Lackschichtdickenmessung: Zu dick aufgetragen?

Von Holger Schweitzer

Anbieter zum Thema

Trägt ein Fahrzeug noch den Originallack, oder wurde ein reparierter Schaden nachlackiert? Eine Messung der Lackschichtdicke hilft, dies festzustellen. Doch die richtige Interpretation der Werte erfordert fundierte Sachkenntnis.

Dekra-Experte Jürgen Hennefarth zeigt, wie eine unsachgemäße Reparatur an einer Seitentür aussehen kann.(Bild:  Schweitzer)
Dekra-Experte Jürgen Hennefarth zeigt, wie eine unsachgemäße Reparatur an einer Seitentür aussehen kann.
(Bild: Schweitzer)

Die Dicke der Lackschicht auf einer Karosserie gibt dem Sachverständigen wertvolle Hinweise darauf, ob ein Fahrzeug nachlackiert wurde. Doch Vorsicht: Die Lackschichtdicke lässt sich zwar exakt messen, die Interpretation der Ergebnisse erfordert allerdings hohe Sachkenntnis von den Gutachtern. Die möglichen Gründe für variierende Schichtdicken können vielfältig sein und beginnen bereits bei der Pkw-Produktion im Werk.

Auch wenn in den Werkshallen meist Roboter die Pkws lackieren, ist der Lackauftrag nicht immer einheitlich: So haben horizontale Flächen meist eine höhere Lackschichtdicke als vertikale Bauteile. Auch Nachlackierungen der Karosserien sind werksseitig nicht auszuschließen. Deshalb geben die Hersteller keine exakten Werte für die Dicke von Originallackierungen an – lediglich grobe Referenzwerte. So liegt bei Daimler die Schichtdicke für original lackierte Flächen zwischen 80 und 160 µm. Auch Thomas Schuster, Technikexperte der KÜS, sieht circa 80 bis 180 µm für die meisten Werkslackierungen als zulässig an, wenn keine Angaben der Hersteller vorliegen.