Auto Ruhfass E-Pionier aus Vohburg gewinnt Deutschen Werkstattpreis 2025

Von Jakob Schreiner 4 min Lesedauer

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Der Gewinner des begehrten Branchen-Preises konnte die Jury mit seinem einzigartigen E-Mobilitäts-Geschäftsmodell und der beispielhaften Weiterentwicklung von der klassischen freien Werkstatt zum Spezialisten überzeugen. »kfz-betrieb« vergab den Preis gemeinsam mit ATE, GTÜ, LKQ DACH und Würth bereits zum 15. Mal

Konfettiregen für den Sieger: Auto Ruhfass holt den Deutschen Werkstattpreis nach Vohburg.(Bild:  Stefan Bausewein)
Konfettiregen für den Sieger: Auto Ruhfass holt den Deutschen Werkstattpreis nach Vohburg.
(Bild: Stefan Bausewein)

Der Gewinner des Deutschen Werkstattpreises kommt in diesem Jahr aus dem bayerischen Vohburg. Auto Ruhfass beeindruckte die Jury unter anderem mit seinem wegweisenden Umgang mit der E-Mobilität, einem wahrscheinlich einzigartigen Geschäftsmodell und der gelungenen Balance zwischen Innovation und traditionellem Werkstattservice.

Bereits zum 15. Mal zeichnete die Redaktion des Fachmediums »kfz-betrieb« gemeinsam mit den Partnern ATE, GTÜ, LKQ DACH und Würth am 10. Oktober 2025 im Würzburger Vogel Convention Center die zehn besten freien Werkstätten Deutschlands aus. Die rund 250 Gäste konnten bei der Preisverleihung am Vorabend der „Fachtagung Freie Werkstätten und Servicebetriebe“ die Veranstaltung mit eindrucksvollen Videos von den Betrieben der Preisträger und glücklichen Siegern auf dem Podium live miterleben.

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Die Jury sah in dem Betrieb von Inhaber Manuel Ruhfass ein Paradebeispiel dafür, wie aus der oft beschworenen Chance E-Mobilität ein echter Business-Case werden kann und wie sich eine traditionelle freie Werkstatt erfolgreich weiterentwickeln kann: 1989 begann Manuel Ruhfass in einer Garage Fahrzeuge zu reparieren. Seit 1996 am heutigen Standort in Vohburg ansässig, ist das Unternehmen mit klassischem Kfz-Service und der Unfallreparatur aktiv – und permanent gewachsen.

Der Weg zum E-Mobilitäts-Spezialisten begann für das Unternehmen vor etwa sechs Jahren eher aus der Not heraus: Als die Auftragslage zurückging und der Unternehmer nach Arbeit suchte, kam ein Automobilhersteller mit einem ungewöhnlichen Angebot auf Ruhfass zu: Er habe einen Haufen E-Autos, aus denen die Batterien ausgebaut werden müssen. Pragmatisch und ohne zu wissen auf was man sich da eigentlich einließ, willigte Ruhfass ein und die Batterie begannen sich zu stapeln…

Was eher als Notlösung begann, entwickelte sich zum Geschäftsmodell: Seit 2020 baut das Unternehmen HV-Speicher mit „alten" Batteriemodulen, entwickelt eigene HV-Testgeräte und zerlegt, prüft und verwertet E-Fahrzeuge – nach eigenen Angaben rund 3.000 pro Jahr.

Trotz dieser umfangreichen Aktivitäten abseits des klassischen Kfz-Service ist das Unternehmen seinen Wurzeln treu geblieben: Beweis dafür ist die top ausgerüstete Werkstatt und der erst kürzlich entstandene Büro- und Annahmekomplex samt moderner Prüfstraße mit abtrennbarer Ausstellungshalle inklusive Küche und Catering – auch als Eventfläche nutzbar. Oder die eigene Lehrlingswerkstatt, in der ein Meister mit Azubis reale Aufträge ohne Zeitdruck bearbeitet. So zieht man sich die dringend benötigten Fachkräfte im eigenen Haus heran und die Azubis lernen ab dem ersten Tag.

