Übersetzungstool Kfz-Translator hilft Azubis in der Werkstatt

Von Doris S. Pfaff 3 min Lesedauer

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Für Mitarbeiter mit Migrationshintergrund, insbesondere für Auszubildende in der Werkstatt, gibt es einen Kfz-Translator. Das Tool ist in einer Kooperation von Topmotive, DAT und Kfz-Gewerbe Schleswig-Holstein entstanden. Damit können deutsche Fachbegriffe in 27 Sprachen übersetzt werden.

Als schneller Helfer zu Hand: Der Kfz-Translator hilft Mitarbeitern in Kfz-Betrieben, die richtigen Fachbegriffe ins Deutsche oder in die jeweilige Muttersprache zu übersetzen.(Bild:  Topmotive)
Als schneller Helfer zu Hand: Der Kfz-Translator hilft Mitarbeitern in Kfz-Betrieben, die richtigen Fachbegriffe ins Deutsche oder in die jeweilige Muttersprache zu übersetzen.
(Bild: Topmotive)

Das Kfz-Gewerbe kämpft wie viele andere Branchen um junge Fachkräfte, insbesondere um Auszubildende. Um sprachliche Hürden für interessierte junge Menschen mit Migrationshintergrund möglichst niedrig zu halten, gibt es nun einen Kfz-Translator, der speziell für die Autobranche und die Kfz-Werkstatt entwickelt wurde und Übersetzungen von Fachbegriffen in 27 Sprachen anbietet.

Den Kfz-Translator hat die Topmotive-Gruppe in Kooperation mit der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) und dem Landesverband des Kfz-Gewerbes Schleswig-Holstein entwickelt. Ziel des Übersetzungstools ist, potenziellen Fachkräften mit Migrationshintergrund eine Möglichkeit zu eröffnen, eine qualitativ hochwertige Ausbildung zu durchlaufen – und das trotz sprachlicher Einschränkungen.

Die Topmotive-Gruppe mit ihrem Hauptsitz im schleswig-holsteinischen Bargteheide gilt als europaweit führendes Unternehmen im Bereich Katalog- und Informationssysteme sowie passgenaue Services im Automotive Market.

Der Kfz-Translator ist in 27 Sprachen verfügbar

Das Übersetzungstool Kfz-Translator steht in 27 Sprachen zur Verfügung und umfasst rund 400.000 Fachbegriffe rund ums Fahrzeug. Es basiert auf einem Translator, den Topmotive seinen Kunden, Teileherstellern, Teilehändlern und Werkstätten europaweit zur Verfügung stellt.

Den Kfz-Translator wertet Anja Pleus, Inhaberin und Geschäftsführerin der Topmotive-Gruppe, als wichtigen Schritt, um für mehr Fachkräfte zu sorgen. Sie bedauere es, wenn junge Menschen, die z. T. schon Qualifikationen erworben hätten, in einer Ausbildung an der Sprachbarriere scheiterten: „Da kommt beispielsweise ein junger Mann mit einem großen Talent fürs Schrauben in einen Betrieb und kann seine Ausbildung nicht erfolgreich abschließen – nicht, weil er das technisch nicht auf die Reihe bekommt, sondern weil ihm die deutschen Fachbegriffe rund ums Auto fehlen“, so Pleus.

Das neue Übersetzungstool kann der Azubi im täglichen Berufsleben nutzen. Wenn ihm beispielsweise in der Werkstatt die deutsche Bezeichnung fehlt, kann er den Begriff in seiner Muttersprache eingeben. Natürlich kann er sich den deutschen Begriff auch in seine Muttersprache übersetzen lassen.

Integration durch berufliche Teilhabe

Martin Seydell, stellvertretender Geschäftsführer des Kfz-Landesverbands und dort u. a. für Berufsbildung zuständig, begrüßt den Kfz-Translator: „Wir wissen von unseren Mitgliedsbetrieben, wie sehr ihnen das Thema Ausbildung unter den Nägeln brennt. Da ist sehr oft das Bedauern, zu erleben, dass es jemand mit guten technischen Fähigkeiten nicht schafft, seine Ausbildung erfolgreich abzuschließen, weil es an Kompetenz im Gebrauch der deutschen Sprache mangelt.“

Dabei sei die Teilhabe am beruflichen Leben ein elementarer Bestandteil einer erfolgreichen Integration. Es wäre doch traurig, wenn das verhindert werde, nur weil jemand nicht sofort wisse, was das Wort Bremsscheibe bedeute, so Seydell weiter.

Bestandteil dieser technischen Anwendung von Topmotive sind neben den reinen Fachbegriffen auch Zeichnungen z. B. von Bauteilen, die die DAT beigesteuert hat. „Beide haben sich mit ihrer Expertise bei Kfz-Translator als wertvolle Partner des Landesverbands und damit auch seiner Mitglieder erwiesen“, sagt Seydell.

„Das Übersetzungstool passt sehr gut zu den Angeboten, die der Landesverband den Mitgliedsbetrieben macht, um sie im Bereich Integration von ausländischen Mitarbeitern zu unterstützen. Dazu gehören Schulungen, wie z. B. Azubi-Seminare, bei denen auch regelmäßig junge Leute mit ausländischen Wurzeln in der Kommunikation mit ihren Ausbildenden unterrichtet werden. Für die Ausbildungsverantwortlichen selbst gibt es ebenfalls Schulungen, in denen die Herausforderungen im Umgang mit einer Generation von Berufsanfängern angesprochen werden, die zu einem bedeutenden Anteil Defizite in der deutschen Sprache haben“, lobt auch Björn Bigga, Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses im Landesverband, das neue Hilfsmittel.

Alle Beteiligten zeigten sich in dem Zusammenhang zudem einig, dass die Prüfungsordnung in Bezug auf Sprache unbedingt angepasst werden müsse. Die digitale Prüfung biete dafür viele Möglichkeiten.

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