»kfz-betrieb« Auto-Check: Range Rover Sport Hybrid

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Inwieweit sich die vom Hersteller angegebene elektrische Reichweite von bis zu 48 Kilometer bei unseren Testfahrten bestätigt hat, erfahren Sie in Kürze. Zuvor gibt es noch folgende Hybridaspekte: Obwohl sich das Auto nahezu lautlos fortbewegt, nehmen Fußgänger das SUV akustisch wahr. Begründung: Ist der Wagen im reinen Elektrobetrieb unterwegs, erzeugt das sogenannte Audio Vehicle Alert System (AVAS) bis Tempo 22 km/h ein künstliches Fahrgeräusch. Rein elektrisch ist das Hybrid-SUV übrigens maximal knapp 140 km/h schnell unterwegs.

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Und was sagt der Hersteller über den Hybridverbrauch? Die CO2-Emissionen belaufen sich im kombinierten Zyklus auf 73 g/km, während der Verbrauch 3,2 Liter pro 100 Kilometer beträgt. Und beim Bremsen gewinnt das Hybridsystem entstehende Energie zurück, vor allem beim Bergabfahren wird so die Batterie geladen. Zudem kann der Fahrer mit Save-Modus den jeweiligen Ladezustand der Batterie „einfrieren“, um den Energievorrat für bestimmte Abschnitte der Fahrt zu nutzen. Der Save-Modus wird über den Touchscreen aktiviert.

Selbst ein Land Rover Sport Hybrid kann nicht zaubern

Jetzt kommen wir zur Wahrheit. Und diese weicht wie bei Otto und Diesel auch beim Hybrid von den Werten auf dem Prüfstand ab. Im Alltag erreichten wir trotz 100 Prozent Batterieladezustand die vom Hersteller angegebenen 48 Kilometer während keiner einzigen Fahrt. Unser Bestwert lag bei 38 Kilometern (siehe Bildergalerie). Nach rund 1.700 Testkilometern zeigte uns der Bordcomputer einen kombinierten Kraftstoffverbrauch von 11,1 Litern bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 103 km/h an.

Fazit: Die vom Hersteller angegebenen 3,2 Liter kombinierter Kraftstoffverbrauch sind im realen Betrieb zumindest auf einer Entfernung von 100 Kilometern nicht zu erzielen. Bei einem zulässigen Gesamtgewicht von über drei Tonnen und der aktuell im Range Rover Sport P400e verbauten Batteriekapazität würde das ja auch an ein Wunder grenzen. Aber selbst wenn es zauberhaft ist, mit einem Range Rover Sport P400e durch verschneite Winterlandschaften zu fahren – zaubern kann auch dieses Auto bzw. dieser Land Rover nicht. Wer sich also für die Hybridvariante entscheidet, muss nicht nur bereit sein, die Mehrkosten im Vergleich zum Benzin- oder Dieselmodell von 17.500 bzw. 9.500 Euro zu akzeptieren. Er sollte auch ein zum Hybridantrieb passendes alltägliches Kurzstrecken-Fahrprofil haben.

Wer also den Hybridantrieb im Range Rover Sport dem Diesel oder reinen Benziner vorzieht, muss ein Hybrid-Überzeugungstäter sein. Wie viele es davon 2019 bei den Land-Rover-Händlern in Deutschland geben wird, verrät am Jahresende der Blick auf die Neuzulassungen. Wir behalten die Entwicklung im Auge.

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 Wolfgang Michel

Wolfgang Michel

Chefredakteur »kfz-betrieb«