Trotz seiner Größe ist Auto Ruhfass ein echter Familienbetrieb geblieben, der großen Wert auf den wertschätzenden Umgang mit seinen Mitarbeitern legt. Mit der Industrie aus Ingolstadt direkt nebenan sind auch viele Benefits für die Mitarbeiter notwendig – von der Gewinnbeteiligung über eine gute Bezahlung bis hin zu Unternehmensbeteiligungen und eigenen Mitarbeiterwohnungen wird hier die gesamte Klaviatur gespielt.

Betriebe auf Top-Niveau

Die Auswahl des Gesamtsiegers war keine leichte Aufgabe für die Jury. Denn alle prämierten Kfz-Betriebe glänzten mit einer hohen Service- und Arbeitsqualität. „Die ausgezeichneten Betriebe setzen Maßstäbe für das gesamte Kfz-Gewerbe und zeigen anderen Werkstätten, was möglich ist“, hob »kfz-betrieb«-Chefredakteur Wolfgang Michel hervor.

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Platz 2 und 3: Konsequente Digitalisierung und Spezialisierung als Erfolgsfaktoren

Den zweiten Platz sicherte sich das Autohaus Frisch aus Forstinning mit einer beeindruckenden digitalen Transformation. „So digital war's noch nie", schwärmte die Jury von dem Betrieb, der mit einem Klick Serviceabläufe bis aufs Auto genau herunterbrechen kann und Echtzeit-Statusmeldungen à la Sendungsverfolgung anbietet. Mit 100 Tablets, 40 PCs und zehn Diagnosetestern werden hier papierlose Prozesse bei 10.000 Reparaturaufträgen pro Jahr gelebt – gesteuert von cloudbasierten Werkstattmanagementsystemen und eigenen Softwarelösungen.

Werner Frisch hat den 1977 gestarteten Ein-Mann-Betrieb zum freien Full-Service-Anbieter mit 100 Mitarbeitern und circa 5.000 Quadratmetern Werkstattfläche entwickelt. Auch die Unternehmensnachfolge ist mit Laura und Stefan Frisch bereits gesichert – sie tragen Leitungsverantwortung und treiben die Digitalisierung nach der Devise „erst der funktionierende Prozess, dann Digitalisierung und KI“ konsequent voran.

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Auf den dritten Platz kam die Stern Profis aus dem hessischen Bickenbach – ein Paradebeispiel für eine radikale Markenspezialisierung. In der piekfeinen und blitzsauberen Werkstatt wird ausschließlich an Fahrzeugen von Mercedes-Benz und Smart geschraubt, und das auch nur an Fahrzeugen ab Baujahr 2003. Selbst Stammkunden mit einem Zweitwagen anderen Fabrikats werden freundlich abgewiesen und an Kollegen weiterempfohlen. Das Ergebnis: Herstellerkompetenz ohne Vertrag mit Original-Mercedes-Diagnosesystemen und identischer Technik wie beim Markenpartner – nur günstiger, flexibler und mit kürzeren Wegen. Dazu kommt die besondere Expertise als Brabus-Kompetenzzentrum und eine außergewöhnliche Social-Media-Kompetenz.

Weitere Top-Ten-Platzierungen sicherten sich:

  • Kfz-Röttgen, Erftstadt
  • 1a Autoservice Steffen, Appenweier
  • Autohaus Schlesner, Nienburg
  • Kfz Hager, Rennertshofen
  • Erftstadt-Custom, Erfstadt
  • Autohaus Bütje, Cuxhaven
  • Autohaus Wagner, Haiming

Die Teilnahme am Deutschen Werkstattpreis beginnt für die Betriebe mit einer schriftlichen Bewerbung. Nach der Auswertung der Fragebögen besuchen die Jurymitglieder die auf dem Papier zehn besten Werkstätten im Rahmen einer Rundreise durch ganz Deutschland. Sie bewerteten das äußere und innere Erscheinungsbild der Kfz-Betriebe, die Serviceangebote, das Marketing, die Kundenansprache und -betreuung, den Onlineauftritt sowie die Unternehmens- und Mitarbeiterführung. Zur Jury gehören neben der redaktion von »kfz-betrieb« auch Experten der Partner ATE, GTÜ, LKQ DACH und Würth.

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