Keine Zukunft für die Smiles AG

Von Andreas Grimm

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Die Hoffnungen des Vorstands waren trügerisch. Aus Sicht des Insolvenzverwalters hat der Elektroauto-Spezialist keine wirtschaftliche Überlebenschance. Die Produkte der Smiles AG waren nicht mehr konkurrenzfähig.

Das Konzept der Smiles AG, mit Elektroautos zu handeln, ist gescheitert.(Foto:  Schmidt)
Das Konzept der Smiles AG, mit Elektroautos zu handeln, ist gescheitert.
(Foto: Schmidt)

Für die insolvente Smiles AG gibt es keine Aussicht auf Weiterführung. "Es geht nicht weiter", verdeutlichte Insolvenzverwalter Markus Schädler von der Würzburger Kanzlei Bendel & Partner im Gespräch mit »kfz-betrieb ONLINE«. Nach Sichtung der Unterlagen sehe er für keines der Geschäftsfelder des Elektroauto-Spezialisten mittelfristig eine realistische Marktchance. Einer Auffanggesellschaft, von der der Vorstand nochin seiner jüngsten Mitteilung gesprochen hatte, ist damit der Boden entzogen. An diesem Mittwoch wurde der Belegschaft deshalb die Kündigung ausgesprochen.

Zuletzt hatte die Smiles AG große Hoffnungen auf den Vertrieb von Produkten des Elektroauto-Herstellers Mia gesetzt. In diesem Projekt sieht Schädler allerdings bestenfalls einen Wechsel in die Zukunft. "Außer der Idee gibt es da noch nichts", sagte er. Um den Vertrieb in Gang zu bringen, wäre eine Anschubfinanzierung von geschätzten 700.000 Euro notwendig geworden - "für ein insolventes Unternehmen ein Himmelfahrtskommando".

Geschäftsbereiche ohne Zukunft

Die anderen Geschäftsbereiche der Smiles AG sind dagegen gefloppt oder haben sich überholt. Der Vertrieb des indischen Elektroautos Reva ist wegen des veralteten Designs nicht recht in Gang gekommen, ein angekündigtes neues Modell verzögerte sich und soll nun zum Jahreswechsel kommen. Zu spät für das insolvente Unternehmen. Auch der Vertriebserfolg des Tazzari Zero scheiterte Schädler zufolge an technischen Problemen. Eine Weiterführung dieses Geschäftszweiges biete keine Perspektiven.

Bleibt der frühere Kern des Unternehmens, die Produktion des dreirädrigen Elektromobils CityEL, mit der das Unternehmen aus Baldersheim bei Würzburg 1995 - damals als CityCom Elektromobile GmbH - begonnen hatte. Sie läuft aus, weil das Produkt nicht mehr konkurrenzfähig ist. Der mit dem CityEL am ehesten vergleichbare Renault Twizzy, der in Kürze auf den Markt kommt, ist wesentlich schicker.

Auch wegen der sich abzeichnenden Konkurrenz auf dem Feld der Elektromobile hatte sich das Unternehmen 2009 neu ausgerichtet und sich stärker zum Import und Vertrieb von Elektrofahrzeugen kleinerer Hersteller entschlossen. Dazu hatte die Smiles AG nach eigenen Angaben ein Händlernetz von bis zu 60 Partner gestrickt. Für den weiteren Aufbau des Netzes und des Mia-Vertriebs war der Kapitalzufluss der zuletzt geplatzten Kapitalerhöhung gedacht gewesen. Wirklich aktiv waren zuletzt nach Ansicht des Insolvenzverwalters zuletzt wohl nur noch zehn Händler.

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