ZDK/ZVK-Verbandskrise Kfz-Gewerbe NRW hält am Kurs fest

Von Doris S. Pfaff 2 min Lesedauer

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Das Kfz-Gewerbe NRW hält am Kurs fest und kündigt die Umsetzung des Trennungsbeschlusses an: Der ZVK soll eine eigene Geschäftsstruktur erhalten.

Klausurtagung des Vorstands des Kfz-Gewerbes NRW. In Münster stand die Trennung der Geschäftsstelle zwischen ZDK und ZVK auf der Agenda. Mit dabei Präsident Frank Mund (2. v.r.) und Bundesinnungsmeister und ZVK-Präsident Detlef Peter Grün (3. v. r.). (Bild:  Kfz-NRW)
Klausurtagung des Vorstands des Kfz-Gewerbes NRW. In Münster stand die Trennung der Geschäftsstelle zwischen ZDK und ZVK auf der Agenda. Mit dabei Präsident Frank Mund (2. v.r.) und Bundesinnungsmeister und ZVK-Präsident Detlef Peter Grün (3. v. r.).
(Bild: Kfz-NRW)

Bei der Vorstandsklausurtagung des Kfz-Gewerbes Nordrhein-Westfalen (NRW) ging es am ersten März-Wochenende in Münster vor allem um die Neuorganisation der Zusammenarbeit von ZDK und ZVK.

Wie berichtet, hatte sich um die zunächst nicht erfolgreiche Akkreditierung des AÜK-Systems ein Streit zwischen den Vorständen des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) und des Zentralverbands des Kfz-Handwerks (ZVK) entzündet. Als Folge des Streits beschloss der ZVK-Vorstand die Trennung der gemeinsamen Geschäftsstelle von ZDK und ZVK bzw. Bundesinnungsverband. Diese besteht seit 1978.

Außerdem reichte der Landesverband des Kfz-Gewerbes NRW Ende des Jahres seinen Austritt aus dem ZDK ein. Allerdings hatten die Mitglieder – Vertreter der Innungen – in NRW diesem Schritt nur als Vorratsbeschluss zugestimmt. Bevor der Austritt wirksam wird, muss der Vorstand – so zumindest hatte er es den Mitgliedern versprochen – den Beschluss noch einmal vorlegen.

Parallel laufen seit Anfang des Jahres die Gespräche zwischen Vertretern des ZVK und ZDK darüber, wie die Trennung der Geschäfte der beiden Verbände vollzogen werden kann. Über den Inhalt der Gespräche wurde Stillschweigen vereinbart. Als ein Ergebnis ihrer Klausurtagung teilte der NRW-Vorstand jedoch mit, wie sie sich die Umsetzung vorstellen.

Schneller Aufbau einer eigenen Arbeitsorganisation

„Der Bundesinnungsverband muss zügig eigene Strukturen aufbauen, um kraftvoll für die Interessen der rund 30.000 Kfz-Unternehmen einzutreten. Eine starke, eigenständige Arbeitsorganisation ist dafür die Grundlage“, teilte Präsident Frank Mund mit.

Als zentraler Punkt, die aktuellen Herausforderungen der Kfz-Betriebe zu meistern, möchte er eine Stärkung der Interessenvertretung auf europäischer Ebene. „In Brüssel fehlt seit Jahren die Voraussetzung für schlagkräftige politische Bündnisse, um Rahmenbedingungen aktiv mitzugestalten“, kritisiert Mund.

Auch das Thema Fachkräftesicherung und Ausbildung nennt NRW als eigenes Thema, insbesondere „eine grundlegende Erneuerung der Ausbildungsstruktur“. „Der Weg vom zweijährigen Ausbildungsberuf bis hin zum Master Professional muss zukunftssicher gestaltet werden, um dem Kfz-Gewerbe qualifizierte Nachwuchskräfte zu sichern“, heißt es in der Mitteilung.

Weitere Herausforderungen, die dringend angegangen werden müssten, sei ein gesetzlich verankerter Investitionsschutz für Handelsbetriebe, die Reduzierung betrieblicher Berichtspflichten bis hin zur fairen Vergütung von Garantiearbeiten. Auch der nachhaltige Umgang mit Elektronikbauteilen und der wachsende Einsatz von Fahrerassistenzsystemen erfordern klare Regelungen.

Die Kritik Richtung ZDK ist deutlich: „Wir brauchen weniger Schaufensterpolitik, sondern mehr Sacharbeit, um mit dem Bundesinnungsverband für unsere Mitglieder echten Mehrwert zu schaffen“, so Mund. Die Entschlossenheit sei dafür da und müsse jetzt umgesetzt werden, heißt es abschließend.

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