Delegiertenversammlung Kfz-Gewerbe Hessen Jürgen Karpinski als Präsident bestätigt

Von Holger Zietz

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Jürgen Karpinski führt weiterhin das Kfz-Gewerbes in Hessen. Im Vorfeld zur Jubiläumsfeier des Landesverbands stimmte die Delegiertenversammlung für seine Wiederwahl. Ein weiteres wesentliches Thema waren die Antriebe der Zukunft.

Im Vorfeld zur 75-Jahr-Feier des Kfz-Gewerbes Hessen sind die Delegierten zur Mitgliederversammlung des Verbandes in Wiesbaden zusammengekommen.(Bild:  Zietz/»kfz-betrieb«)
Im Vorfeld zur 75-Jahr-Feier des Kfz-Gewerbes Hessen sind die Delegierten zur Mitgliederversammlung des Verbandes in Wiesbaden zusammengekommen.
(Bild: Zietz/»kfz-betrieb«)

Jürgen Karpinski (72) ist für weitere drei Jahre Präsident und Landesinnungsmeister des Kfz-Landesverbands Hessen. Die Delegiertenversammlung des hessischen Kfz-Gewerbes bestätigte den amtierenden ZDK-Präsidenten in Wiesbaden einstimmig in seinem Amt als Landespräsident.

Karpinski hatte zuvor der Delegiertenversammlung einen Überblick über die aktuelle Lage des Kfz-Gewerbes geboten. Es fehle an Ware im Kfz-Gewerbe, und der Gebrauchtwagenmarkt sei nahezu leergefegt, dennoch bleibe die Nachfrage nach dem Automobil hoch, erläuterte der Präsident des Kfz-Landesverbands Hessen Der Bestelleingang sei hoch, aber oftmals könne in diesem Jahr kein Fahrzeug mehr geliefert werden, so Karpinski weiter.

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Der Absatz von Fahrzeugen mit Benzin- oder Dieselmotor sei im vergangenen Jahr in Hessen abermals gesunken und das durchschnittliche Fahrzeugalter in Hessen auf 9,7 Jahre gestiegen. Auf die Werkstattauslastung habe das jedoch laut Karpinski wenig Einfluss: „Die Autos sind einfach zu gut geworden.“ Dennoch seien Werkstatt- und Teilegeschäft die wichtigen Ertragsbringer in den Betrieben, auch wenn sie rückläufig sind.

Während die Fahrzeughersteller teils Rekordergebnisse einfahren, macht sich bei vielen Autohäusern das dritte Corona-Jahr bemerkbar. Die Rücklagen seien zum Teil aufgebraucht, der Rückgang an Fahrten bei den Firmenflotten und beim Endverbraucher senkten die Zahl der Wartungen.

Karpinski: Hybride nehmen Reichweiten-Angst

Zu den Problemen komme die Unsicherheit durch die angekündigten Änderungen beim Umweltbonus. Karpinski wehrt sich gegen das geplante Ende der Hybridförderung: „Diese Fahrzeuge sind für viele Verbraucher der Einstieg in das elektrische Fahren.“ Sie nähmen dem Kunden die Angst vor der fehlenden Reichweite.

Eine Prognose zur Zukunft des Kfz-Gewerbes gab Professor Stefan Reindl, Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft, unter dem Titel „Branchentransformation und Krisensituation – Herausforderungen und Chancen“. Er rechnet mit einem weiteren Rückgang der Kfz-Betriebe, vor allem die Zahl der Großbetriebe werde weiter sinken. Zählte das Kfz-Gewerbe im Jahr 2000 noch rund 47.000 Betriebe, waren 20 Jahre später noch 36.580 Unternehmen am Markt. Die Zahl der Großbetriebe werde sich von heute 6.800 auf rund 3.900 im Jahr 2030 reduzieren – bei gleicher Anzahl der Betriebsstätten, ist sich Reindl sicher.

Mit Blick auf die Herausforderungen der Zukunft seien die Kfz-Betriebe gut beraten, sich neue und vor allem eigene Geschäftsmodelle zu erschließen. „Die Hersteller verfolgen beim Kunden eigene Ziele“, so Reindl.

Für die Zukunft sieht Reindl die Elektromobilität als „gesetzt“. Bei Pkw und Vans sei der batterieelektrische Antrieb das Mittel der Wahl. Im Jahr 2031 werden nach seiner Einschätzung 27 Prozent der Fahrzeuge mit alternativen Antrieben unterwegs sein. Die wiederholte Forderung nach Technologieoffenheit in der Entwicklung bereite Reindl deshalb „Schüttelfrost“, sagte er.

Reindl: Elektromobilität ist die Zukunft

Karpinski widersprach dieser Aussage ganz entschieden, der Verbrennungsmotor sei nicht am Ende: „Das was wir hineinfüllen, muss überarbeitet werden!“ Deshalb seien E-Fuels die Lösung, um im Flottenbestand die Umweltziele zu erreichen.

Bei den turnusgemäßen Wahlen des Vorstands wurde Jürgen Karpinski im Amt des Präsidenten bestätigt. Ebenfalls einstimmig wiedergewählt wurde der Vizepräsident des Landesverbands Hessen, Michael Kraft aus Gießen, sowie die Vorstandsmitglieder Thorsten Krämer, Ralf Funke, Gerald Weil, Andreas Rietschle, Cyril von Recum und Burkhard Wagner. Neu in den Vorstand gewählt wurden Lothar Ahlers aus Witzenhausen und Harms Böttger aus Wolfhagen.

Georg Wolf trat nicht mehr zur Wahl an. Er wurde für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement mit der goldenen Ehrennadel des Landesverbands Hessen ausgezeichnet. Ebenfalls mit der goldenen Ehrennadel für seinen außerordentlichen und langjährigen Einsatz im Ehrenamt wurde Vizepräsident Michael Kraft geehrt.

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