Erftstadt Customs Karosserie- & Lackarbeiten in der Milchfabrik

Von Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz 4 min Lesedauer

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Schon im Jahr 2022 hatte es Erftstadt Customs in die Top Ten des Deutschen Werkstattpreises geschafft. Inzwischen gibt es eine zusätzliche K&L-Filiale und die Zertifizierung zum VW-Service-Spezialisten. Damit mischen die Erftstädter auch 2025 wieder vorne mit.

Michael Bremm und Angela Saborowski (li.) sind stolz auf das, was sie in Erftstadt geschaffen haben. Die Mitarbeiter des Unternehmens teilen dieses Gefühl.(Bild:  Wenz - VCG)
Michael Bremm und Angela Saborowski (li.) sind stolz auf das, was sie in Erftstadt geschaffen haben. Die Mitarbeiter des Unternehmens teilen dieses Gefühl.
(Bild: Wenz - VCG)

Fragt man Michael (Mike) Bremm, was der herausragendste Unterschied zu seiner Bewerbung zum Deutschen Werkstattpreis des Jahres 2022 ist, so lautet seine Antwort „die Zertifizierung zum Volkswagen Servicespezialisten." Mit Recht ist der Erftstädter Unternehmer stolz auf das, was er in den vergangenen drei Jahren geschafft hat.

So beinhaltet die Spezialisierung beispielsweise die Werksanbindung an den Volkswagenkonzern. Damit kann die freie Werkstatt Erftstadt Customs laut Bremm alle Servicearbeiten an allen Fahrzeugen des Volkswagenkonzerns durchführen – gerade wie eine markengebundene Werkstatt. Ausnahmen gebe es lediglich im Garantie- bzw. Kulanzbereich sowie bei den über das KBA gemeldeten technischen Fahrzeugrückrufen. Zudem könne man keine Volkswagen-Wartungs- und Verschleißverträge abrechnen, das ließe VW derzeit noch nicht zu, ergänzt Bremm.

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Ansonsten mache sein Unternehmen an den Marken VW, Audi, Seat, Cupra, Skoda und VW Nutzfahrzeuge ohne Einschränkung alles. Für Bremm ist die enge Werksanbindung ein Garant für den Erfolg seines Unternehmens in der Zukunft. Dennoch versteht er sich als freier Mehrmarkenbetrieb und unterstreicht, dass auch Fahrzeuge die nicht aus der VW-Organisation kommen, bei Erftstadt Customs betreut werden.

Investitionen in die Zukunft

Im Jahr 2016 entschloss sich Bremm, gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Angela Saborowski eine freie Werkstatt für alle Fahrzeugmodelle in Erftstadt zu eröffnen, für die Saborowski die Geschäftsführung übernahm. Bremm arbeitet seitdem als Werkstattleiter im Unternehmen. Saborowski und Bremm entwickeln ihr Unternehmen beständig weiter.

Die Zertifizierung als VW-Service-Spezialist war mit großen Investitionen verbunden. Bremm schätzt, dass er in den vergangenen drei Jahren etwa 250.000 Euro in seinen Betrieb investiert hat. „Bei Volkswagen gibt es einen Maßnahmenkatalog, den die Werkstatt einfach erfüllen muss", berichtet der Unternehmer. Für Erftstadt Customs bedeutet das, dass die freie Werkstatt in ein neues Achsmessgerät von Hunter investieren musste, dessen Auffahrbühne auch für die Kalibrierung von Fahrerassistenzsystemen genutzt werden kann.

Zusätzlich kaufte Bremm eine neue Radmontageanlage, ebenfalls von Hunter. Dies war notwendig, weil die Räder der Fahrzeuge immer größer wurden. Nicht zuletzt schlug auch die Investition in die IT-Infrastruktur zu Buche. „Wir brauchten für die Spezialisierung einen Original-VW-Server. Dafür mussten wir für die Werkstatt das Internet zur Verfügung stellen,", berichtet Bremm. Dies sei Voraussetzung dafür, dass man von VW das entsprechende Terminal bekomme. Mit der Hardware allein ist aber nicht getan, das Unternehmen braucht auch jemanden, der damit umgehen kann. „Wir haben das Glück, dass unser Werkstattmeister 15 Jahre Werkstattleiter in einem Volkswagen-Autohaus war“, fügt Bremm an.

