»kfz-betrieb« Auto-Check: Citroën Berlingo

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An den Sitzen gibt es wenig zu mäkeln, sie sind bequem und mit robusten Stoffen bezogen. Allerdings hätte der Hersteller den Mitfahrern im Fond neben der üppigen Kopf- durchaus etwas mehr Beinfreiheit spendieren dürfen. Auf dem Papier ist diese mit 24,5 Zentimetern zwar durchaus konkurrenzfähig, zwei Testpersonen mit 1.90-Meter-Gardemaß mussten sich dann aber doch eher in die Sitze falten. Immerhin: Der Einstieg über die Schiebetüren an beiden Seiten gelingt problemlos.

Großartiges Raumangebot

Trotz der kleinen Abstriche bei der Beinfreiheit bleibt das Raumangebot das größte Plus des Berlingo. Passen in den Kofferraum normalerweise schon stolze 675 Liter hinein, lässt sich das Volumen auf bis zu 3.000 Liter erweitern, sofern man die hintere Sitzreihe hinaus nimmt. Auch Ablageflächen für kleinere Gegenstände wie Smartphone oder Portemonnaie gibt es im Berlingo in Hülle und Fülle. Ob wie bereits erwähnt direkt unter dem Dach, in den Türen, im Mitteltunnel, über der Frontscheibe, im Armaturenbrett oder unter dem Boden im Fond – überall gibt es Stauraum. Einzige Gefahr bei so vielen Möglichkeiten: Die Übersicht kann hier schon einmal verloren gehen.

Am Fahrverhalten des Berlingo hatten wir kaum etwas auszusetzen. Der 120-PS-Diesel unseres Testwagens arbeitete leise und bot mit seinem maximalen Drehmoment von 300 Nm, das ab 1750/min. anliegt, genug Vortrieb für den laut Hersteller 1.449 Kilogramm (Leergewicht) schweren Wagen. Überhaupt ist es den Ingenieuren gelungen, die Außengeräusche in einem sehr angenehmen Rahmen zu halten. Bei schnellen Kurvenfahrten ist dem Berlingo anzumerken, dass er Pragmatiker und kein Sportler ist, vor größeren Schwindelanfällen müssen die Insassen im Normalfall aber keine Angst haben. Gut abgestimmt war das manuelle 6-Gang-Getriebe, die Schaltung per Hebel direkt unter dem Armaturenbrett funktionierte präzise. Die Lenkung gibt ausreichend Rückmeldung und die gut abgestimmte Federung sorgt auch auf unebenem Gelände jederzeit für einen ansprechenden Komfort.

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Aus dem Stand schafft es der Berlingo in 11,4 Sekunden auf 100 Stundenkilometer, der vom Hersteller bezifferte Verbrauch war wie immer unerreichbar. Die rund 6 Liter, die wir statt der angegebenen 4,4 Liter auf 100 Kilometer brauchten, können sich aber dennoch sehen lassen.

Die Preise des Berlingo beginnen bei 17.600 Euro. Für den von uns gefahrenen und durchaus empfehlenswerten 120-PS-Diesel werden mindestens 23.600 Euro fällig. Auf der einen Seite hat Citroën mit dem Berlingo das Ziel seiner Marketingstrategen verfehlt: Zu einem innovativen und mutigen Auto wird der Hochdach-Kombi auch in Zukunft nicht mehr werden. Dafür ist er gerade für Familien und Geschäftsleute dennoch ein gutes Auto – und darum sollte es letztendlich ja auch gehen. Schließlich ist „le car“ im Zweifelsfall immer noch wichtiger als „le caractère“.

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