EU-Klimapolitik Kfz-Allianz fordert Rücksicht auf kleine und mittlere Betriebe

Von Doris S. Pfaff

Anbieter zum Thema

Mit einem Positionspapier hat die europäische Allianz der Autohändler und -werkstätten (AECDR) zum Klimapaket der EU-Kommission, „Fit für 55“, Stellung bezogen. Darin fordert die Vereinigung „einen ambitionierten, aber zugleich realistischen Umgang mit der Transformation zu einer klimaneutralen Mobilität“.

AECDR-Sprecherin Antje Woltermann appellierte an die EU-Kommission, die kleinen und mittleren Unternehmen auf dem Weg, die Klimaziele zu erreichen, mitzunehmen.(Bild:  ZDK)
AECDR-Sprecherin Antje Woltermann appellierte an die EU-Kommission, die kleinen und mittleren Unternehmen auf dem Weg, die Klimaziele zu erreichen, mitzunehmen.
(Bild: ZDK)

In ihrem Positionspapier betont die AECDR, das mittelfristige Ziel der EU einer Kohlendioxid-Reduktion um 55 Prozent bis zum Jahr 2030 aktiv zu unterstützen. Der Fahrzeughandel verstehe sich dabei als Schnittstelle sowohl zu privaten als auch gewerblichen Kunden auf dem Weg zur klimaneutralen Mobilität der EU bis zum Jahr 2050. Die Allianz appellierte jedoch an die EU-Kommission, einen „praxisgerechten Weg“ zu wählen, um die Klimaziele zu erreichen, und Unternehmen wie auch Verbraucher mitzunehmen.

Antje Woltermann, Sprecherin der AECDR, erklärte: „Die Transformation sollte die Themen Nachhaltigkeit und Beschäftigung auch bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) vorantreiben. Unrealistische Ziele führen zu außerordentlichem Druck auf Tausende von Händlern, die zurzeit erhebliche Investitionen in die Zukunftsfähigkeit ihrer Unternehmen vornehmen. Deshalb appellieren wir an die politischen Entscheider in der EU, das Umfeld der KMU in Europa nicht aus den Augen zu verlieren. Die Verabschiedung der neuen Kohlendioxid-Standards für Neufahrzeuge im Juni 2022 wird der erste Meilenstein auf dem Weg zu ambitionierten, aber dennoch realistischen Lösungen für alle Beteiligten an diesem Transformationsprozess sein.“

Anlass zum Positionspapier geben die anstehenden Beschlüsse der EU-Kommission zu den zukünftigen Kohlendioxid-Standards für die Jahre 2025, 2030 und 2035.

Die Allianz aus Autohändlern und Werkstättenbetreibern weist darauf hin, dass sie bereits seit Jahren in Mitarbeiter und neue Strukturen investiert, um Verbrauchern und Unternehmen verlässliche und bezahlbare Mobilitätslösungen anzubieten. Diesen Weg wolle sie weitergehen, um die Voraussetzungen in den Betrieben für neue Fahrzeugtechnologien zu schaffen, die zur Dekarbonisierung der Mobilität beitragen.

Dafür brauche es aber weitere Unterstützung durch die jeweiligen Länder und die EU. Allen voran müsse stärker als bisher in den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge investiert werden.

Sieben Millionen Ladepunkte bis 2030

Das von der EU anvisierte Ziel von 3,5 Millionen Ladepunkten bis 2030 sei nicht ausreichend. Es müssten stattdessen doppelt so viele Ladepunkte geschaffen werden. Mit einer neuen Verordnung für Schnellladestationen müsse ein europaweit geltendes Anreizprogramm sowohl für private als auch gewerbliche Nutzer geschaffen werden.

Auf dem Weg zur Dekarbonisierung könnten Antriebskonzepte jenseits von rein batterieelektrischen Fahrzeugen eine bedeutende Rolle spielen – die Allianz verweist auf den Einsatz von Wasserstoff, Biokraftstoffen, Biomethan oder synthetischen Kraftstoffen, heißt es in dem Positionspapier.

(ID:48401845)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung