Lada Taiga: Fossil mit begrenztem Artenschutz

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Doch die meisten Änderungen bleiben dem Betrachter verborgen. Als Beispiele seien bessere Dichtungen für die Wasserpumpe, eine größere Schwungscheibe, der Bremskraftverstärker aus dem Lada Kalina, geänderte Vorder- und Hinterachsaufhängungen sowie neue Stoßdämpfer, stärkere Lager für die Ausgangswelle im Verteilergetriebe und die verbesserte hintere Kardanwelle genannt. Der Modellpflege entgangen ist dagegen die unorthodoxe Entriegelung der Kofferraumklappe. Sie lässt sich mittels eines dritten Türgriffs im Fond hinter dem Fahrersitz öffnen – allerdings nur von dort aus.

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Vor allem die Veränderungen am Fahrwerk sind deutlich zu spüren. Das russische Relikt einer längst vergangenen Autoepoche lässt sich spürbar präziser lenken und verhält sich auch in schnelleren Kurven erstaunlich gutmütig. Das neutrale Fahrverhalten ist kein unbedeutender Faktor, denn nach wie vor müssen Niva-Fahrer ohne ESP auskommen. Und Airbags dürfen sie nach wie vor auch nicht erwarten. Immerhin hielt mit der Modellpflege ABS Einzug in den automobilen Klassiker. Nach wie vor verzögern aber hinten Trommelbremsen den kompakten Offroader und taucht der Vorderwagen beim Bremsen stark ein. Zum nostalgischen Fahrgefühl tragen auch das große Lenkrad, der ellenlange Schalthebel und die so gut wie ausgestorbenen Kippschalter bei; nicht zu vergessen die herrlich altmodischen Schieberegler für die (leistungsstarke) Heizung.

Ein echter Offroader

Der Motor ist weiterhin ein zäher und brummiger Geselle, erfüllt aber derzeit die Euro-5-Norm. Er will mit Drehzahl bei Laune gehalten werden. Richtig laut im Innenraum wird es ab etwa 100 km/h. Bis dahin müssen aber ohnehin nach dem Anfahren rund 20 Sekunden einkalkuliert werden. Weit nerviger ist allerdings das ständige Gesurre des Antriebsstrangs, das sich vor allem im Schiebebetrieb bemerkbar macht. Unbestritten sind die Geländequalitäten des kompakten Fahrzeuges: 65 Zentimeter Wattiefe, 58 Prozent Steigfähigkeit und ein Kippwinkel von 48 Grad sorgen in Verbindung mit serienmäßiger Differenzialsperre und Getriebeuntersetzung für echte Offroad-Eigenschaften.

Unser Testfahrzeug in der „Exklusive“-Version für 2.490 Euro Aufpreis bot unter anderem Dotz-Leichtmetallfelgen, Innenkotflügel, Radio, einen Frontbügel und Trittbretter aus Edelstahl. Weitere Punkte der Aufpreisliste geben einen Hinweis auf die Zielgruppe des Fahrzeugs: Es gibt zum Beispiel einen Gewehrhalter, eine Wildwanne (groß und klein) oder einen Hundetrittschutz. Wem die 9,5 Liter Durchschnittsverbrauch nach EU-Norm zu viel sind, der kann den Niva, wie alle Lada, auch mit einer Autogasanlage bestellen.

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Lada Taiga 4x4
Datenblatt des Lada Taiga 4x4

Die technischen Daten im Überblick

  • Länge x Breite x Höhe (m): 3,72 x 1,68 x 1,64
  • Motor: 4-Zylinder-Benziner, 1.690 ccm
  • Leistung: 63 kW / 83 PS bei 5.000 U/min
  • Max. Drehmoment: 129 Nm bei 4.000 U/min
  • Verbrauch (nach EU-Norm): 9,5 l/100 km
  • CO2-Emissionen: 225 g/km (Euro 5)
  • Höchstgeschwindigkeit: 129 km/h
  • Beschleunigung von 0 auf 100 km/h: 19 Sek.
  • Leergewicht / Zuladung: 1.210 kg / 400 kg
  • Reifen: 175/80 R 16
  • Wendekreis: 11 m
  • Kofferraum: 263 - 982 Liter
  • Max. Anhängelast: 1.490 kg
  • Grundpreis: 9.990 Euro

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