Freizeitmobile Knaus Tabbert pausiert Produktion bis Jahresende

Quelle: dpa 1 min Lesedauer

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Die Krisensymptome mehren sich bei einem der größten deutschen Reisemobil-Hersteller. Nach zwei Gewinnwarnungen und einem Wechsel an der Unternehmensspitze wird die Produktion nun vorübergehend ausgesetzt.

Bei Knaus Tabbert läuft es derzeit nicht rund, die Lager sind zu voll.(Bild:  Knaus Tabbert)
Bei Knaus Tabbert läuft es derzeit nicht rund, die Lager sind zu voll.
(Bild: Knaus Tabbert)

Der Wohnwagen- und Wohnmobilhersteller Knaus Tabbert aus Jandelsbrunn (Landkreis Freyung-Grafenau) will die Produktion am niederbayerischen Firmensitz sowie im ungarischen Nagyoroszi pausieren. „Der Vorstand der Knaus Tabbert AG hat entschieden, die Produktion an den Standorten in Jandelsbrunn und Nagyoroszi, Ungarn, ab 18. November 2024 bis zum Ende des Jahres einzustellen“, teilte das Unternehmen mit. In den beiden Werken ist der Großteil der rund 4.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Die Konjunktur in der Reisemobilbranche wird derzeit als etwas abgekühlt eingestuft, allerdings nicht krisenhaft. Der Caravaning Industrieverband Deutschland (CIVD) wies für die ersten drei Quartale des Jahres sogar steigende Zulassungszahlen für Deutschland aus. Vor allem bei den Reisemobilen läuft es gut (+10 %), während die Nachfrage bei klassischen Wohnwagen etwas zurückgeht (-2 %).

Laut Knaus Tabbert ist das Ziel der Produktionspause, die Produktionsmengen zu reduzieren und damit die Lagerbestände auf Händlerebene auf ein wirtschaftlich nachhaltiges Niveau zu bringen sowie eigene Bestände abzubauen. Neben den beiden Werken in Ungarn und Niederbayern fertigt Knaus Tabbert noch Wohnwagen im hessischen Mottgers und Luxusreisemobile in Schlüsselfeld bei Bamberg (Oberfranken). Diese beiden Standorte seien nicht von der Produktionspause betroffen, sagte ein Unternehmenssprecher.

Das zuletzt ausgegebene und im Vergleich zum Jahresbeginn schon deutlich reduzierte Umsatzziel von 1,3 Milliarden Euro für 2024 werde somit deutlich verfehlt, hieß es weiter. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen noch einen Umsatz von 1,4 Milliarden Euro erzielt.

Das Unternehmen hatte im laufenden Jahr bereits zwei Gewinnwarnungen herausgeben müssen. Der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Speck verließ den Wohnmobilhersteller zum 31. Oktober. Seitdem führt Werner Vaterl das Unternehmen als Interims-Vorstandschef.

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