Noch dieses Jahr bringt Kia zwei neue batterieelektrische Modelle auf den Markt. Als Limousine oder mit Schrägheck erscheint der EV4, während der PV5 ein neues Konzept für Vans einläutet. Die Idee eines Kleinwagens gibt es auch.
Kia stellte auf dem EV Day seine neuesten Elektromodelle vor.
(Bild: Kia)
Einen Veranstaltungsort in Europa haben die Verantwortlichen bei Kia sicher nicht zufällig gewählt. Dort, wo viele traditionelle Autohersteller beheimatet sind, mischen die Südkoreaner den Markt der Elektromobilität weiter auf. Ihre Modelloffensive umfasst mit den Weltpremieren des EV4 und der Studie Concept EV nicht nur Pkw. Denn eine weitere Neuheit ist der Van PV5 – das erste Serienfahrzeug der Marke, das auf eine flexible elektrische „Skateboard“-Plattform setzt. Dass Kia die neuen Modelle ausgerechnet in einer Stierkampf-Arena in Tarragona präsentierte, lässt sich durchaus als Kampfansage interpretieren.
Mit der Serienversion des Kompaktwagens EV4 wird Kia in diesem Jahr erstmals eine viertürige Limousine und ein fünftüriges Schrägheckmodell mit Elektroantrieb anbieten. Damit sollen Kunden Alternativen zu den weitverbreiteten elektrischen Crossover- und SUV-Modellen erhalten. Ein viel pragmatischerer Grund ist aber sicher die flache Bauart zugunsten der aerodynamischen Effizienz.
Denn die hat maßgeblichen Einfluss auf das Erscheinungsbild des EV 4 genommen. Der Strömungswiderstandskoeffizient der Karosserie – kurz cW-Wert – von 0,23 ist beachtlich. Um diesen Wert zu erreichen, ist das Dach abfallend gestaltet, die Umströmung der Räder ausgetüftelt und der Unterboden komplett verkleidet. Zum Vergleich: Den Bestwert bei Großserienfahrzeugen hält der Mercedes EQS mit 0,20.
Den EV4 treibt ein 150 kW/204 PS starker E-Motor über die Vorderräder an. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h soll im besten Fall in 7,4 Sekunden gelingen. Kunden können zwischen zwei Batterievarianten wählen. Den Einstieg markiert ein 58,3-Kilowattstunden-Akku. Der größere Energiespeicher fasst 81,4 Kilowattstunden. Und soll nach WLTP für bis zu 630 Kilometer Reichweite gut sein. Ein sehr guter Wert in diesem Segment.
Einstiegspreis unter 40.000 Euro
Auch wenn Kia aus Kostengründen statt 800 Volt auf 400 Volt Betriebsspannung setzt, soll sich die größere Batterie unter optimalen Bedingungen immerhin in 31 Minuten von zehn auf 80 Prozent laden lassen. Da die deutsche Homologation noch aussteht, können sich die technischen Werte noch geringfügig ändern– der angekündigte Einstiegspreis von unter 40.000 Euro ist aber schon jetzt eine Ansage.
Die Limousine ist 4,73 Meter lang, 1,86 Meter breit und 1,48 Meter hoch. Ihr Radstand beträgt 2,82 Meter und der Kofferraum fasst 490 Liter. Die Schrägheck-Variante ist mit 4,43 Meter etwas kürzer und um 5 Millimeter höher.
Für ein zeitgemäßes Fahrerlebnis kündigt Kia zahlreiche Komfort- und Konnektivitätsfunktionen an. So ermöglicht ein digitaler Autoschlüssel den Zugang per Smartphone oder Smartwatch. Das Kia-Infotainmentsystem ist in seiner neuesten Generation implementiert und kommt samt Panoramadisplay mit Infotainment-Touchscreen. Die Unterhaltungsangebote umfassen Videostreaming-Dienste wie YouTube oder Netflix. Der Autobahnassistent mit Spurwechselunterstützung soll durch ein „Drive Wise“ genanntes Paket über erweiterte Erkennungsfunktionen verfügen.
