Kia-Händlerverband: "Noch nicht am Ziel"
Die Stimmung im Händlernetz der koreanischen Marke ist trotz erreichter Verbesserungen immer noch schlecht. Auf der Jahreshauptversammlung des Händlerverbands machten die Kia-Partner ihrem Ärger Luft.
"Eine turbulente Zeit liegt hinter uns - und die Turbulenzen haben sich noch nicht gelegt". Mit diesen Worten begrüßte Vorstandsmitglied Andreas Jansen die anwesenden Kia-Partner auf der Jahreshauptversammlung des Verbandes der Kia-Händler und Kia-Servicepartner. Jansen leitete die Versammlung an Stelle von Verbandspräsident Florian Seybold, der auf Grund eines Krankenhausaufenthalts nicht teilnehmen konnte.
Bis Juli 2007 sei die Welt zwar nicht in Ordnung gewesen, aber es habe Kontinuität gegeben, sagte Jansen in seinem Rückblick. Das Vertriebsprogramm zum dritten Quartal des vergangenen Jahres sei dann ein massiver Einschnitt gewesen, der für großen Ärger gesorgt habe (»kfz-betrieb« berichtete). Der Verband habe in intensiven Gesprächen eine deutliche Verbesserung erreicht. "Wir sind aber noch nicht am Ziel", sagte Jansen.
Das Programm sei noch nicht über die komplette Modellpalette hinweg konkurrenzfähig. Zudem forderte Jansen mehr Planbarkeit, Unterstützung beim Bestandsabbau sowie ein "vernünftiges Geschäftskundenprogramm". Massiv angemahnt habe man die derzeit laufenden Audits, die die Dekra für Kia durchführt. Sie seien zu zeitaufwändig, der Fragenkatalog sei verwirrend und die Art der Terminvereinbarung untragbar.
Positives wusste Karl Detlev Schmitz vom Arbeitskreis Aftersales zu berichten. Hinsichtlich des lange umstrittenen Themas Garantievergütung habe Kia inzwischen zumindest die Minimalforderungen des Verbandes erfüllt."Sie müssen uns Schmerzensgeld bezahlen"
Die anschließende Diskussion mit Vertretern von Kia Motors Deutschland zeigte einmal mehr, wie angespannt das Verhältnis zwischen Händlern und Importeur derzeit ist. "Sie müssen uns mittlerweile Schmerzensgeld bezahlen, weil wir das alles mitmachen", brachte ein verärgerter Händler die Stimmung im Netz auf den Punkt.
Ulrich Schäfer, bei Kia für den Vertrieb zuständig, räumte ein, dass die bisherigen Programme zu kompliziert und uneinheitlich seien. Er gab einen Ausblick auf das Programm für das dritte Quartal. Es soll künftig leicht verständlich und einfach strukturiert sein. Dass Schäfer auf Grund von Konzernvorgaben noch keine konkreten Zahlen nennen konnte, sorgte erneut für großen Unmut unter den anwesenden Händlern.Probleme eingeräumt
Händlernetzentwickler Wilfried Fleischer gab Probleme bei der Umsetzung des Auditierungsprogramms zu. Man werde die Audits straffen und transparenter machen. Es soll künftig klar erkennbar sein, ob es um Fragen zu den Standards gehe, oder lediglich um Informationen zum Händlernetz. "Wir wollen nichts Unsinniges überprüfen, sondern Dinge, die in Ihrem Sinne sind", sagte Fleischer.Der Importeur habe die Probleme der Händler verstanden, sagte Kia-Deutschland-Präsident Jang Won Sohn. Man versuche, den Bedürfnissen der Kia-Partner zu enstprechen und bemühe sich, die Profitabilität der Händler zu erhöhen. "Wir wollen alle Geld verdienen und nicht Geld verlieren", sagte Sohn. Er appellierte an die Händler, alles zu tun, um die Verkäufe zu steigern und die Marke gemeinsam nach vorne zu bringen.
Kia-Bank: Keine Neuigkeiten
Thomas Hanswillemeke von der Santander Consumer Bank hatte nichts Neues zur künftigen Konstellation zwischen Santander und Kia-Bank zu berichten. Der spanische Finanzdienstleister hatte kürzlich angekündigt, das Deutschlandgeschäft der GE Money Bank zu übernehmen, deren Tochter die Kia-Bank ist.breakitone Die Übernahme solle frühestens zum Ende des dritten Quartals 2008 abgeschlossen sein, kündigte Hanswillemenke an. Vorher habe man keinen operativen Eingriff in die Geschäfte von GE Money. Bis dahin müssten sich die Händler also gedulden.
Neuer Vorstand gewählt
Ein weiterer Tagesordnungspunkt waren die Neuwahlen des Verbandsvorstands. Präsident Florian Seybold trat ebenso wie sein Stellvertreter Andreas Alewelt und Vorstandsmitglied Christiaan Priem nicht mehr zur Wahl an. Alle drei arbeiten aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr für die Kia-Organisation.breakitone Wiedergewählt wurden Andreas Jansen aus Meppen, Karl Detlev Schmitz aus Eitorf, Tanja Sommer aus Stahnsdorf und Friedrich Weiler aus Osthofen. Neue Vortandsmitglieder sind Matthias Bußmann aus Diepholz und Michael Degel aus Hof. Den Präsidenten und seine Stellvertreter bestimmt der Vorstand auf seiner konstituierenden Sitzung.