Betrug im Autohandel Kriminelle haben weiter Kfz-Betriebe im Visier

Von Nick Luhmann 2 min Lesedauer

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Immer gefährlicher agieren Betrüger im Autohandel. Der ZDK rät Betrieben zu erhöhter Vorsicht und fordert ein härteres Vorgehen gegen die Masche. Dazu schrieb er auch das BKA an.

Mitarbeiter im Autohaus sollten wachsam und geschult sein: Betrüger treten mit gefälschten Identitäten auf, die auf den ersten Blick kaum als solche erkennbar sind.(Bild:  ProMotor)
Mitarbeiter im Autohaus sollten wachsam und geschult sein: Betrüger treten mit gefälschten Identitäten auf, die auf den ersten Blick kaum als solche erkennbar sind.
(Bild: ProMotor)

Die Betrugsfälle im deutschen Kfz-Gewerbe nehmen spürbar zu – und sie werden immer professioneller. Darauf weist der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hin. Kriminelle nutzen gezielt digitale Plattformen, täuschend echte Fake-Webseiten, gestohlene Identitäten und manipulierte Dokumente, um sowohl Autohäuser als auch Kundinnen und Kunden zu täuschen. Die Folgen reichen von erheblichen finanziellen Schäden bis zu massiven Reputationsrisiken für die betroffenen Betriebe.

„Die aktuellen Fallmeldungen zeigen deutlich: Betrug im Autohandel ist heute hochgradig digitalisiert, arbeitsteilig organisiert und oft erst auf den zweiten Blick erkennbar“, erklärt ZDK-Präsident Thomas Peckruhn. Besonders alarmierend sei die gezielte Ausrichtung der Täter auf gewerbliche Betriebe sowie die häufig internationale Vernetzung der Betrugsstrukturen.

Digitale Täuschung auf neuem Niveau

Typische Maschen reichen von täuschend echten Händlerprofilen und manipulierten Online-Inseraten über gefälschte Zahlungsnachweise bis hin zu Identitätsdiebstahl und verschleierten Fahrzeugmängeln. Immer häufiger werden reale Unternehmen missbraucht, indem unter ihrem Namen Fahrzeuge angeboten werden, die nie in ihrem Besitz waren.

Der ZDK ruft Kfz-Betriebe daher zu erhöhter Wachsamkeit im Tagesgeschäft auf. Klare interne Prozesse, das Vier-Augen-Prinzip, konsequente Prüfungen von Geschäftspartnern sowie verbindliche Zahlungs- und Übergaberegeln seien entscheidend, um Risiken wirksam zu minimieren. Ebenso wichtig sind die kontinuierliche Schulung von Mitarbeitenden und ein konsequentes Vorgehen bei Verdachtsfällen. Verdachtsfälle sollten frühzeitig erkannt, konsequent geprüft und umgehend gemeldet werden, um Schäden wirksam zu begrenzen.

Gemeinsam mit dem BKA gegen organisierte Betrugsstrukturen

Gleichzeitig stößt die Branche bei international organisierten Betrugsdelikten zunehmend an Grenzen. Der ZDK fordert daher ein entschlossenes gemeinsames Vorgehen von Politik, Wirtschaft und Strafverfolgungsbehörden. Dazu gehören insbesondere der Ausbau spezialisierter Ermittlungsstrukturen im Bereich Cybercrime, strengere Mindeststandards für Online-Plattformen sowie mehr Aufklärung und rechtssichere digitale Identifikationsverfahren.

In einem Schreiben an den Präsidenten des Bundeskriminalamtes (BKA) hat ZDK-Präsident Peckruhn bereits auf die zunehmende Professionalität der Täter hingewiesen, einen intensiveren Informationsaustausch zwischen den relevanten Institutionen gefordert und zugleich die enge Mitwirkung des ZDK bei der Bekämpfung von Betrugsdelikten im Autohandel angeboten.

„Je verlässlicher und sicherer die Rahmenbedingungen sind, desto stärker können wir uns als Kfz-Gewerbe auf unseren Kernauftrag konzentrieren: bezahlbare Mobilität mit klaren Qualitätsstandards zuverlässig für Verbraucher und Wirtschaft sicherzustellen“, so Peckruhn.

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