Abgasuntersuchung ZDK sieht weiterhin keinen freien Wettbewerb

Von Nick Luhmann 2 min Lesedauer

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Der Zentralverband des Kraftfahrzeuggewerbes kritisiert die anhaltend ungleiche Verteilung von Messgeräten für die Partikelzählung. Weniger als die Hälfte der Werkstätten hat ihr bestelltes Gerät bereits erhalten.

AVL Ditest war der erste Hersteller, der eine Bauartzulassung für sein PN-Messgerät bekommen hat. Andere warten noch heute darauf.(Bild:  Dominsky – VCG)
AVL Ditest war der erste Hersteller, der eine Bauartzulassung für sein PN-Messgerät bekommen hat. Andere warten noch heute darauf.
(Bild: Dominsky – VCG)

Knapp drei Wochen nach Inkrafttreten der verpflichtenden Partikelmessung für Euro-6/VI-Fahrzeuge wartet noch über die Hälfte der AU-Betriebe, die das dafür notwendige Messgerät bestellt hat, auf die Lieferung. Das hat eine Auswertung der Zentralen Datenbank des Kraftfahrzeughandwerks durch den Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) ergeben. Demnach sind in den Betrieben erst rund 8.000 kalibrierte PN-Messgeräte (PN – Particle Number) im Einsatz.

Insgesamt haben nach ZDK-Schätzungen 60 bis 70 Prozent aller AU-Betriebe, das sind 19.000 Werkstätten, entweder ein PN-Messgerät bestellt, verfügen bereits über ein Gerät oder planen den Einsatz. Teilweise sind die bestellten, aber noch nicht ausgelieferten Geräte seit über einem Jahr geordert, in weiten Teilen sogar angezahlt, heißt es in einer Pressemeldung des Verbandes.

„Nach Mitteilung des ASA-Verbandes (Verband der Hersteller und Importeure von Automobil-Serviceausrüstungen – Anm. d. Redaktion) sind bis Ende Juni dieses Jahres 25.098 PN-Messgeräte produziert, nach ISO 17025 kalibriert und im Bundesgebiet vertrieben worden. Damit entfällt erst knapp ein Drittel aller Geräte auf die Betriebe des Kraftfahrzeuggewerbes, obwohl das Gewerbe für über die Hälfte der Abgasuntersuchungen (AU) in Deutschland steht.

Viele Innungen und Betriebe würden dies für eine Wettbewerbsverzerrung bei den Abgasuntersuchungen halten, sich in ihrer Geschäftstätigkeit eingeschränkt fühlen und Nachteile für ihre Kunden sehen, sagt ZDK-Hauptgeschäftsführer Dr. Kurt-Christian Scheel.

Im Kraftfahrzeuggewerbe häufen sich Beschwerden von Betrieben, dass sie keine Berechtigung haben, PN-Messungen durchzuführen. Als Gründe nennen sie Lieferengpässe bauartzugelassener Geräte oder weil die von ihnen bestellten Geräte bislang noch keine Bauartzulassung erhalten haben.

Derzeit besitzen nur 10 von 17 dem ZDK bekannten Herstellern eine Bauartzulassung ihrer Partikelzählgeräte durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB). Nur diese zehn Hersteller dürfen ein bauartzugelassenes und kalibriertes PN-Messgerät mit der Software-Version 6 für die AU-Durchführung am Markt ausliefern.

Der ZDK hat bereits wiederholt beim Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) sowie beim Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), das die Fachaufsicht über die PTB hat, auf eine mögliche Unterversorgung der Betriebe und auf Wettbewerbsverzerrungen beim Start der PN-Messung hingewiesen.

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