt der Chef. Man müsse einfach für den Kunden da sein, offen und ehrlich mit ihm umgehen und eine gute Arbeit abliefern. Dazu gehört aus seiner Sicht, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Nur so könne Vertrauen entstehen. Bei Neukunden staune er immer wieder, dass sie alles schriftlich haben, sich rundherum absichern wollen.
Alte Fahrzeuge Kein Problem!
Das Problem vieler Händlerkollegen, deren Kunden zu Freien Werkstätten abwandern, wenn ihre Fahrzeuge älter als acht Jahre sind, kennt Bräutigam nicht. Im Gegenteil – er gewinnt eher Kunden anderer Marken, die solche Autos fahren. Das hat sicher auch damit zu tun, dass er hervorragend ausgebildete Werkstattmitarbeiter hat. Bräutigam legt großen Wert auf deren Qualifizierung. Er schickt seine Leute auf Lehrgänge und Seminare – auch wenn diese nicht margenrelevant sind. Zwei Meister hat er für Renault. Die müsste er nicht haben.
Samstags hat die Werkstatt bis 13 Uhr geöffnet. Das ist notwendig, denn viele Kunden sind Wochenendpendler. „Die brauchen ihr Auto am Sonntagabend ja wieder“, weiß der Kfz-Meister. Auch die Flottenkunden nutzen den Tag, um ihre Fahrzeuge am Montag wieder einsatzbereit zu haben.
So etwas spricht sich herum und so hatte das Autohaus, obwohl es in der Kleinstadt Händler aller Marken gibt, im Mai einen Marktanteil von 11,98 Prozent. Den Chef freut es. Gleichzeitig schränkt er ein: „Am Jahresende wird abgerechnet.“
Angst vor der Zukunft kennt Bräutigam allerdings nicht. Stattdessen ist er überzeugt: „Man muss nur mindestens so gut sein, wie die anderen und das Geld, das man verdient, wieder ins Unternehmen investieren. Elvira Minack
(ID:263746)