EV2 könnte unter 30.000 Euro kommen
Das Concept EV2 ist zwar noch eine Studie. Sie gibt aber einen sehr konkreten Ausblick auf ein Serienmodell im B-Segment, das als Crossover ab 2026 folgen soll. Laut Kia stand beim Design eine maximierte Innenraumgröße im Vordergrund. Ob die Portaltüren, die sich wie in einem Saloon mittig voneinander weg öffnen lassen, es in die Serie schaffen werden, ist mehr als fraglich.
Die Studie des EV2 ist 4,06 Meter lang, 1,80 Meter breit, 1,58 Meter hoch und ihr Radstand beträgt 2,57 Meter. Über die mögliche Motorisierung hält sich Kia noch bedeckt. In jedem Fall geplant sind, wie bei anderen Modellen üblich, auch für den EV2 zwei unterschiedliche Batteriekapazitäten anzubieten. Der kleinere Akku soll mit der kostengünstigeren Lithium-Eisenphosphat-Bauart auskommen. Dadurch soll ein Einstiegspreis von 30.000 Euro möglich werden.
Mit dem PV5 ins Transportersegment
Der Van Kia PV5 ist das erste elektrische Serienmodell, das aus der Strategie „Platform Beyond Vehicle“, kurz PBV, hervorgeht. Hinter seiner kryptisch E-GMP.S genannten Plattform verbirgt sich eine elektrische „Skateboard“-Architektur. Also eine Bodengruppe, die alle nötigen Antriebs- und Fahrwerkskomponenten enthält. Der Vorteil: Auf ihr lassen sich vergleichsweise unkompliziert und schnell unterschiedliche Aufbauten realisieren. Der PV5 wird noch in diesem Jahr in den drei Karosserievarianten Passenger, Cargo und Chassis Cab angeboten.
Der PV5 Passenger verfügt über eine dreireihige Sitzkonfiguration, die für Gepäck- oder Campingszenarien ausgelegt ist und auch für Mitfahrdienste geeignet ist. Die Cargo-Variante ist als Standard-, Lang- oder Hochdachversion erhältlich und hat ein Fassungsvermögen von bis zu 5,1 Kubikmetern. Den PV5 Chassis Cab liefert Kia als unfertiges Fahrzeug an Geschäftspartner. Die können verschiedenste eigene Aufbauten wie Pritschen, Kühltransporter oder kleine Camper aufsatteln. Als deutsche Partner benennen die Südkoreaner bereits Hymer, Würth und Westfalia.
Stand: 08.12.2025
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Zu den ersten zusätzlichen eigenen Varianten gehören der PV5 Crew, der über verschiedene Ladungssicherungsoptionen inklusive Schienen verfügt, und der PV5 WAV (Wheelchair Accessible Vehicle). Zu seinem Innenraum sollen Rollstuhlfahrer unkompliziert über eine seitliche Rampe Zugang erhalten.
Zur Wahl stehen für alle Versionen des PV5 zwei Batterien mit 51,5 oder 71,2 Kilowattstunden Kapazität. Ein 43,3-Kilowattstunden-Akku ist dem PV5 Cargo vorbehalten. Damit soll er ab 35.000 Euro brutto starten. Der Frontmotor des PV5 leistet je nach Batterievariante bis zu 120 kW/163 PS und verfügt über 250 Newtonmeter Drehmoment. Die Reichweite soll bis zu 400 Kilometer betragen. Optimale Bedingungen vorausgesetzt, kann in 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent geladen werden.
Das Infotainmentsystem des PV5 setzt auf einen 12,9 Zoll großen Navigationsbildschirm und ein 7-Zoll-Kombiinstrument und basiert inklusive des App-Stores auf Googles Betriebssystem Android Automotive. Damit sollen sich in erster Linie geschäftsspezifische Anwendungen nutzen lassen. Ein kleines, aber sehr praktisches Detail des PV5 ist eine Steckdose mit Wechselspannung. An ihr lassen sich Geräte bis 250 Volt und 16 Ampere betreiben – was einer Leistung von 4 Kilowatt entspricht.