Die bisherigen Investitionen seien für sein Unternehmen ein „Quantensprung“ gewesen, kommentiert Bremm. Der zuständige VW-NORA-Standort habe ihn sehr gut unterstützt: „Man braucht die Markenwerkstatt an seiner Seite, wenn man das alles Umsetzen will“, ist Bremm überzeugt. Für freie Werkstätten sei dieser Weg der Weg in die Zukunft, wiederholt Bremm. Gerade die freien Werkstätten müssten sich deutlich mehr vernetzen, ist der Unternehmer überzeugt.

Es sei beispielsweise nicht notwendig, dass sich jede Werkstatt in der Umgebung einen Achsmessstand bzw. das Equipment für die FAS-Kalibrierung zulege. „Wenn es um die VW-Marken geht, können andere Werkstattbetreiber unser Know-how nutzen, für andere Marken würde ich gerne deren Spezialisierung in Anspruch nehmen", führt Bremm aus. Das Invest hatte, nachdem es sich im regionalen Markt herumgesprochen hat, für Erftstadt Customs einen weiteren positiven Effekt. Das durchschnittliche Fahrzeugalter der Kundenfahrzeuge in der Werkstatt habe sich deutlich verjüngt. „Wir machen heute auch Erstinspektionen“, berichtet Bremm stolz.

Wirtschaftsstandort Milchfabrik

Schon 2022 sprach der Erftstädter Unternehmer davon, einen weiteren Standort für Karosserie- und Lackierarbeiten einrichten zu wollen, um sein Leistungsportfolio zu erweitern. Bremm hatte dabei in erster Linie das Thema Restauration im Blick. Denn der Bulli-Spezialist (siehe auch Beitrag 2022) kümmert sich schon seit der Unternehmensgründung 2016 speziell um diese Fahrzeuge. Damit ist Bremm auch in der Region (und darüber hinaus) bekannt geworden – wer ein Problem mit seinem Bulli hat, der fuhr zu Erftstadt Customs.

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Doch die Installation eines K&L-Betriebs brachte einige Hürden mit sich, die der Unternehmer zunächst aus dem Weg räumen musste. Im in der in der Nähe erstandenen K&L-Betrieb konnten seine Pläne nicht umgesetzt werden. Doch er hatte Glück im Unglück: Im Nachbarort (Erftstadt-Köttingen) gab die Molkerei Hochwald ihren Produktionsstandort auf. Die Erftstädter wollten nicht, dass die ehemalige Milchproduktion zu einem weiteren „Lost Place“ in Deutschland und so dem Zerfall preisgegeben wird. Man will hieraus einen neuen Wirtschaftsstandort in der Region machen.

Bremm reagierte schnell und war einer der ersten Mieter von insgesamt 700 m2 Hallenfläche. Er schaffte das aus dem K&L-Betrieb gekaufte Equipment nach Köttingen und richtete einen Lackierbetrieb in den vorhandenen Hallen ein. Der Publikumsverkehr läuft dabei komplett über die freie Werkstatt in Erftstadt-Lechenich. In einer zweiten Halle richtete Bremm zunächst ein Teilelager ein – mit vorwiegend gebrauchten Teilen für seine Bulli-Restaurierungen. In einem weiteren Schritt will er die Lack- und Karosseriearbeiten voneinander trennen.

Ein Problem ist dem Erftstädter allerdings geblieben: der Fachkräftemangel. Bremm sucht derzeit mindestens sechs neue Mitarbeiter, sowohl in der Mechanik als auch im Karosserie- beziehungsweise Lackbereich.

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